P-Glykoprotein

P-Glykoprotein
P-Glykoprotein

Größe 1280 Aminosäuren
Struktur multipass Membranprotein
Bezeichner
Gen-Namen ABCB1; ABC20; CD243; CLCS; GP170; MDR1; MGC163296; P-gp; PGY1
Externe IDs OMIM171050 UniProtP08183   MGI97570
Transporter-Klassifikation
TCDB 3.A.1.201.1
Bezeichnung ABC Superfamily
Enzymklassifikation
EC, Kategorie 3.6.3.44  Hydrolase
Substrat ATP + H2O + xenobiotic(In)
Produkte ADP + Phosphat + xenobiotic(Out)
Vorkommen
Homologie-Familie ABC-Transporter
Übergeordnetes Taxon Kiefermäuler

p-Glykoprotein ist das Genprodukt des MDR1-Gens (engl. Multiple Drug Resistance, MDR). Das Protein bildet einen aktiven Transporter, der unter ATP-Verbrauch zelltoxische Stoffe aus der Zelle pumpt (PGP-Pumpe). Das p-Glycoprotein mit zwölf helikalen Transmembrandomänen und zwei Nukleotidbindungsdomänen (NBD) gehört zu der Familie der ABC-Transporter und kommt in allen Kiefermäulern vor.

Die PGP-Pumpe hat folgende Auswirkungen:

  1. Zytostatika werden durch die PGP-Pumpe aus der Tumorzelle ausgeschleust
  2. Antibiotika werden durch die PGP-Pumpe aus dem Bakterium ausgeschleust
  3. Neurotoxine werden durch die PGP-Pumpe aus den Gehirnzellen über die Blut-Hirn-Schranke in den Blutkreislauf zur metabolischen Entsorgung ausgeschleust (siehe Loperamid).
  4. Arzneimittel können bei oraler Applikation auf Grund der Affinität zu der Effluxpumpe eine verminderte Bioverfügbarkeit aufweisen.[1]

In den ersten beiden Fällen ist die PGP-Pumpe extrem unerwünscht. Es gibt bereits Forschungserfolge der Pharmaforschung, Mittel zu finden, die die PGP-Pumpe selektiv deaktivieren. Dazu gehören unter anderem altbekannte Arzneistoffe wie Verapamil oder neue Arzneistoffe wie Elacridar. Man versucht z.B. Wirkstoffe an monoklonale Antikörper (mAK) zu koppeln und damit gezielt zu Tumorzellen zu dirigieren. Der Antikörper bindet an Oberflächen-Rezeptoren die dann von der Zelle internalisiert (aufgenommen) werden. In der Zelle wird der Wirkstoff vom Antikörper abgespalten und entfaltet seine Wirkung. In dem Fall kann die PGP-Pumpe umgangen werden. Ein anderer Ansatz ist es, die Expression der Effluxpumpe zu unterbinden.

Einzelnachweise

  1. Pharmazeutische Zeitung

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