Aston Martin Virage Vantage
Aston Martin
Virage
Hersteller: Aston Martin
Produktionszeitraum: 1989–2000
Klasse: Oberklasse
Karosserieversionen: Coupé, zweitürig 2+2
Cabrio („Volante“), zweitürig 2+2
Motoren: 5,3 Liter V8-Ottomotor
Länge: 4735 mm
Breite: 1855 mm
Höhe: 1320 mm
Radstand: 2610 mm
Leergewicht: ab 1790 kg
Vorgängermodell: Aston Martin V8
Nachfolgemodell: Aston Martin V12 Vanquish

Der Virage war Aston Martins Nachfolger für die in die Jahre gekommenen V8 Modelle. Die Baureihe wurde 1988 auf der Birmingham Motor Show vorgestellt und im Jahre 1993 um den Hochleistungssportwagen Vantage ergänzt. 1996 wurde die Baureihe nach einem Facelift in V8 umbenannt.

Inhaltsverzeichnis

Ausführungen

Virage

Die Modelle mit dem 5,3 Liter V8-Motor waren die Topmodelle der Marke, die ihre Modellpalette 1994 mit dem DB7 abrundete, der zunächst mit einem Sechszylindermotor ausgestattet wurde. Obwohl der DB7 später einen V12-Motor erhielt und damit der potentere Aston Martin war, blieben die handgefertigten V8 Modelle die exklusiveren und teureren Spitzenfahrzeuge. Nach elf Jahren Bauzeit wurde die Baureihe 2000 nach insgesamt 1050 gebauten Fahrzeugen eingestellt. Es folgte der Vanquish als neues Topmodell, während der Name V8 Vantage seit 2005 vom neuen Einsteiger-Aston geführt wird.

Das Design war bei der Vorstellung frisch und modern. Die Linien erinnerten eher an den Lagonda als an den Vorgänger V8, den er ersetzte. Tatsächlich war das Fahrgestell eine Weiterentwicklung des Lagonda mit De Dion Hinterachse und einer Doppelquerlenker-Aufhängung vorne. Um Kosten zu sparen kamen viele Anbauteile wie schon oft zuvor von anderen Herstellern. Die Frontleuchten kamen vom Audi 200, während die Heckleuchten dem VW Scirocco entliehen wurden. General Motors, Jaguar und Ford steuerten die Lenksäule, Klimaanlage und Schalter am Armaturenbrett bei. Tatsächlich übernahm Ford Aston Martin und Jaguar erst kurz nachdem der Virage vorgestellt worden war.

Der Virage war ein großes und schweres Auto, doch der 4-Ventil V8 mit 5,3 Litern Hubraum und 475 Nm Drehmoment ermöglichte respektable Fahrleistungen. Beschleunigung und Fahrverhalten wurden ebenso gelobt wie das Ansprechverhalten des 246 kW (330 PS) Motors, der neben von Callaway entworfenen Zylinderköpfen mit einer Einspritzung von Weber-Marelli ausgestattet war. Das 1790 kg schwere Fahrzeug erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 254 km/h. Bis 1995 wurden 365 Virage hergestellt.

Virage Volante

Das Cabriolet zur Baureihe wurde traditionell mit dem Zusatz Volante geführt. Es wurde 1992 zunächst als 2-Sitzer vorgestellt. In der Produktion wurde jedoch schließlich auf die klassische 2+2 Anordnung gewechselt. Bis zur Ablösung des Virage Volante durch den optisch modernisierten V8 Volante wurden 233 Fahrzeuge gebaut.

Works Service

Ab Januar 1992 bot Aston Martin einen Umbau zum Virage 6,3 an. Wie der Name bereits andeutet beinhalteten die Veränderungen einen auf 6,3 Liter vergrößerten Hubraum. Der Motor lieferte in dieser Ausführung 373 kW (500 PS) bei 6000 U/min und sagenhafte 651 Nm bei 5800 U/min, was dem Fahrzeug zu einer Höchstgeschwindigkeit von 282 km/h verhalf.

Weitere Modifikationen beinhalteten größere, innenbelüftete Bremsscheiben und 18 Zoll-Felgen, breitere Kotflügel, tiefere Schweller sowie geänderte Lufteinlässe. Die Bremsscheiben mit 362 mm waren lange Zeit die größten in einem Personenwagen.

Aston Martin Works Service bot außerdem in alter Tradition Umbauten zum Shooting Brake an, die jedoch im Gegensatz zu den früheren Modellen der DB5 und DB6-Baureihen nicht in externen Karosseriebaubetrieben sondern im Werk umgesetzt wurden. Weitere Sonderumbauten waren viertürige Virageversionen sowie ein V8 Vantage Volante, von dem neun Exemplare die Werkshallen verließen.

Vantage und V8 Coupé

Wie bei vielen anderen Astons wurde die leistungsstärkste Version als Vantage bezeichnet. Nach der Präsentation 1992 wurde der Vantage zwischen 1993 und 2000 insgesamt 280 mal gebaut. Wie schon oft zuvor war der Vantage zum Schluss die einzige Variante. Tatsächlich war der ab 1996 als Nachfolger des Virage angebotene V8 Coupé ein Vantage mit anderem Motor, es wurden 101 gebaut.

Das Design des Vantage war deutlich aggressiver und moderner. Lediglich die Türen und die Dachpartie entspricht der des Virage. Insgesamt war er breiter, wirkte tiefer und erhielt vier runde Heckleuchten. Wie der 6,3 Liter Works Service bekam der Vantage innenbelüftete Bremsscheiben mit 362 mm Durchmesser.

Während der normale V8 die Leistungen des Virage übernahm, wurde der Motor bei der Vantageversion sehr verändert. Der 5,3 Liter V8 leistete mit zwei Eaton Kompressoren 410 kW (550 PS) und 746 Nm. Diese Leistungsdaten ermöglichten eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h bei einer Beschleunigung von 4,6s von 0 auf 100 km/h. Später war es gegen Aufpreis möglich, den Ladedruck in einem Vantagemodell nochmals erhöhen zu lassen, so dass die Motoren 447 kW (600 PS) leisteten. Diese Autos wurden als V600 bezeichnet.

Die letzten 40 gebauten Vantages wurden mit dem Zusatz Le Mans in Gedenken an den 40. Jahrestag des Siegs von Aston Martin beim 24h Rennen verkauft. Wie die Vantage Modelle der 70er Jahre besaßen sie einen geschlossenen Kühlergrill.

Weblinks


Zeitleiste der Aston-Martin-Modelle von 1948 bis heute
Typ Ära David Brown 1947–1972 Diverse Besitzer Ab 1986 zu 75 %, von 1993 bis 2007 zu 100 % Teil von Ford Unabhängig
40er 50er 60er 70er 80er 90er 2000er
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Sportwagen DB1 DB2 DB2/4 DB4 DB5 DB6 DB7
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Limousinen 2.6-Litre 3-Litre Rapide Lagonda Rapide
Rennwagen DB3 DBR9
  Unter der Marke Lagonda vertrieben Bodengruppe vom Jaguar XJS

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