Astralwelt

Der Begriff Feinstofflichkeit bezeichnet die Vorstellung einer Form von Materie („Feinstoff“), welche feiner und beweglicher vorgestellt wird, als die grobstoffliche Materie, welche die sichtbaren Körper bildet. Der Feinstoff steht damit zwischen Materie und Immateriellem und dient zur Erklärung einer Interaktion zwischen beiden Elementen bzw. der Erklärung immaterieller Phänomene überhaupt. Eine solche Vorstellung findet sich bei einigen antiken Philosophen, insbesondere im Platonismus und teils in dessen Wirkungsgeschichte, teils unabhängig davon, auch in einigen Texten aus dem Kulturbereich der drei monotheistischen Religionen wie u.a. auch des Gnostizismus und der Hermetik, daneben auch in östlichen Religionen, v.a. im Hinduismus; auch in den Naturreligionen Polynesiens existierten ähnliche Vorstellungen.

Anknüpfend v.a. an hinduistische und platonische Vorstellungen in deren Vermittlung durch Autoren der Renaissance und der frühen Neuzeit wird das Konzept feinstofflicher Materie im Spiritismus und in Teilen der Theosophie des 19. Jh. aufgegriffen, im Anschluss in verschiedenen Richtungen der Esoterik sowie manchen Para- und Pseudowissenschaften. Hier werden die Begriffe Energie, astral, ätherisch und subtil teilweise synonym verwendet.[1] In der modernen akademischen Philosophie und den Naturwissenschaften wird das Konzept nicht diskutiert und die sich damit verbindenden Vorstellungen abgelehnt.

Inhaltsverzeichnis

Begriffsgeschichte

Antike

Darstellung der vier Elemente

Zenon von Kition im 3. Jahrhundert v. Chr. kannte bereits die Qualität fein in Bezug auf Materie. Er definierte ein feinstoffliches Feuer πνεύμα (pneuma), das auch als λόγος σπέρματικος (logos spermatikos) bezeichnet wird, und für ihn zugleich geistig als auch materiell war. Dieses nannte er ein „passives materielles Prinzip“, das zum Beispiel den Verstand gestaltet.[2] Auch Eratosthenes und Ptolemaios II. kannten Feinstofflichkeit als Prinzip. Ähnlich zu Platon, der die Unsterblichkeit der Seele im Phaidon mit dem Bild des Seelenwagens erklärte, begründeten beide Philosophen das Fortdauern der Seele aus ihrer feinstofflichen Natur.[3] Gemäß einer bereits im frühen Platonismus zu findenden Kombination platonischer und aristotelischer Ansichten bestehen sowohl Gestirne wie auch Seelen aus einem Element, welches in den sonstigen Phänomenen unterhalb der Mondsphäre nicht vorkommt, dem Äther. Dieses Element wurde in der Orphik als Weltseele beschrieben, was u.a. Proklos wieder aufnimmt, bei Empedokles als göttlich und "feinste Luft", bei den Pythagoreern wie auch bei Aristoteles dann als fünftes, feinstes, beweglichstes Element und Konstituens der Gestirne, so auch im Mittelplatonismus, wo z.B. Philo von Alexandrien den Äther als feinsten Stoff beschreibt. Die Stoa nimmt ein Prinzip an, welches alles durchwirkt, feurig, feinstofflich und Logos oder Pneuma genannt wird.

Die Annahme eines feinstofflichen Elements dient in dieser Tradition dazu, die Vermittlung zwischen Materie und Immateriellem sowie besondere Eigenschaften von Geist und Seele, insb. deren Unsterblichkeit, zu erklären, ohne bewährte atomistische naturphilosophische Voraussetzungen aufgeben zu müssen. Diese Ansicht war jedoch nicht unumstritten. Im zweiten Jahrhundert nach Christus behaupteten Attikos und Albinus die Körperlichkeit der Seele und ihre Sterblichkeit.[3] Auch zwischen Numenios, der an feinstoffliche Seelen glaubte, und Alexander von Aphrodisias, der dies ablehnte, entspann sich hierüber ein Streit.[3] Im 3. Jahrhundert n. Chr. systematisierte der Neuplatoniker Porphyrios die älteren Vorstellungen zu einer in sich konsistenten Theorie. Er behauptete, dass die Seele beim Abstieg durch die Gestirnsphären einen pneumatischen, irrationalen Teil erwirbt, die anima spiritalis. Dieser Teil sei feinstofflich und verdunkle und materialisiere sich beim weiteren Abstieg zunehmend.[3]

Traduzianismus

Gott und Teufel ringen um die menschliche Seele

Das Prinzip der Feinstofflichkeit tritt in der Zeit der Kirchenväter, vor allem im 3. Jahrhundert n. Chr., wieder auf. Tertullian behauptete in seiner Traduzianismus genannten Lehre, dass die Seele aus feinstofflichem Seelensamen (semen animae) zusammengesetzt sei, wohingegen der Körper aus grobstofflichem Körpersamen (semen corporae) bestehe.[4] Er warnte sogar ausdrücklich davor, der Seele wegen ihrer feinstofflichen Natur ihre Körperlichkeit abzuerkennen.[5] Nach ihm wirken beide Samen wie der Lehm und der Anhauch Gottes zusammen, aus dem Adam geschaffen wurde.[6] Kern der Theorie war die Lehre, dass die menschliche Seele aus den Seelen der Eltern – bei Tertullian nur der Seele des Vaters – übertragen wird (lateinisch traducere). Dies erkläre schlüssig die Infektion der Menschheit durch die Erbsünde.

In der Kirchengeschichte konnte sich jedoch die gegenteilige Lehre, der von Lactantius entwickelte Kreatianismus durchsetzen. Nach ihm wird jede Einzelseele unmittelbar und unteilbar erschaffen. Der Traduzianismus wurde von der katholischen Kirche mehrfach verurteilt und der Kreatianismus zur verbindlichen Lehrmeinung erklärt. Da in der Neuzeit die Annahme nicht feststellbarer, punktueller Schöpfungen aus dem Nichts immer fragwürdiger erschien, lebten diese älteren Versuche, die Erzeugung der Seele in das leibliche Werden einzubeziehen, wieder auf und wurden beispielsweise von Leibniz aufgegriffen.[4] Die Vorstellung feinstofflicher Substanzen verschwand jedoch mit dem Ende des Traduzianismus aus der Theologie und die Seele wird weithin als unteilbar angenommen.


Renaissance und frühe Neuzeit

Die drei Abteilungen der Welt, Zeichnung von Descartes. I = gröbste innere Abteilung, M = mittlere Abteilung, Außen feinste Himmelkörperchen.

Die antiken Vorstellung eines feinstofflichen, ätherischen Elements, welches Substrat von Gestirnen und Seelen ist oder letztere umhüllt, um mit deren Körper zu vermitteln, tradiert sich Naturphilosophen und Autoren einer "okkulten Philosophie" in Renaissance und früher Neuzeit, darunter Agrippa von Nettesheim.

René Descartes teilte die materielle Welt in drei Abteilungen. Dabei bildet die Erde die erste und gröbste Abteilung, danach folgt eine dunkle Abteilung aus feineren Teilchen. Die dritte Abteilung schließlich besteht aus feinsten „Himmelskügelchen“. Diese feinstofflichen Kügelchen können durch die Zwischenräume der gröberen Kugeln in den beiden anderen Abteilungen hindurch diffundieren. Aus diesen feinsten feinstofflichen Teilen können nach Descartes „alle Körper, welche uns hier umgeben, entstehen.[7] Allerdings ist nach Descartes die materielle Welt scharf von dem immateriellen Bereich des Seelischen zu trennen, eine feinstoffliche Erklärung geistiger Phänomene ist bei ihm daher ausgeschlossen.

Aber für viele Cartesianer existierte nicht nur feinstoffliche Materie, sondern erklärte auch geistige Phänomene. Für Cornelius van Hoogeland, einen Medizinprofessor und Freund von Descartes, bestehen die Lebensgeister (spiritus animales) aus einer beweglichen feinstofflichen Materie.[8] Friedrich Wilhelm Stosch lehrte eine feinstoffliche Natur des menschlichen Geistes.[9] Aber auch Descartes-Gegner wie der britische Platoniker Ralph Cudworth lehnten die Feinstofflichkeit nicht ab, für Cudworth zum Beispiel existierte eine feinstoffliche Verbindung zwischen geistiger Seele und materiellem Körper.[3]

Im deutschen Idealismus wird eine weitergehende Konzeption feinstofflicher Materie u.a. von Johann Heinrich Jung-Stilling wieder aufgegriffen. Für ihn gilt der Mensch als dreigegliedert in einen materiellen Leib, den schlechthin immateriellen Geist und einen feinstofflichen Ätherleib als Seelenvehikel.[3]

Die Idee des feinstofflichen Ätherleibs wurde in der Spiritistik, Theosophie und Anthroposophie weiterverfolgt, nicht aber in der akademischen Philosophie.

Feinstoffliche Vorstellungen in östlichen Religionen

Tantristische Abbildung des feinstofflichen Leibes mit den fünf Chakren aus Nepal des 16. Jahrhunderts

Im Gegensatz zum Christentum, wo feinstoffliche Vorstellungen schon früh als Irrlehre verworfen wurden, sind sie in den östlichen Religionen, dem Hinduismus, Jainismus und Buddhismus, noch heute wichtig.

Ein zentraler Begriff in den östlichen Religionen ist der Samsara (Sanskrit संसार). Samsara beschreibt den immer währenden Zyklus des Seins, den Kreislauf von Werden und Vergehen, im Kreislauf der Wiedergeburten. Ursachen für die Verstrickung in den Samsara sind die Kleshas (Sanskrit: क्लेश), die Ursachen des Leidens. Ein wichtiges Klesha ist die Avidya (Sanskrit अविद्य), was so viel wie Unwissen oder Nichtwissen bedeutet.

In der Paramarthasara, einer alten Schrift der Advaita-Vedanta, die etwa drei Jahrhunderte vor den Schriften Shankaras erschien, gilt die Avidya nicht nur als ein Klesha, eine Ursache des Leidens, sondern vielmehr als eine Ursache der Welt selbst. Im Samkhya wird sie auch Urmaterie Prakriti (Sanskrit प्रकृति) genannt und besteht aus drei Urkräften den Gunas (Sanskrit गुण).[10] Aus diesem Urstoff wird in einem Prozess fortschreitender Vergröberung sowohl der grobstoffliche materielle Körper als auch der feinstoffliche Körper Sūkhsma (Sanskrit सुक्ष्म). [11]

Die meisten Hindus und Jainas nehmen an, dass dem materiellen Körper ein feinstofflicher Körper zugesellt ist. Dieser enthalte im Inneren seit Ewigkeit existierende Seelen, die von einem feinstofflichem Körper umkleidet sind. Wenn der zugehörige grobstoffliche Körper verfällt, gehen diese feinstofflichen Körper in einen neuen Mutterschoß ein (Reinkarnation).[12]

Das Sein besteht in diesen Religionen aus mehreren Daseinsfaktoren Tattvas (Sanskrit तत्त्व), im Sankhya sind dies 25 an der Zahl. 18 von diesem gehören dem subtilen Körper an. Diese sind der Intellekt Buddhi (Sanskrit बुद्धि), das Ich-Zentrum Ahamkara (Sanskrit अहंकार) und das Denken Manas (Sanskrit मनस् ). Aus diesen sollen sich weiterhin die fünf Sinnesfähigkeiten und die fünf Handlungsfähigkeiten entwickelt haben. Danach sollen die fünf subtilen Elemente Klang, Berührung, Form, Geschmack und Geruch entstanden sein. Alle diese Bereiche der Empfindung sollen dem feinstofflichen Körper angehören.[13]

In einigen Interpretationen der Vedanta existiert neben materiellem und feinstofflichem Körper noch ein dritter Kausalkörper Karana-Sharira (Sanskrit करना शरीर), der die Avidya und die Verstrickung in den Samsara verursacht.

Auch in der Bhagavad Gita finden sich feinstoffliche Vorstellungen. Zum Beispiel heißt es dort: „Die Höchste Wahrheit existiert innerhalb und außerhalb aller Lebewesen, der sich bewegenden und der sich nicht bewegenden. Aufgrund ihrer feinen Beschaffenheit ist es nicht möglich, Sie mit den materiellen Sinnen zu sehen oder zu erkennen.[14]

Nicht feinstofflich ist in den meisten klassischen hinduistischen Lehren die Lebensenergie Prana (Sanskrit प्राण), die in etwa der chinesischen Vorstellung des Qis (chin.  / ) entspricht.[15] Diese Energien sollen weder eine physische noch eine geistige Natur haben. In vielen esoterischen Adaptationen dieser Lehren hingegen sind auch Prana und Qi feinstofflicher Natur.

Im Mahayana-Buddhismus wird gelehrt, dass Buddha drei Kaya (Sanskrit काय) Leibe gehabt habe. Ein grobstofflicher Körper Nirmāṇa-kāya (Sanskrit निर्माणकाय), der auf der Erde erscheint, ein feinstofflicher Körper Saṃbhoga-kāya (Sanskrit संभोगकाय), der in den überirdischen Welten erscheint und einen Dharma-kāya (Sanskrit: धर्मकाय), der als absolute Wesenheit über alle Beschreibungen und Personifikation hinausgeht und vielmehr auf das Dharma (Sanskrit धर्म), die Ethik, verweist.[16]

Bedeutung in den Naturreligionen Polynesiens

Feinstoffliche Konzepte sind auch in den Naturreligionen der polynesischen Kultur von Bedeutung. Diese Glaubensvorstellungen werden unter anderem von zwei sich entgegenstehenden Kräften – dem Mana und dem Tabu – bestimmt. Das Mana ist mit den östlichen Vorstellungen von Prana oder Qi vergleichbar. Es kennzeichnet eine Macht spiritueller oder weltlicher Natur. Das Tabu hingegen ist ein starkes Verbot oder ein Bann. Beide Mächte sind in diesen Glaubensvorstellungen feinstofflich und deswegen unsichtbar existent und gleichzeitig extrem wirksam.[17]

Esoterik

Darstellung des Astralleibs eines durchschnittlichen Mannes von Charles Webster Leadbeater

Viele esoterische Konzepte sind direkt aus religiösen Vorstellungen abgeleitet oder übernommen (Synkretismus). So ist zum Beispiel die Huna-Esoterik eine Interpretation der Hawaiischen Religion, in der wie in den anderen Naturreligionen Polynesiens feinstoffliche Konzepte vertreten sind.[18] Tantristische Lehren und damit auch das Neotantra sind esoterische Interpretationen hinduistischer und buddhistischer Elemente.[19] Auch die Wurzeln von Denkansätzen wie in der Theosophie und Anthroposophie lassen sich bis in die Spätantike zurückverfolgen.

Theosophie und Anthroposophie

In der Theosophie, weniger in der Anthroposophie, ist der Begriff der Feinstofflichkeit vor allem mit den Konzepten von Astralleib und Ätherleib verbunden. Nach dieser Vorstellung ist der grobstoffliche Körper des Menschen von einem feinstofflichen Ätherleib umgeben und durchdrungen, der wiederum von einem ebenfalls feinstofflichen Astralleib umhüllt ist.[20] Der Ätherleib ist in dieser Vorstellung der unmittelbare Bildner und Erhalter des physischen Leibes, der ohne dessen ätherische kraftbildende Tätigkeit verfallen würde. Substanziell entstamme der Ätherleib einer lichthaften Ätherwelt.[21]

Der Astralleib soll nach Rudolf Steiner über den Ätherleib hinausreichen und ihn durchdringen.[22] Er sei die Substanz, aus der die menschliche Seele gewoben ist. Der Astralleib bilde die menschlichen Emotionen wie Lust und Unlust, aber auch Leidenschaften und Triebe nach außen ab. Er bilde eine relativ eigenständige Wesenheit und werde erst etwa mit dem 14. Lebensjahr geboren, während er bis dahin noch in eine weitere Astralsphäre eingebettet ist.[23][24]

Der Begriff „feinstofflich“ ist innerhalb der Anthroposophie nicht unumstritten. Steiner selbst verwendete ihn einerseits etwa in Aus der Akasha-Chronik zunächst selbst noch:[25]
Jetzt trat die Trennung ein; die feinere Stofflichkeit, die alles in sich schließt, was vorher der Seele die Möglichkeit gegeben hatte, unmittelbar belebend zu wirken, sonderte sich als Sonne ab.

Andererseits distanzierte er sich bereits 1909 in einem öffentlichen Vortrag von einem damit verbundenen „Eindringen materialistischer Vorstellungen in eine geistige Weltanschauung“, wenn man etwa dauernd von irgendwelchen „vibrations“ spreche und sich den Ätherleib nur als ein durch „höhere Schwingungen“ verfeinerten physischen Leib vorstelle:[26]
Da spricht man dann vom Geistigen nicht als vom Geist, sondern als ob der Geist nur eine unendlich verfeinerte nebulose Materie sei.

Andere Autoren wie Franz Hartmann, Max Heindel, Dion Fortune oder Mária Szepes verwenden den Terminus aber durchgehend.

Über die Anthroposophie hat der Begriff auch Einzug in den Biologisch-dynamischen Landbau gehalten. So werden zum Beispiel spezielle Kompostpräperate eingesetzt, in denen ähnlich wie bei der Homöopathie nicht messbare feinstoffliche Inhalte wirken sollen.[27]

Tantrismus

Tantristische Darstellung des Kundalinisystems mit Kanälen im Zentrum

Im Tantrismus wird angenommen, der Körper sei von einem System feinstofflicher Energiezentren, den Chakras, und Energiekanälen, den Nadis, durchzogen. Durch diese Kanäle fließe die universelle Lebensenergie, das Prana. Sie verbänden den grobstofflichen Körper mit dem feinstofflichen Körper, der diesen umgebe, und Purusha oder Atman genannt wird. Die Chakras selbst seien Wohnstätten verschiedener Götter, Shakti, die Gottmutter, zum Beispiel sei eine Kundalini genannte ätherische Kraft, die an der Basis der Wirbelsäule lokalisiert sei. Durch bestimmte Übungen vor allem des Kundalini-Yoga ließen sich diese feinstofflichen Zentren stimulieren; hierdurch könnten Geistheilungen durchgeführt werden oder die Öffnung des „Dritten Auges“ bewirkt werden, durch das die feinstoffliche Welt wahrgenommen werden könne.[28] Auch das deutlich jüngere Sahaja Yoga versucht feinstoffliche Körperzentren zu stimulieren.[29]

Huna

In der Huna-Lehre wird postuliert, dass die gesamte reale Welt von einer feinstofflichen „Aka“ genannten Substanz durchdrungen sei. Aus dieser Aka-Substanz soll eine feinstoffliche Matrix, der sogenannte Schattenkörper bestehen, der wie eine Blaupause jede konkrete Erscheinung abbilde. Dies gelte dabei nicht nur für die physische Erscheinung der Dinge, sondern ebenso für flüchtige Erscheinungen, wie zum Beispiel menschliche Gedanken und Gefühle. Verändere sich nun diese Matrix, dann verändere sich auch die Realität.[30]

Andere Vorstellungen

Kirlianfotografie zweier Münzen

Eine Technik, die feinstoffliche Phänomene sichtbar machen soll, ist die von Semjon und Valentina Kirlian entwickelte Kirlianfotografie. Einige wenige Esoteriker und Alternativmediziner behaupten, die Koronaentladungen auf den Bildern zeigten die feinstoffliche Aura der abgebildeten Materie.[31] Auch die Radiästhesie oder Radionik versucht feinstoffliche Phänomene messbar zu machen.[32]

Ellen Greve, die sich selbst Jasmuheen nennt, verbreitete die Theorie, dass sich Menschen mittels Lichtfasten von feinstofflicher Materie, die mit dem Licht der Sonne im Prana auf die Erde komme, ernähren könnten und so auf herkömmliche grobstoffliche Nahrung verzichten könnten.[33] Dem Lichtfasten werden einige Todesfälle durch Dehydrierung angelastet.[34]

Charles Robert Richet erklärte Ende des 19. Jahrhunderts, dass ein feinstoffliches Ektoplasma existiere, das von Medien während der Kontaktaufnahme mit übernatürlichen Wesenheiten abgesondert werde. Dabei handele es sich um Materialisationen von Geistern. Solche Phänomene wurden zwar fotografiert, sind aber nicht wissenschaftlich erklärt oder anerkannt.[35]

Auch in Teilen der Alternativmedizin sind feinstoffliche Vorstellungen verbreitet. Vertreter der Homöopathiebewegung[36] und vor allem der Bach-Blütentherapie[37] berufen sich auf nicht messbare feinstoffliche Inhalte der verfügbaren Medikamente oder Essenzen. Diese feinstofflichen Inhaltsstoffe sollen direkt auf die Seele wirken können. Bei der Klangmassage sollen feinstoffliche Blockaden gelöst werden. Auch in der ayurvedischen Ernährungslehre existiert eine Ojas genannte feinstoffliche Substanz. Hinweise auf eine überplaceboide medizinische Wirksamkeit dieser Therapien gibt es nicht.[38]

Einzelnachweise


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