Astérix
Dieser Artikel handelt von der Comicserie Asterix und Obelix; zu anderen Bedeutungen dieses Begriffes siehe Asterix (Begriffsklärung).
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Asterix-Wandgemälde in Brüssel
Albert Uderzo, Zeichner und Mitautor von Asterix (2005)

Asterix (im Original: Astérix le Gaulois) ist der Titel der von Autor René Goscinny (1926–1977) und Zeichner Albert Uderzo (* 1927) geschaffenen erfolgreichsten französischen Comicserie. Die Abenteuer des Titelhelden wurden in bislang 32 albenlangen Geschichten mit zumeist 44 Seiten präsentiert. Einige Abenteuer wurden auch verfilmt, dazu gibt es noch eine Reihe von Kurzgeschichten. Die ausgewogene Kombination von subtilem und satirischem Humor mit grobem Klamauk spricht eine ungewöhnlich breite Leserschaft durch alle Altersgruppen und sozialen Schichten an. Asterix gehört zudem zu den wenigen Comics, die auch im Schulunterricht, vor allem im Fremdsprachenunterricht für Französisch, Latein und Altgriechisch, verwendet werden. Der Name „Asterix“ leitet sich von dem typografischen Zeichen Asterisk ab, griechisch für Sternchen ἀστερίσκος, asterískos.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Die Geschichten spielen um das Jahr 50 v. Chr. in Gallien (Frankreich). Die Protagonisten leben in einem kleinen fiktiven Küstendorf in Aremorica (heute Bretagne), im Nordwesten Galliens, in der Nähe von Condate (Rennes). Asterix und die übrigen Dorfbewohner haben durch einen Zaubertrank, der vom Druiden Miraculix gebraut wird, übermenschliche Kräfte und halten mit dessen Hilfe die römische Armee auf Distanz, die von den vier befestigten Lagern Kleinbonum, Babaorum, Aquarium und Laudanum aus das Dorf bedroht. In den Geschichten ist das Dorf daher der einzige Ort in Gallien, der im Jahre 50 v. Chr. nicht von den Römern unter Julius Caesar erobert und besetzt werden konnte.

Asterix, von Beruf Krieger, zeichnet sich durch besondere Pfiffigkeit aus. Er stellt durch seine geringe Größe (ca. 1,20 m) und schmächtige Gestalt zumindest äußerlich einen Gegenpol zu den in der Comicwelt sonst üblichen Helden dar.[1] Im Kontrast dazu agiert der große (ca. 2,10 m) und wohlbeleibte, aber sensible und einfältige Obelix als ständiger Begleiter. Seit dem Band Tour de France werden die beiden auf vielen Abenteuern von Obelix’ kleinem Hund Idefix begleitet, der ein verspieltes Element in die Zweierbeziehung bringt. Gelegentlich werden sie auch von anderen Dorfbewohnern, so dem Häuptling Majestix, dem Druiden Miraculix oder dem Barden Troubadix, begleitet.

Die diversen Geschichten spielen – seit den 1970er Jahren in stetigem Wechsel – entweder in der unmittelbaren Umgebung des Gallierdorfes oder auf Reisen, oft in andere Länder. Die im Dorf angesiedelten Abenteuer drehen sich häufig um die (glücklosen) Versuche der römischen Armee, es mit einer neuen Taktik anzugreifen, es zu schwächen, den Druiden am Brauen des Zaubertranks zu hindern oder den Zaubertrank für eigene Zwecke zu nutzen. Ein beliebtes Handlungsmotiv in den „Dorf-Geschichten“ ist ferner das des (gelegentlich mit den Römern kollaborierenden) Fremden im Dorf, der die Bewohner gegeneinander aufbringt. In den anderen Geschichten verschlägt es Asterix und Obelix in andere Teile der antiken Welt (und darüber hinaus), oft im Auftrag von Majestix oder Miraculix, um z. B. anderen von den Römern unterdrückten Völkern beizustehen.

Figuren

→ Siehe Hauptartikel: Figuren aus Asterix

Schauplatz

Haus im Parc Astérix bei Paris

Das Heimatdorf von Asterix, oft als „kleines gallisches Dorf“ oder auch „Dorf der Verrückten“ bezeichnet, hat keinen Namen und ist rein fiktiv. Für die Wahl des Ortes gab Goscinny die Nähe zur Küste vor, da die Gallier oft Reisen per Schiff unternehmen sollten. Uderzo wählte die Bretagne, da er sich dort während des Zweiten Weltkrieges zeitweise aufgehalten hatte und daher die Örtlichkeiten und die Landschaft kannte. Die Lage des Dorfes ist rein spekulativ, da Uderzo keinen bestimmten Ort im Auge hatte. Auch die in den Geschichten abgebildeten Ansichten des Dorfes sind oft widersprüchlich (Häuser wechseln ihre Position, etc.). Meistens liegt es in der Nähe einer Steilküste an einem Strand mit vorgelagerten Inseln. Es wird von einem Bach durchzogen, einzelne Felsen in Ufernähe werden von Obelix für die Produktion von Hinkelsteinen verwendet. Als möglicher Ort wird oft Erquy im Département Côtes-d’Armor genannt, allerdings widerspricht dies einigen Lageplänen des Dorfes in den Alben. Hiervon und von den örtlichen Gegebenheiten ausgehend wurde der Ort Le Moulin de la Rive im Département Finistère westlich von Locquirec genannt. Ein Indiz für die ungefähre Lokalisierung des Ortes sind die verschiedenen Kartenausschnitte, die innerhalb der Bände an mehreren Stellen auftreten, so etwa in Band XIV, S. 27. Demnach muss das Dorf etwa zwischen den Orten St. Pol de Leon und Plouescat liegen, denn von diesem Küstenabschnitt aus legt in besagtem Kartenausschnitt das Boot von Asterix ab. Im Film Asterix und die Wikinger wird das Dorf an der Küste vor Penvénan, ebenfalls im Département Côtes-d’Armor, aber weit westlich von Erquy, gezeigt.

Auch über die Größe des gallischen Dorfes wird oft spekuliert. Es werden weit mehr Einwohner gezeigt, als auf den Gesamtansichten die Anzahl der Häuser (ca. 20) vermuten lässt. Auch sind die eingezeichneten landwirtschaftlichen Flächen des vollständig von Wäldern umgebenen Dorfes zu klein. Im Verhältnis zur Anzahl der gezeigten Erwachsenen werden sehr wenige Kinder und Jugendliche gezeigt.

Besonderheiten und Interpretationen

Die Asterix-Geschichten schildern die Welt zur Zeit des Imperium Romanum mit erstaunlicher Genauigkeit, die eine entsprechende Vorbereitung der Autoren erkennen lässt. Es gibt aber auch eine Reihe von unbeabsichtigten oder akzeptierten Anachronismen, z.B. stammen das Stadtbild von Rom und die Legionärsrüstungen aus einer rund 100 Jahre später liegenden Zeit. Anspielungen auf moderne Ideen oder Gegenstände werden hingegen bewusst als humoristisches Element eingebracht. Daneben leben die Geschichten von der satirischen Überzeichnung üblicher sozialer Klischees, insbesondere im Zusammenhang mit den Geschlechterrollen, dem Generationenkonflikt und dem Konflikt zwischen Land- und Stadtbevölkerung. Geschäftsgebaren, das Verhalten der Amtsinhaber, militärischer Stumpfsinn und andere, meist moderne Probleme werden ebenso karikiert.

Eine wesentliche Rolle spielen Anachronismen auch bei den Zusammentreffen von Asterix und Obelix mit Vertretern anderer Völker, deren heutige spezifische Eigenarten und jeweilige Kulturen aus französischer Sicht – zugleich mit den in dieser Sicht enthaltenen Klischees – parodiert werden. So pflegen die Briten jeden einzelnen Grashalm auf ihrem „englischen“ Rasen und trinken pünktlich um 5 Uhr ihre Tasse heißes Wasser mit Milch (Teeblätter werden erst durch Asterix als Kulturbringer eingeführt). Die Goten (als Abbild der Deutschen), deren Sprechblasentexte in Frakturschrift gehalten sind, erscheinen als grausame Militaristen mit preußischer Pickelhaube, die Normannen als furchtlose Krieger, die Calvados aus Schädeln trinken und alle Speisen „à la crème“ zubereiten. Bei den Helvetiern als Vorfahren der Schweizer treffen die Gallier auf penibel genaue Uhren, Bankschließfächer und Käsefondue. Die Römer schließlich teilen sich in einer Vielzahl von lateinischen Zitaten mit, die bei französischen Schülern als allgemein bekannt vorausgesetzt werden, so dass sie in der französischen Ausgabe im Gegensatz zu Ausgaben in anderen Sprachen nicht in Fußnoten übersetzt werden. Dem römischen Ordnungssinn wird oft ein gallisches/französisches Laissez-faire entgegengestellt.

Charakteristisch für das internationale Figurenpersonal der Serie sind die Endungen der Namen, die jeweils streng die Nationalität anzeigen, so steht -ix für alle Gallier (abgeleitet von Vercingetorix, dessen Endung -rix im Keltischen „König“ bedeutet; auch Belgier sind laut Caesars Buch vom Gallischen Krieg ein gallisches Volk), -ax für Briten, -ik für Goten, -af für Normannen, -is für Ägypter, -us für Römer und -os oder -as für Griechen. Die Namen der gallischen Frauen enden sowohl im französischen Original als auch in der deutschen Übersetzung meistens auf „-ine“. Römische und korsische Frauennamen enden auf -a. Diese Endungen finden sich – soweit sprachlich möglich – auch jeweils in den Übersetzungen der Hefte wieder.

In der französischen Originalfassung ist eine Vielzahl für uns heute kaum erkennbarer Anspielungen auf das politische Tagesgeschehen Frankreichs in der Entstehungszeit der Geschichten enthalten. Asterix galt stets auch als politische Satire, auch wenn dies nicht dem Selbstverständnis der Autoren entsprach. Die Grundidee der Asterix-Geschichten, der erfolgreiche Kampf von David gegen Goliath, wird gelegentlich dahingehend interpretiert, dass das unbeugsame Dorf die Résistance symbolisiert, während das Römische Reich für die deutschen Eindringlinge steht. Besonders deutlich wird dies im Band Tour de France, in welchem dem gejagten Gallierpaar Asterix und Obelix von den verschiedensten „Widerstandsgruppen“ in den Städten geholfen wird. Andere Interpretationen unterstellen den Autoren gaullistische Tendenzen. Beide Autoren haben aber stets jeden politischen Hintergedanken dementiert und betont, dass sie ausschließlich unterhalten wollen. In erster Linie werden nicht die anderen Völker parodiert, sondern die französischen Vorurteile über diese.

Anspielungen auf Kunstwerke

  • In Asterix bei den Belgiern wird auf der vorletzten Seite das Schlussbankett bei den Belgiern dargestellt. Dieses Bild ist in seiner Gänze eine Anspielung auf das Gemälde Bauernhochzeit von Pieter Brueghel.
  • In Asterix als Legionär bilden die Piraten nach dem obligaten Schiffbruch auf einem Wrackteil ein Tableau, das dem Floß der Medusa von Théodore Géricault entspricht. In der französischen Originalausgabe sagt der Kapitän zusätzlich: « Je suis médusé » (deutsch: „Ich bin versteinert“).
  • Die Posen, die einer der von Tifus angebotenen Sklaven in Die Lorbeeren des Cäsar einnimmt, sind berühmten antiken und modernen Skulpturen entlehnt: dem Diskuswerfer von Myron, dem Laokoon aus der Laokoongruppe (heute in den Vatikanischen Sammlungen) und dem Denker von Rodin.
  • In Der Seher ist Anatomie des Dr. Tulp von Rembrandt van Rijn beim Lesen eines Fisches karikiert.
  • In Die große Überfahrt besteigt Asterix, um die Aufmerksamkeit eines vorbeifahrenden Schiffes zu wecken, einen sockelartigen Felsblock auf einer kleinen, der Küste vorgelagerten Insel. Dabei hält er ein Pergamentbündel in seiner linken Hand, und mit der rechten eine Fackel erhoben. Diese Komposition spielt auf die Freiheitsstatue an.

Karikaturen bekannter Persönlichkeiten und Anspielungen auf andere Comicserien

Die Autoren karikieren in ihren Figuren öfters bekannte Schauspieler, ebenso finden sich auch Anspielungen oder Gastauftritte anderer Comic-Serien.

  • In Asterix bei den Belgiern haben die beiden Detektive Schulze & Schultze aus der Comic-Serie Tim und Struppi einen Gastauftritt. Eine Anspielung auf Tim selbst ist die Haartolle des Belgiers Mannekenpix im Heft Asterix als Legionär.

Außerdem wird in diesem Band Eddy Merckx dargestellt zu der Bildüberschrift „Man schickt Boten aus“.

  • In Asterix bei den Briten tauchen vier Sänger auf, die an die Beatles erinnern.
  • In Asterix in Spanien haben Don Quijote und Sancho Pansa einen Gastauftritt.
  • Der Zenturio Aerobus im Heft Streit um Asterix ist eine Karikatur des französischen Schauspielers Lino Ventura.
  • In Obelix GmbH & Co. KG tauchen zwei römische Legionäre auf, die an Laurel und Hardy erinnern. Die Figur des im gleichen Band auftauchenden Technokratus wurde in Anlehnung an den ehemaligen französischen Präsidenten Jacques Chirac geschaffen.
  • In Gallien in Gefahr taucht Arnold Schwarzenegger in einem Superman-Kostüm auf.
  • In Die Odyssee taucht ein gallischer Druide mit dem Namen Nullnullsix auf. Diese Figur ist eine Anspielung auf den bekannten Geheimagenten James Bond und eine Karikatur Sean Connerys. Im gleichen Band taucht auch der römische Agent Musencus auf, der das Antlitz des französischen Schauspielers Bernard Blier trägt.
  • Einen wunderschönen Gastauftritt erhielt das eigene Haus von Uderzo (Reetdach mit Tulpen) im SEHER (in der Klammer Seite 9 )
  • In Die Goldene Sichel ist beim Rennen in Le Mans ein Wagenlenker zu sehen, der an den Zeichner Jean Graton (Schöpfer der Comics rund um den Rennfahrer Michel Vaillant) erinnert.

Running Gags

Wesentlichen Anteil am typischen Humor der Serie haben Running Gags. Viele Ereignisse, zumeist solche, die sich am Rande ereignen, wiederholen sich seit Jahrzehnten in fast jedem Band in immer neuem Zusammenhang. Für die Kenner der Reihe gehören sie zum unverzichtbaren Bestandteil einer jeden Folge; dabei sind Abweichungen von dem üblichen Ablauf oft besondere Pointen.

Einige Beispiele:

  • Die „Stilllegung“ des Barden Troubadix, insbesondere zum traditionellen Schlussbankett, meist durch den Schmied Automatix.
  • Der Kommentar von Obelix zu allen ihm unverständlichen Verhaltensweisen: „Die spinnen, die Römer!“ (oder: Briten, Griechen, Ägypter usw.)
  • Der keilereiauslösende Disput des Schmiedes Automatix mit dem Fischhändler Verleihnix über die Frische von dessen Fischen.
  • Die diversen Stürze des Häuptlings Majestix von seinem Schild, wobei meist den Trägern die Schuld zugewiesen wird.
  • Die fast immer vergeblichen Versuche des als kleiner Junge in einen Topf mit Zaubertrank gefallenen Obelix, den Trank erneut verabreicht zu bekommen (die außer im Band Asterix und Kleopatra und Obelix auf Kreuzfahrt nie von Erfolg gekrönt sind).
  • Die empfindlichen Reaktionen von Obelix, wenn er als dick bezeichnet wird („Wer ist hier dick?“, „Ich seh hier keinen Dicken, Du, Asterix?“, „Hier gibt's keine zwei Dicken! Höchstens einen und der ist nicht dick!“).
  • Der übermäßige Appetit von Obelix und seine besondere Vorliebe für Wildschweine in allen Variationen mit Ausnahme der gekochten Zubereitung in Pfefferminzsauce („Das arme Schwein.“).
  • Die Zerstörung von Türen aller Art durch Obelix, wenn dieser nur anklopft.
  • Die Sympathie des Hündchens Idefix für Bäume, die es in Tränen ausbrechen lässt, wenn Bäume gefällt werden.
  • Die Zusammentreffen von Asterix und Obelix mit der Piratenbande unter Rotbart, dessen Schiff dabei fast immer versenkt wird. Die Figuren der Piraten sind der Comic-Serie Der rote Korsar entnommen. In Asterix und der Kupferkessel gibt es eine Ausnahme.
  • Die altklugen lateinischen Zitate des Piraten Dreibein, meist nach der Versenkung des Schiffes durch die Gallier.

Geschichte der Serie

Asterix wurde speziell für den Start der erstmals 1959 erschienenen französischen Jugendzeitschrift Pilote erfunden, deren langjähriger Chefredakteur später Goscinny war (Uderzo wurde Art Director). Die erste Seite der ersten Geschichte Asterix der Gallier kam erstmals in der Null-Nummer dieser Zeitschrift zum Abdruck, und dann in der offiziellen Nummer 1 vom 29. Oktober 1959. Die Asterix-Abenteuer wurden in Pilote in Fortsetzungen von jeweils ein bis zwei Seiten vorabveröffentlicht und anschließend in für erfolgreiche Comic-Serien obligatorischen Comic-Alben zusammengefasst, die die Geschichten in ihrer Gänze präsentieren. Durch die ursprüngliche seitenweise Veröffentlichung ist der Ablauf der früheren Geschichten geprägt, die auf jeder Seite mit einer spannenden Situation enden (sog. Cliffhanger), um zum Kauf des nächsten Heftes anzuregen.

Nach der Trennung von Goscinny und Uderzo von Pilote im Jahr 1974 erfolgte die Erstveröffentlichung meist direkt in Albenform. Nach Goscinnys Tod im Jahre 1977 führte Uderzo die Comicreihe allein weiter, nun zusätzlich als Autor. Während die zeichnerische Qualität in den seitdem entstandenen Geschichten unverändert hoch ist, vermissen viele Fans den Humor und das erzählerische Können Goscinnys. Andererseits stellt nach wie vor jeder neue Asterix-Band einen neuen Auflagenrekord auf, wobei auch ein geschicktes Marketing eine wesentliche Rolle spielt: Während es früher noch in einigen Fällen zu Vorabveröffentlichungen kam, wird der Inhalt der Geschichten heute bis zum gleichzeitigen Start in vielen Ländern mit großem Aufwand geheim gehalten.

Bände

Übersicht

Bislang wurden 32 albenlange Asterix-Geschichten veröffentlicht. Sie wurden anfangs von René Goscinny getextet und von Albert Uderzo gezeichnet. Ab Geschichte 25, nach dem Tod Goscinnys, stammen die Texte auch von Uderzo. Hinzu kommen noch im Laufe der Zeit verfasste Kurzgeschichten, die überwiegend auch in Alben zusammengestellt veröffentlicht wurden. Die aktuell zum Nachdruck freigegebenen Kurzgeschichten werden im Rahmen der Reihen der verschiedenen Verlage zwischen der Geschichte 31 und 32 als Band 32 Asterix plaudert aus der Schule zusammengefasst. Dadurch wird die Geschichte 32 im Band 33 veröffentlicht. Einige dieser Kurzgeschichten wurden noch von René Goscinny getextet, allerdings hat Albert Uderzo auch schon verlauten lassen, dass René Goscinny ihn auch unter beider Namen erschienene Kurzgeschichten alleine erstellen ließ.

Die Bände 2 bis 7 erschienen in Deutschland in abweichender Reihenfolge. Grund war nach einigen Angaben der große Erfolg des Filmes Asterix und Kleopatra, nach anderen vorherige Veröffentlichungen einige dieser Bände in deutschen Jugend-Zeitschriften. Sie werden hier mit den deutschen Nummern, aber in der Reihenfolge ihrer Originalveröffentlichungen wiedergegeben. Beim Lesen empfiehlt es sich, diese Originalreihenfolge einzuhalten, da sonst einige Chronologiefehler entstehen (z. B. die Treffen mit den Piraten und das Auftauchen von Idefix). Auch die Übersetzungen in andere Sprachen wurden teils in abweichender Reihenfolge veröffentlicht. Als Beispiel weist die nachfolgende Tabelle auch die Reihenfolge der lateinischen Übersetzung aus.

Die Asterix-Bände
Nr.
dt. Ausgabe
Deutscher Titel Jahr
dt. Ausgabe
Nr.
fr. Ausgabe
Französischer Originaltitel Jahr
fr. Ausgabe
Nr.
lat. Ausgabe
Lateinischer Titel
000000000000001.00000000001 Asterix der Gallier 1968 000000000000001.00000000001 Astérix le Gaulois 1961 000000000000001.00000000001 Asterix Gallus
000000000000005.00000000005 Die goldene Sichel 1970 000000000000002.00000000002 La Serpe d'or 1962 000000000000002.00000000002 Falx Aurea
000000000000007.00000000007 Asterix und die Goten 1970 000000000000003.00000000003 Astérix chez les Goths 1963 000000000000003.00000000003 Asterix apud Gothos
000000000000003.00000000003 Asterix als Gladiator 1969 000000000000004.00000000004 Astérix gladiateur 1964 000000000000004.00000000004 Asterix Gladiator
000000000000006.00000000006 Tour de France 1970 000000000000005.00000000005 Le Tour de Gaule d'Astérix 1965 000000000000005.00000000005 Iter Gallicum
000000000000002.00000000002 Asterix und Kleopatra 1968 000000000000006.00000000006 Astérix et Cléopâtre 1965 000000000000006.00000000006 Asterix et Cleopatra
000000000000004.00000000004 Der Kampf der Häuptlinge 1969 000000000000007.00000000007 Le Combat des Chefs 1966 000000000000007.00000000007 Certamen Principum
000000000000008.00000000008 Asterix bei den Briten 1971 000000000000008.00000000008 Astérix chez les Bretons 1966 000000000000009.00000000009 Asterix apud Britannos
000000000000009.00000000009 Asterix und die Normannen 1971 000000000000009.00000000009 Astérix et les Normands 1966 000000000000011.000000000011 Asterix apud Normanni
000000000000010.000000000010 Asterix als Legionär 1971 000000000000010.000000000010 Astérix légionnaire 1967 000000000000013.000000000013 Asterix Legionarius
000000000000011.000000000011 Asterix und der Arvernerschild 1972 000000000000011.000000000011 Le Bouclier Arverne 1968 000000000000014.000000000014 Clipeus Avernus
000000000000012.000000000012 Asterix bei den Olympischen Spielen 1972 000000000000012.000000000012 Astérix aux Jeux Olympiques 1968 000000000000015.000000000015 Asterix Olympius
000000000000013.000000000013 Asterix und der Kupferkessel 1972 000000000000013.000000000013 Le Chaudron 1969 000000000000016.000000000016 Asterix atque Olla Cypria
000000000000014.000000000014 Asterix in Spanien 1973 000000000000014.000000000014 Astérix en Hispanie 1969 000000000000017.000000000017 Asterix in Hispania
000000000000015.000000000015 Streit um Asterix 1973 000000000000015.000000000015 La Zizanie 1970 000000000000019.000000000019 Tumultus de Asterige
000000000000016.000000000016 Asterix bei den Schweizern 1973 000000000000016.000000000016 Astérix chez les Helvètes 1970 000000000000023.000000000023 Asterix apud Helvetios
000000000000017.000000000017 Die Trabantenstadt 1974 000000000000017.000000000017 Le Domaine des Dieux 1971 000000000001000.00000000001.000
000000000000018.000000000018 Die Lorbeeren des Cäsar 1974 000000000000018.000000000018 Les Lauriers de César 1972 000000000001000.00000000001.000
000000000000019.000000000019 Der Seher 1975 000000000000019.000000000019 Le Devin 1972 000000000001000.00000000001.000
000000000000020.000000000020 Asterix auf Korsika 1975 000000000000020.000000000020 Astérix en Corse 1973 000000000001000.00000000001.000
000000000000021.000000000021 Das Geschenk Cäsars 1976 000000000000021.000000000021 Le Cadeau de César 1974 000000000001000.00000000001.000
000000000000022.000000000022 Die große Überfahrt 1976 000000000000022.000000000022 La Grande Traversée 1975 000000000001000.00000000001.000
000000000000023.000000000023 Obelix GmbH & Co. KG 1978 000000000000023.000000000023 Obélix et compagnie 1976 000000000001000.00000000001.000
000000000000024.000000000024 Asterix bei den Belgiern 1979 000000000000024.000000000024 Astérix chez les Belges 1979 000000000001000.00000000001.000
000000000000025.000000000025 Der große Graben 1980 000000000000025.000000000025 Le Grand Fossé 1980 000000000000008.00000000008 Fossa Alta
000000000000026.000000000026 Die Odyssee 1982 000000000000026.000000000026 L'Odyssée d'Astérix 1981 000000000000010.000000000010 Odyssea Asterigis
000000000000027.000000000027 Der Sohn des Asterix 1983 000000000000027.000000000027 Le Fils d'Astérix 1983 000000000000012.000000000012 Filius Asterigis
000000000000028.000000000028 Asterix im Morgenland 1987 000000000000028.000000000028 Astérix chez Rahàzade 1987 000000000000018.000000000018 Asterix Orientalis
000000000000029.000000000029 Asterix und Maestria 1991 000000000000029.000000000029 La rose et la glaive 1991 000000000000020.000000000020 Asterix et Maestria
000000000000030.000000000030 Obelix auf Kreuzfahrt 1996 000000000000030.000000000030 La galère d'Obélix 1996 000000000000021.000000000021 Actuaria Obeligis
000000000000031.000000000031 Asterix und Latraviata 2001 000000000000031.000000000031 Astérix et Latraviata 2001 000000000000022.000000000022 Asterix et Latraviata
000000000000032.000000000032 Asterix plaudert aus der Schule 2003 000000000000032.000000000032 Astérix et la rentrée gauloise 2003 000000000001000.00000000001.000
000000000000033.000000000033 Gallien in Gefahr 2005 000000000000033.000000000033 Le ciel lui tombe sur la tête 2005 000000000001000.00000000001.000

Geschichten im Einzelnen

Asterix der Gallier
Die Römer wollen hinter das Geheimnis der übermenschlichen Kräfte der Gallier kommen und entführen zu diesem Zwecke den Druiden Miraculix. Doch dieser und der zur Hilfe geeilte Asterix führen die Römer mit Hilfe eines Haarwuchsmittels an der Nase herum. Dieser Band, der die wichtigsten Figuren einführt, stellt sowohl graphisch als auch inhaltlich noch ein Experiment dar. Obelix spielt nur eine untergeordnete Rolle, viele später für die Comicreihe typische Elemente fehlen noch.
Die goldene Sichel
Asterix und Obelix begeben sich nach Lutetia, dem antiken Paris, um dort für Miraculix eine goldene Sichel zu erwerben, ohne die die Misteln für den Zaubertrank keine Zauberkraft haben. Doch wird der Sichelmarkt in Lutetia von einer Schieberbande beherrscht, die Wucherpreise verlangt. In diesem zweiten Band erscheint Obelix erstmals als ständiger Begleiter von Asterix, gleichzeitig wird das wesentliche Stilelement der neuzeitlichen Anspielungen eingeführt.
Asterix und die Goten
Beim jährlichen Druidentreffen im Karnutenwald (das bereits im vorangegangenen Band erwähnt wurde) wird Miraculix wegen des Zaubertrankes diesmal von Goten nach Germanien entführt. Asterix und Obelix befreien ihn, und die drei entfachen einen Bürgerkrieg, indem sie mehreren Goten Zaubertrank verabreichen und sie zum Kampf gegeneinander anspornen. Die Goten stehen in diesem Band für machtgierige, militaristische Deutsche (mit Sprechblasen in Frakturschrift), vor denen ihre Nachbarn nur sicher sind, solange sie untereinander zerstritten und geteilt sind.
Asterix als Gladiator
Troubadix, der Barde des Dorfes, wird von den Römern gefangen, um in Rom Cäsar zum Geburtstagsgeschenk gemacht zu werden. Dieser kann mit dem Barden nichts anfangen und will ihn im Kolosseum den Löwen zum Fraß vorwerfen. Asterix und Obelix reisen Troubadix nach und lassen sich zu Gladiatoren ausbilden, um zu ihm vordringen zu können. Durch ihre übermenschlichen Kräfte können sie im Circus so beeindrucken, dass sie mit ihrem Freund zurückkehren dürfen. Dieser Band behandelt die Freude der Römer an Bädern und grausamen Zirkusspielen. Sowohl die Piraten als auch Obelix’ Spruch „Die spinnen, die Römer!“ erscheinen hier erstmals.
Tour de France
Um zu beweisen, dass sich das gallische Dorf durch die Römer nicht isolieren lässt, machen Asterix und Obelix eine Tour durch Gallien. Als Beleg sammeln sie bei jedem Etappenziel die regionale Spezialität, immer auf der Flucht vor den Römern. Diese Geschichte ist eine Hommage an das gleichnamige Radrennen (einige der besuchten Orte waren Etappenziele bei der ersten Austragung 1903), während die Unterstützung durch die gallische Bevölkerung der Résistance ein Denkmal setzt. Hier erscheint zum ersten Mal der kleine Hund Idefix. Er folgt den beiden nach dem Kauf von Schinken in Lutetia, wird jedoch erst bei ihrer Rückkehr im Dorf von Obelix bemerkt.
Asterix und Kleopatra
Um Caesar zu beweisen, dass das ägyptische Volk immer noch zu großen Taten fähig ist, befiehlt die ägyptische Königin Kleopatra den Bau eines Palastes. Unter Androhung der Todesstrafe erhält der mäßig fähige Architekt Numerobis eine Baufrist von drei Monaten, die er nur mit Hilfe des Zaubertrankes seines alten Bekannten Miraculix einhalten können wird. Doch die Römer, wie auch sein missgünstiger Konkurrent, der Architekt Pyradonis, wollen den Bau verhindern. Die Geschichte spielt insbesondere auf den wenige Monate zuvor angelaufenen Monumentalfilm Cleopatra (1963) an.
Der Kampf der Häuptlinge
Augenblix (in den ersten Auflagen Aplusbegalix), der romfreundliche Häuptling eines Nachbardorfes, fordert auf Veranlassung der Römer Majestix zu einem Zweikampf um die Herrschaft über dessen Dorf heraus. Durch einen unglücklichen Hinkelsteinwurf von Obelix hat Miraculix das Gedächtnis verloren, so dass Majestix sich nach einem Training durch Asterix ohne Zaubertrank bewähren muss. Dieser Band spielt auf die französischen Kollaborateure während des Zweiten Weltkriegs an (evtl. auch schon auf den französischen Präsidentenwahlkampf im Jahr nach der Erstveröffentlichung). Die später als Kurzgeschichte gefasste Ankündigung der Geschichte ist im Stil einer Pressekonferenz von Charles de Gaulle gehalten.
Asterix bei den Briten
Caesar hat ganz Britannien besetzt, wie im Falle Galliens allerdings mit Ausnahme eines einzigen kleinen Dorfes. Damit das so bleibt, bittet der in diesem Dorf lebende Cousin von Asterix, Teefax, die Gallier um Hilfe. Asterix und Obelix begleiten ihn und ein Fass Zaubertrank zurück nach Britannien, wo die Römer versuchen, das Fass zu erbeuten. Diese Geschichte parodiert die englische Sprache („… es ist schrecklich, ist es nicht?“), Ess- und Trinkgewohnheiten der Briten, Rugby, das Wetter und andere auf dem Kontinent belächelte englische Eigenheiten, aber auch die französisch-britische Entente cordiale. Ein Detail, das oft übersehen wird, ist die „Trophäensammlung“ vorangegangener Abenteuer in Asterix' Haus. Eine historische Ungenauigkeit ist, dass die Geschichte wie auch alle anderen zur Zeit Caesars spielt, Britannien aber erst ab dem Jahr 43 unter Kaiser Claudius von den Römern erobert wurde.
Asterix und die Normannen
Die furchtlosen Nordmänner wollen erfahren, was Angst ist, da sie gehört haben, Angst verleihe Flügel. Sie wählen dazu ausgerechnent das Dorf von Asterix. Ein geeigneter Lehrmeister findet sich jedoch in Grautvornix, dem aus Lutetia stammenden verweichlichten Neffen von Majestix, der gerade zu Besuch im Dorf ist, damit ein Mann aus ihm gemacht wird. Die Normannen nehmen Grautvornix gefangen, aber mit Hilfe von Troubadix' Gesang, der die Normannen endlich das Fürchten lehrt, gelingt es Asterix, ihn zu befreien. Diese Geschichte greift die legendäre Furchtlosigkeit der Nordvölker auf, die aus dem Glauben erwuchs, dass nur im Kampf Gefallene Zugang nach Walhalla erlangen. Zudem spielt sie auf den normannischen Ursprung der weiter östlich gelegenen Normandie an; tatsächlich traten die Nordmänner erst Jahrhunderte später in die Geschichte ein.
Asterix als Legionär
Obelix verliebt sich in Falbala, die nach einem Studium in Condate ins Dorf zurückgekehrt ist. Deren Verlobter Tragicomix aus Condate wurde unfreiwillig zur römischen Legion eingezogen und nach Afrika geschickt. Kavalier Obelix tritt mit Asterix freiwillig in die Legion ein, um ihn zu befreien. Nach einer kurzen, durch das Wirken der Gallier und anderer nichtrömischer Rekruten chaotisch verlaufenden Ausbildung kommen sie nach Afrika. Dort lösen Asterix und Obelix versehentlich die Schlacht bei Thapsus aus. Der siegreiche Caesar entlässt aus Dankbarkeit die drei Gallier nach Hause. In diesem Band wird insbesondere das Militärwesen mitsamt seiner Bürokratie parodiert. Nach Kleopatra spielt hier zum zweiten Mal eine Frau eine relevante Rolle in einer Geschichte.
Asterix und der Arvernerschild
Asterix und Obelix begleiten Majestix zur Kur in das Arvernerland. Dort werden sie zufällig Zeuge der Suche Caesars nach dem verschollenen symbolträchtigen Schild des Vercingetorix und beschließen, dem Imperator zuvorzukommen. Mit der Unterstützung ihres neuen Freundes, des Arverners Alkoholix, ist es am Ende Majestix, und nicht Caesar, der einen Triumphzug auf dem Schild abhält. Dieser Band beleuchtet das gespaltene Geschichtsbild der Franzosen: Der letztlich wertlose Sieg bei Gergovia begegnet den Protagonisten auf Schritt und Tritt, die am Ende entscheidende Niederlage bei Alesia wird hingegen als Tabu verschwiegen. Gutemine, die Frau von Majestix, erhält ab hier eine regelmäßige Nebenrolle.
Asterix bei den Olympischen Spielen
Die Männer des gallischen Dorfes beschließen, mit dem Sportler Musculus aus einem der römischen Lager in Konkurrenz zu treten und als gallische Römer an den Olympischen Spielen in Griechenland teilzunehmen (vermutlich die Spiele von 48 v. Chr.). Dabei kommt es zu ständigen Reibereien mit der römischen Mannschaft, die unbedingt mit einem Sieg vor Julius Caesar glänzen muss. Die Gallier glauben, mit ihrem Trank unbesiegbar zu sein, bis sie erfahren, dass Doping untersagt ist. Letztlich siegt Asterix ungedopt durch Disqualifikation der Römer, zeigt sich aber großmütig. In dieser Geschichte debütiert der 93-jährige Dorfälteste Methusalix, der sich als Greis von jugendlichem Übermut zeigt.
Asterix und der Kupferkessel
Nachdem der benachbarte Häuptling Moralelastix dem Dorf zwecks „Steuerhinterziehung“ einen mit Sesterzen gefüllten Kessel anvertraut hat, wird dem zur Bewachung des Kessels berufenen Asterix das Geld gestohlen. Daraufhin wird er aus dem Dorf verbannt und darf erst zurückkehren, wenn er die Ehrenschuld der Gemeinschaft getilgt hat. Der treue Obelix begleitet ihn auf seinem Weg, bei dem es gilt, den Kessel wieder zu füllen (mit Sesterzen, nicht mit leckerer Zwiebelsuppe). Dieses Abenteuer ist eine Ansammlung kürzerer, eigenständiger Episoden, die durch das Thema Geldverdienen zusammengehalten werden.
Asterix in Spanien
Asterix und Obelix begleiten den kleinen Iberer Pepe zurück in seine Heimat, der von den Römern als Geisel nach Gallien gebracht worden ist. Er ist der Sohn von Costa y Bravo, dem Häuptling eines unbeugsamen Dorfes südlich von Sevilla. Mit den Launen des stolzen, kleinen Häuptlingssohns haben die beiden Gallier allerdings mehr zu kämpfen als mit den Römern. Dieser Band beschreibt und parodiert die Bräuche und den Stolz der Spanier sowie den Nepp des modernen Tourismus. Zu Anfang der Geschichte wird der Fischhändler Verleihnix eingeführt, was zwangsläufig die erste zünftige Fischschlacht im Dorf zur Folge hat.
Streit um Asterix
Im Auftrag Caesars sät der römische Intrigant Destructivus strategisch Missgunst und Zwietracht im Dorf. Er erweckt unter anderem den Eindruck, Asterix kollaboriere mit den Römern, und zerstört so zeitweise den Zusammenhalt der Dorfbewohner. Dabei kommt den Frauen des Dorfes, mit dem Neuzugang der jungen und besonders schicken Frau des Methusalix, eine für einen Asterixband selten bedeutsame Rolle zu. Erstmals erproben die Römer eine psychologische Kriegführung, die aber letztlich an Miraculix' Voraussicht scheitert. Die gegenseitige Zerstrittenheit der Figuren wird in diesem Band durch grün gefärbte Sprechblasen veranschaulicht. Ein freiwilliger oder unfreiwilliger „Zwietrachtsäer“, der die Dorfgemeinschaft auf die Probe stellt, spielt fortan in fast jedem heimischen Asterix-Abenteuer eine Rolle.
Asterix bei den Schweizern
Um dem von einem korrupten Statthalter vergifteten Quästor Incorruptus zu helfen, reisen Asterix und Obelix nach Helvetien, um dort ein für die Heilung des Römers benötigtes Edelweiß zu finden. Dieser Band parodiert in schneller Abfolge eine große Zahl nationaler Klischees über die Schweizer (Sauberkeit, Pünktlichkeit, Banken, Kuckucksuhren, Jodeln etc.), aber auch die Orgiensucht der Oberschicht wird, inspiriert vom im Jahr vor der Erstveröffentlichung uraufgeführten Film Satyricon, humoristisch dargestellt.
Die Trabantenstadt
Caesars neuester Plan ist es, mit Hilfe einer neben dem gallischen Dorf erbauten Stadt die Gallier zu assimilieren. Der mit dem Bau beauftragte römische Architekt Quadratus scheitert jedoch an der rauen gallischen Umgebung, den anspruchsvollen Sklaven und der Schwierigkeit, Mieter zu finden, sowie schließlich an der List der Gallier. Eine nicht unbedeutende Rolle kommt dabei der Stimmgewalt des Barden Troubadix zu, der daher ausnahmsweise am abschließenden Festbankett teilnehmen darf. Hier werden insbesondere die in der Entstehungszeit der Geschichte von den Pariser Stadtplanern gebauten Trabantenstädte kritisiert.
Die Lorbeeren des Cäsar
Eine absurde Wette zwischen Majestix und seinem in Lutetia lebenden neureichen Schwager Homöopatix führt Asterix und Obelix nach Rom, wo sie Caesars Lorbeerkranz aufzutreiben haben, der als Gewürz für ein Ragout herhalten soll. Um in den Palast Caesars zu gelangen, lassen sich die beiden als Sklaven verkaufen, geraten in dieser Eigenschaft aber ungewollt in den Haushalt der römischen Familie Ueberflus. Dieser Band, der vor allem durch die zeichnerische Darstellung des antiken Roms (allerdings aus der späteren Kaiserzeit) brilliert, persifliert unter anderem das römische Sklavensystem und die Rhetorik vor Gericht.
Der Seher
Mit Hilfe des betrügerischen Sehers Lügfix soll der Zusammenhalt der abergläubischen Dorfgemeinschaft geschwächt werden. Der Plan scheint aufzugehen, als nach einer Reihe hanebüchener Weissagungen das halbe Dorf verrückt spielt. Asterix steht der Gefahr letztlich hilflos gegenüber, so dass diesmal Miraculix mit seiner überlegenen Zauberkraft das Dorf rettet. Spätestens von hier ab konzentriert sich Goscinny mehr auf die Psychologie und das Beziehungsgefüge der diversen Figuren untereinander als auf das große Abenteuer. Dieser Einschnitt geht einher mit einem deutlich weniger opulenten und detailfreudigen Zeichenstil Uderzos (für seine Verhältnisse), der sich in folgenden Bänden noch verstärkt und durch den ebenfalls Figuren und Gags in den Mittelpunkt gerückt werden.
Asterix auf Korsika
Asterix und Obelix begleiten den entführten Korsen Osolemirnix zurück in seine Heimat und werden Zeugen des Kampfes der Korsen gegen die Ausbeutung durch die alljährlich wechselnden römischen Statthalter. Diese Geschichte ist von der französischen Sicht auf die etwas widerspenstige Provinz Korsika geprägt und parodiert auch den südländischen, repressiven Umgang mit Frauen. Dies ist das letzte Asterix-Abenteuer, das im Original in Pilote vorveröffentlicht wurde.
Das Geschenk Cäsars
Caesar amüsiert sich damit, dem versoffenen Legionär Keinentschlus, der ihn beleidigt hat, zum Ablauf der Dienstzeit das gallische Dorf zu schenken. Dieser verkauft es an den Gastwirt Orthopädix weiter, der sogleich mit seiner Familie an Ort und Stelle reist, um das Dorf zu übernehmen. Dessen erheiterte Bewohner überlassen den Neuankömmlingen immerhin ein Haus, in dem sie eine Gastwirtschaft eröffnen. Angestachelt durch seine Frau, beschließt der verhinderte „Dorfbesitzer“, wenigstens Dorfchef zu werden. Der folgende erbitterte Wahlkampf zwischen Orthopädix und Majestix wird durch einen Großangriff der Römer beendet, der die Gallier zur Einigkeit zwingt. Die Geschichte parodiert insbesondere politische Machenschaften im Wahlkampf, thematisiert aber auch Fremdenfeindlichkeit.
Die große Überfahrt
Miraculix hat keinen frischen Fisch mehr für seinen Zaubertrank und schickt deshalb Asterix und Obelix auf Fischfang. Bedingt durch Sturm und Nebel geraten die beiden auf fremdes Terrain, von dem sie nicht wissen können, dass es später als Amerika bekannt werden wird. Sie treffen auf Indianer, von denen sie nach einem doppelten Sieg im Zweikampf freundlich aufgenommen werden. Als Obelix jedoch die Häuptlingstochter heiraten soll, entkommen sie mit Hilfe des Schiffes gerade gelandeter Wikinger. Nach Verschleppung durch die Nordmänner in deren Heimat gelingt ihnen ein weiteres Mal die Flucht. Die Geschichte handelt von der Entdeckung Amerikas durch Asterix und Obelix noch vor den Wikingern, wobei vielfach auf das heutige Amerika angespielt wird.
Obelix GmbH & Co.KG
Um die Gallier in Habsucht und Dekadenz zu treiben, fördert Wirtschaftsexperte Technokratus im Auftrag Roms den Hinkelsteinmarkt im Dorf, dessen männliche Bewohner daraufhin zu einem Großteil in Konkurrenz zu Obelix treten. Doch die Gesetze des Marktes sind tückisch, und der Schuss geht nach hinten los: Die Dorfbewohner sind nur kurzzeitig für Wohlstand empfänglich und kehren zu ihrer alten Rustikalität zurück, als sie bemerken, dass Reichtum einsam macht. Caesar hingegen leert seine Staatskasse und bleibt auf den erworbenen Hinkelsteinen sitzen. Dieser Band ist eine Parodie auf Marktwirtschaftsgesetze, Marketingstrategien und Konsumverhalten.
Asterix bei den Belgiern
Dieses Abenteuer führt Majestix, Asterix und Obelix zu den Belgiern, die von Caesar als die mutigsten Gallier bezeichnet worden sind. Da Majestix diese Herabsetzung nicht auf sich sitzen lassen kann, fordert er die Belgier zu einem Wettstreit heraus, dessen Verlauf dann zu gegenseitiger Anerkennung und Freundschaft führt. Die Geschichte ist von Caesars De bello Gallico inspiriert, wo es bekanntermaßen heißt: „Horum omnium fortissimi sunt Belgae“ – „Von allen diesen (=Belgier, Aquitaner und Kelten) sind die Belgier die tapfersten“. Erneut werden parodistisch die Eigenschaften eines anderen Volkes dargestellt. Hier haben auch die Herren Schulze und Schultze aus der Comicserie Tim und Struppi des Belgiers Hergé (S. 31) sowie der belgische Radrennfahrer Eddy Merckx als rasender Bote (S. 39) einen Kurzauftritt. Goscinny starb kurz nach Vollendung des Szenarios zu diesem Band. Uderzo wurde vom Verlag gerichtlich zur Vollendung gezwungen.
Der große Graben
Im ersten von Albert Uderzo im Alleingang realisierten Band werden Asterix, Obelix und Miraculix von einem gallischen Dorf zu Hilfe gerufen, das sich in zwei feindliche Lager aufteilt, die durch einen großen Graben getrennt sind. Die durch den intriganten Bewohner Greulix auf den Plan gerufenen Aggressionen der Römer erzwingen schlussendlich eine Kooperation beider Dorfhälften. Die beiden verfeindeten Häuptlinge Griesgramix und Grobianix müssen abtreten und Platz für ihre in Liebe verbundenen Sprösslinge Grünix und Grienoline machen. Dieser Band behandelt Aspekte von Romeo und Julia. Der große Graben ist eine Anspielung auf die starke Polarisierung der französischen Gesellschaft zwischen Konservativen und Linken im Jahr 1980 kurz vor der Wahl des Sozialisten François Mitterrand sowie auf die Mauer an der innerdeutschen Grenze von 1961 bis 1989.
Die Odyssee
Miraculix braucht dringend Steinöl, um seinen Zaubertrank brauen zu können. Asterix und Obelix reisen deshalb nach Vorderasien. Doch der römische Spion Nullnullsix hat Wind von den Problemen der Gallier bekommen. In diesem Band finden sich unter anderem Anspielungen auf das von vielen Völkern bewohnte und eroberte antike Mesopotamien sowie eine James-Bond-Parodie. Vor allem aber wird die kurz vor der Erstveröffentlichung des Bandes eskalierte Ölkrise thematisiert.
Der Sohn des Asterix
Asterix findet ein ausgesetztes Baby vor seinem Haus. Außer bei den Dorfbewohnern, die genüsslich über die möglichen Gründe dafür mutmaßen, stößt das nicht ganz einfache Kind auch bei einigen Römern auf Interesse. Das Dorf wird in römische Ränke verwickelt, doch durch den Einsatz von Asterix können die illustren Eltern ihr Kind zurückerhalten: Ptolemaios XV., der angebliche Sohn Caesars mit Kleopatra, ist der anachronistische Mittelpunkt dieses Albums, in dem die Rasseln und Schnuller von 50 v. Chr. sehr neuzeitlich wirken.
Asterix im Morgenland
Der indische Fakir Erindyah sucht per fliegendem Teppich das gallische Dorf auf, da er die Hilfe von Troubadix benötigt. Mit dessen Regen auslösendem Gesang soll eine katastrophale Dürre bekämpft werden. Asterix und Obelix begleiten Troubadix auf dem abenteuerlichen Flug nach Indien, wo die Tochter des Radschas auf Weisung des bösen Gurus Daisayah geopfert werden soll, wenn der Monsun ausbleibt. Gegen den Widerstand des Gurus gelingt es Troubadix gerade noch rechtzeitig, mit seinem Gesang den Monsun auszulösen. Die Geschichte lebt vor allem von dem Gegensatz zwischen der rustikalen Alltäglichkeit der Gallier und der phantastischen Welt der morgenländischen Sagen. Insbesondere wird auf Tausendundeine Nacht Bezug genommen.
Asterix und Maestria
In diesem Abenteuer bekommt es Asterix mit geballter Frauenpower zu tun, sowohl in den eigenen als auch in den römischen Reihen. Die Bardin Maestria soll Troubadix bei der Ausbildung der Kinder des Dorfes ersetzen, zugleich sendet Caesar eine Frauenzenturie nach Gallien in der Hoffnung, dass die gallische Höflichkeit einen Widerstand unmöglich macht. Die Bardin führt zunächst die Frauen des Dorfes zur dortigen Machtübernahme, sabotiert dann aber geschickt den Angriff der römischen Legionärinnen mit den Waffen einer Frau. Männer und Frauen versöhnen sich, so dass wieder Ruhe im Dorf einkehren kann. Diese Geschichte nimmt den Feminismus aufs parodistische Korn.
Obelix auf Kreuzfahrt
Obelix wird zu Stein, als er trotz strengen Verbots einen unbewachten Augenblick dazu nutzt, einen ganzen Kessel mit Zaubertrank zu leeren. Zwar kann er entsteinert werden, jedoch mit der Nebenwirkung, dass er wieder zum Kind wird. In einer Szene jammert und weint er, weil er „nicht so viele Wildschweine wie normalerweise essen kann“. Außerdem näht ihm Methusalix' Frau eine kleinere Hose. Der Versuch von Asterix, Majestix und Klein-Obelix, in Atlantis Hilfe zu finden, bringt lediglich die römische Flotte durcheinander sowie den Zaubertrank in die Hände eines Römers. Dieser zeigt sich jedoch ebenso unmäßig wie Obelix und erleidet dieselben Folgen. Ein Wutanfall bringt derweil Obelix' alte Gestalt zurück. Entflohene Galeerensklaven unter Führung von Spartakis spielen auch mit. Wie Asterix im Morgenland bewegt sich auch diese Geschichte in der Welt der Fantasy.
Asterix und Latraviata
Die Schauspielerin Latraviata soll als Falbala verkleidet das gestohlene Schwert und den Helm von Pompeius aus dem gallischen Dorf zurückholen, die Asterix zum Geburtstagsgeschenk gemacht wurden – die Gegenstände könnten Caesar die Anwesenheit des Feldherrn in Gallien verraten. Nach einem Schlag von Obelix, der sich nun entgegen aller Gewohnheit der Bewunderung von „Falbala“ erfreut, verliert Asterix zeitweise das Gedächtnis, so dass das Dorf verwundbar ist. Das Auftauchen der echten Falbala führt schließlich zur Enttarnung der Schauspielerin, und Pompeius erhält seine gerechte Strafe. Dieser Band bedient in erster Linie das Interesse der Fans an Falbala, ferner treten die Eltern von Asterix und Obelix auf. Mehr als durch seine Story sorgte das Album hierzulande durch seine eigenwillige Übersetzung für Aufsehen, die an die in Frankreich schon immer übliche Tagesaktualität der Sprache anzuknüpfen versuchte, doch hierin vielfach als übertrieben empfunden wurde.
Gallien in Gefahr
Zwei konkurrierende, außerirdische Zivilisationen landen in Gallien und wollen an das Geheimnis des Zaubertranks kommen, der von ihnen als letale Waffe bezeichnet wird. Die Römer sind froh, mit dem Zauber nichts zu tun zu haben, und die Gallier überzeugen die Außerirdischen, dass diese mit dem Zaubertrank nichts anfangen können. Der Band warnt allegorisch vor der schleichenden Ersetzung von Comics franko-belgischer und US-amerikanischer Machart durch japanische Mangas: die Hauptfiguren der Außerirdischen heißen Tadsylwine und Nagma, das sind Anagramme zu Walt Disney und Manga. Arnold Schwarzenegger hat einen Auftritt als Mischung aus Superman und Terminator. Der Band wurde bei Erscheinen durch Presse und Leserschaft teils heftig kritisiert, zum einen für die als unpassend empfundenen Science-Fiction-Elemente, zum anderen für seine kaum verhohlene Feindseligkeit gegenüber einer anderen Comic-Kultur.

Kurzgeschichten

Kurzgeschichten im Comic-Format

Im Laufe der Jahre entstanden neben den Alben auch diverse Kurzgeschichten. Die folgenden wurden 2003 in dem Album Asterix plaudert aus der Schule nachgedruckt (die letzte Geschichte kam erst bei einer Neuauflage von 2006 dazu):

Die Geburt einer Idee
(1962, 1 Seite) Uderzo und Goscinny haben verrückte Ideen für eine neue Asterix-Geschichte.
Obelisc'h
(1963, 5 Seiten) Uderzo und Goscinny treffen auf einen Nachfahren von Obelix.
Der gallische Frühling
(1966, 2 Seiten) Asterix, Obelix und Miraculix helfen dem „gallischen Frühling“, einem kleinen Männchen, zum Durchbruch.
Gallischer Schulanfang
(1966, 2 Seiten) Asterix und Obelix treiben die Dorfkinder nach den Ferien wieder zur Schule zusammen.
Neujahr unterm Mistelzweig
(1967, 2 Seiten) Obelix versucht entsprechend der Tradition einen Kuss von Falbala unter dem Mistelzweig zu bekommen.
Das Maskottchen
(1968, 8 Pocket-Seiten, später umgezeichnet zu 4 Album-Seiten) Idefix wird von einem römischen Legionär als Maskottchen mitgenommen.
Verbesserungsvorschläge
(1969, 3 Seiten) Die schon damals vielfältige Kritik an dem Stil von Asterix wird durch alternative Ausgestaltungen in Form von Underground-Comics oder dem Hippie-Stil parodiert.
Mini, Midi, Maxi
(1971, 2 Seiten) Satire auf Modetorheiten – ursprünglich erschienen in der Zeitschrift Elle.
Latinomanie
(1973, 1 Seite) Satire auf die unüberlegte Verwendung von Fremdwörtern
Im Jahre 50 v. Chr
(1977, 3,5 Seiten) Präsentation der gallischen Welt bzw. Kurzeinführung in die Serie – ursprünglich im National Geographic Magazine erschienen, um die Amerikaner mit Asterix vertraut zu machen.
Olympiade in Lutetia
(1986, 4 Seiten) Asterix und Obelix helfen Lutetia, Olympiastadt zu werden – ursprünglich erschienen in der Zeitschrift Jours de France.
35 Jahre vor Julius Cäsar
(1994, 4 Seiten) Hier wird die Geburt von Asterix und Obelix erzählt.
Kokolorix – der gallische Hahn
(2003, 5 Seiten) Mit Hilfe von Idefix siegt der gallische Hahn über den Adler, das Symbol Roms.
ABC-Schütze Obelix
(2004, Titelblatt und 3 weitere Seiten) Erschien deutschsprachig erst 2006 in der dritten Auflage von Asterix plaudert aus der Schule.) Obelix erhält von Falbala per Post eine gravierte Marmortafel und bemüht sich mit Hilfe von Miraculix, sie zu lesen.

Folgende Asterix-Kurzgeschichten erschienen in diesem Sonderband nicht:

Asterix und die Bayern
(1977, 1,5 Seiten) Studienreise von Asterix und Obelix zur gotischen Hinkelsteinproduktion, entstanden für die Zeitschrift Stern, Ausgabe 2/77. Nachgedruckt im achten Band der Gesamtausgabe.
12 Prüfungen für Asterix
(1977, 27 Seiten) Comic-Fassung des Films Asterix erobert Rom (1975). Der Comic wurde von Uderzos Bruder Marcel gezeichnet und ist nicht mehr für weitere Nachdrucke freigegeben. Die einzige deutsche Veröffentlichung erfolgte in der Zeitschrift Comixene, Ausgabe 24–29.
Die Antiquitätenhändler
(1985, 4 Seiten) Die Geschichte wurde von Uderzo nicht mehr für weitere Nachdrucke freigegeben, da auch hier die Zeichnungen von Marcel Uderzo stammen. Einzige deutsche Veröffentlichung im Sonderband Gallische Geschichten.
Wie Obelix als kleines Kind in den Zaubertrank geplumpst ist
(1989, Album mit 36 Seiten) Eine im Kinderbuch-Stil erzählte Geschichte aus der Kindheit von Obelix und der Dorfbevölkerung – Neuillustrierung einer bereits 1965 erschienenen, aber danach nicht mehr veröffentlichten Version.

Außerdem gab es in Pilote zu jeder neuen Geschichte eine Vorankündigung, von denen die folgenden selbst den Charakter einer Kurzgeschichte haben:

Pressekonferenz/Ankündigung für Kampf der Häuptlinge
(1964, 1 Seite) Erschien u. a. in Asterix plaudert aus der Schule
Talk-Show/Ankündigung für Asterix bei den Briten
(1965, 1 Seite) Veröffentlicht in der Gesamtausgabe, dem Sachbuch Uderzo – Der weite Weg zu Asterix und Sonderband Asterix Was für ein Fest
Ankündigung für Asterix und der Arvernerschild
(1967, 1 Seite) Veröffentlicht in der Gesamtausgabe
Ankündigung für Asterix bei den Schweizern
(1970, 1 Seite) Veröffentlicht in der Gesamtausgabe, dem Sachbuch Uderzo – Der weite Weg zu Asterix und Sonderband Asterix Was für ein Fest

Es sind noch weitere Kurzgeschichten über Asterix bekannt, die aber – wohl autorisiert – von anderen Zeichnern und Textern stammen. Sie wurden nur für eine einmalige Veröffentlichung geschaffen.

Darüber hinaus erschien Asterix in einigen Crossovers in der Zeitschrift Pilote, die selten oder nie mehr veröffentlicht wurden. Auch wurden Asterix und seine Freunde für einzelne Gag-Illustrationen in der Zeitschrift Pilote verwendet, z. B. trug Obelix eine Zeit lang das Schild mit Heftnummer und dem Datum auf dem Titelblatt und sorgte dabei oft in seiner Unbeholfenheit für witzige Szenen. Es gibt auch weitere Folgebilder zu „Obelisc'h“, die nicht wieder veröffentlicht wurden.

Kurzgeschichten in Kleinbuchserie

1973 sind im Pestalozzi-Verlag insgesamt 12 Asterix-Bücher als Kleinbuchserie mit jeweils 16 Seiten erschienen, in denen einzelne Comic-Szenen mit erzählendem Text kombiniert wurden. Die Geschichten basieren überwiegend auf den Hauptbänden, aus denen auch die meisten Comic-Szenen entnommen wurden. Diese Kleinbuchserie ist heutzutage vor allem bei Sammlern sehr begehrt.

  1. Asterix der Gallier (angelehnte, stark verkürzte Fassung des Originalheftes)
  2. Asterix bei den Olympischen Spielen (angelehnte, stark verkürzte Fassung des Originalheftes)
  3. Asterix und Obelix (Anfangsszenen aus „Asterix als Legionär“)
  4. Asterix und die Römer (angelehnte, stark verkürzte Fassung von „Asterix bei den Goten“)
  5. Asterix streitet mit Obelix
  6. Asterix und Miraculix
  7. Asterix, Obelix und der Fisch
  8. Asterix und Majestix
  9. Asterix und der Kupferkessel (angelehnte, stark verkürzte Fassung des Originalheftes)
  10. Asterix braucht Geld
  11. Asterix weiß immer Rat
  12. Asterix in Spanien (angelehnte, stark verkürzte Fassung des Originalheftes)

Lexika

In deutscher Sprache sind drei autorisierte Lexika zu Asterix erschienen:

  • Im Jahr 1986 im Horizont Verlang Das große Asterix-Lexikon
  • Im Ehapa Verlag 1990 ein zweibändiges Werk, das das erste Lexikon um zwei Geschichten ergänzt
  • zum Anlass 40 Jahre Asterix 1999 bei Egont Ehapa Das große Asterix-Lexikon

Übersetzungen

Die Bücher wurden in rund 80 Sprachen übersetzt, darunter auch Altgriechisch und Latein, Iwrit, Thailändisch, Esperanto, Friesisch, Plattdeutsch und verschiedene bündnerromanische Idiome wie Unterengadinisch, hinzu kommen zahlreiche Dialekte. Nach dem Erfolg der Dialekt-Reihe in Deutschland brachte man in vielen anderen Ländern ebenfalls Dialektfassungen heraus. In Frankreich selbst geschah dies sehr zögerlich, da man ein Erstarken regionaler Identitäten fürchtet. Diesbezüglich ist Asterix auch heute noch in Frankreich ein Politikum.

→ Siehe auch: Liste der Mundart-Ausgaben von Asterix

Die erste deutsche Asterix-Übersetzung erschien 1965/66 im Kauka-Verlag und entfernte sich sehr stark vom Original: Da Kauka laut Vertrag das Recht auf eine freie Bearbeitung der Asterix-Comics hatte, wurden Asterix und Obelix kurzerhand zu den Germanen Siggi und Babarras umfunktioniert und die französischen Anspielungen im Original mit politischen Anspielungen aus der konservativen deutschen Szene der 1960er Jahre ausgetauscht. Während einige in der kontrovers diskutierten Übersetzung rückblickend eine durchaus legitime Verarbeitung des Comics sehen, die schlicht damals gängige „Stammtisch“-Ansichten widerspiegelt, empfanden nicht nur die Autoren sie als Verunglimpfung des Originals. Jedenfalls entzogen Uderzo und Goscinny Kauka die Veröffentlichungsrechte für weitere Asterix-Comics und kontrollierten nach dieser Erfahrung spätere Übersetzungen anderer Verlage streng.

Der nächste deutsche Lizenzinhaber war und ist bis heute der Stuttgarter Ehapa Verlag, der Asterix von 1967 bis 1977 in den MV-Comix vorabveröffentlichte und seit 1968 in Albenform publiziert, wobei anfangs kein Wert auf eine chronologische Reihenfolge gelegt wurde. Für die deutsche Übersetzung der Bände war bis Band 29 Gudrun Penndorf verantwortlich, danach Adolf Kabatek, Michael F. Walz und Klaus Jöken. Wie die Zeitung Die Welt feststellte, hatte Penndorf „zum deutschen Erfolg von Asterix und zur Bereicherung der deutschen Sprache […] mindestens genauso viel [beigetragen] wie die legendäre Erika Fuchs bei Donald Duck. Nur ist Penndorfs Leistung bisher noch nicht annähernd so breit gewürdigt worden.“[2]

Die Übersetzungen in die jeweiligen Dialekte werden von lokalen Experten vorgenommen. Die lateinische Übersetzung erfolgt durch Karl-Heinz Graf von Rothenburg. Die deutsche Übersetzung in den jüngsten Bänden, speziell in Band 31 Asterix und Latraviata, wird wegen der zu großen Abweichung vom weitgehend zeitlosen Charakter des Originals durch Bezugnahme auf kurzlebige deutsche Erscheinungen kritisiert.

Den obligatorischen lateinischen Sprichwörtern und Zitaten der Serie wurde für die Übersetzung ins Lateinische die Wendung delirant isti Romani: „Die spinnen, die Römer“ hinzugefügt. In der italienischen Ausgabe bot sich für Obelix’ Spruch, der im Original « Ils sont fous, ces Romains » lautet, ein Wortspiel an: „Sono Pazzi Questi Romani“, kurz SPQR.

Liste der sprechenden Namen der Nebencharaktere (international)

Typisch für die Asterix-Comics sind sprechende Namen für viele Nebencharaktere, die von Sprache zu Sprache wechseln. Hierzu einige Beispiele:

deutsch französisch englisch us-en italienisch spanisch niederländisch schwedisch finnisch
Gutemine Bonemine Impedimenta Belladona Beniamina Karabella Bellefleur Bonemine Smirgeline
Idefix Idéfix Dogmatix Dogmatix Idefix Ideafix Idefix Idefix Idefix
Majestix Abraracourcix Vitalstatistix Macroeconomix Abraracourcix Abraracúrcix Heroïx Majestix Aladobix
Methusalix Agecanonix Geriatrix Arthritix Matusalemmix Edadepiédrix Nestorix Senilix Senilix
Miraculix Panoramix Getafix Magigimmix Panoramix Panorámix Panoramix Miraculix Akvavitix
Troubadix Assurancetourix Cacofonix Malacoustix Assurancetourix Asurancetúrix Kakofonix Troubadix Trubadurix
Verleihnix Ordralfabétix Unhygienix Epidemix Ordinalfabetix Ordenalfabétix Kostunrix Crabbofix Amaryllix
Jellosubmarine Iélosubmarine Bacteria Yelosubmarin Forentientje fru Crabbofix Jelousubmarine
Automatix Cétautomatix Fulliautomatix Automatix Esautomátix Hoefnix Smidefix Caravellix

Erste deutsche Übersetzungen

Rolf Kauka erhielt als erster die Rechte, die in Frankreich und Belgien bereits bekannten Abenteuer von Asterix im deutschsprachigen Raum zu veröffentlichen. Kauka hatte das Recht auf freie Bearbeitung erhalten und machte aus den Galliern Germanen. Asterix und Obelix wurden bei Kauka zu Siggi und Babarras (letzterer wird häufig als Barbaras oder Barrabas falsch zitiert), der Druide wurde zu Konradin (nach Konrad Adenauer), der Häuptling Abraracourcix zu Mark Hein. Das gallische Dorf trug den Namen „Bonhalla“ (Bonn/Walhalla) und lag irgendwo in Germanien. Der Menhir von Obelix blieb ein solcher (Menhir-Stein, Steinchen - die Bezeichnung Hinkelstein gibt es erst seit den Ehapa-Bearbeitungen ab 1967), das Tragen des Steins wurde jedoch als Schuldkomplex gedeutet. Die Geschichten spielten wie im Original zur Zeit von Julius Caesar, in den Übersetzungen waren dennoch viele politische Anspielungen auf die BRD der Sechziger Jahre enthalten, ebenso auf die DDR. Die mit amerikanischem Einschlag sprechenden römischen Besatzer entsprachen dabei den alliierten Besatzern der unmittelbaren Nachkriegszeit.

Der Autor Thomas Bleicher spricht im Hinblick auf Kaukas Eindeutschung von „einem eher dunklen Kapitel deutscher Comic-Historie“, Andreas C. Knigge von einem „braunen Süppchen“, das Kauka aus Asterix kochte. Fakt ist, dass die Urheber René Goscinny und Albert Uderzo die Verfremdung nicht goutierten, Kauka nach Veröffentlichung von insgesamt vier Abenteuern im Magazin Lupo (später Lupo Modern) die Lizenz entzogen und spätere Übersetzungen streng kontrollierten.

Nachdem Kauka die Rechte verloren hatte, brachte er eine eigene Adaption der Asterixgeschichten unter dem Titel Fritze Blitz und Dunnerkiel heraus.

Bearbeitungen und Plagiate

Der Bastei-Verlag veröffentlichte von 1972 bis 1975 die deutsche Comic-Serie Jupiter, deren Autoren sich sehr offensichtlich bei Asterix bedient hatten.

Während ansonsten entsprechende Vorhaben regelmäßig keine Genehmigung der französischen Rechteinhaber erhielten, erschien 1984 mit deren offizieller Genehmigung ein 16-seitiger Sonderband zur 2000-Jahr-Feier der Stadt Neuss mit dem Titel Asterix in Novaesium. Die Herausgabe dieses Sonderbandes erfolgte durch das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Neuss. Er gibt unter Verwendung von Bildern aus 17 verschiedenen bestehenden Bänden und Hinzufügung neuer Sprechblasentexte (u. a. sprechen römische Legionäre nun Neusser Platt) die Gründungsgeschichte der Stadt Neuss im Jahre 16 v. Chr. wieder.

Es existiert eine Anzahl von Asterix-Plagiaten, die größtenteils aus der Protestbewegung der 1980er Jahre stammen. In diesen illegal gehandelten Heften wurden Bilder aus verschiedenen Originalausgaben zu neuen Geschichten zusammenmontiert und, soweit erforderlich, mit einem neuen Text versehen. So will beispielsweise in Asterix und das Atomkraftwerk (von dem es mindestens acht in Details verschiedene Versionen gibt) Julius Caesar einen Brutus Rapidus an Stelle des gallischen Dorfs bauen. An weiteren Plagiaten sind u. a. bekannt: Asterix im Hüttendorf (Thema „Startbahn West“), Asterix in Bombenstimmung (Thema: Nachrüstung), Tumult in Grazium (Lokalpolitik aus Graz) und Asterix gegen Rechts. Derartig motivierte Plagiate gibt es auch zu anderen Comic-Serien (Häuserkampf in Entenhausen, Der Sympathisantenschlumpf, etc.).

Ein weiteres Plagiat aus dem Jahre 1983, das im Impressum sogar dem Ehapa Verlag zugeschrieben wird, trägt den Titel Gallas – Skandal auf der Chewing-Ranch. Es erzählt die „Geschichte eines reichen gallischen Familienclans“ und parodiert mit Hilfe der Dorfbewohner die Fernsehserie Dallas.

Zum Jubiläum von Asterix im Jahr 1989 erschien im Saga Verlag München ein Album mit Persiflagen namhafter deutscher Karikaturisten und Comic-Zeichner: Die hysterischen Abenteuer von Isterix basierte auf dem ein Jahr zuvor in Frankreich veröffentlichten Album Les invraisemblables aventures d'Istérix (mit Beiträgen französischer Zeichner). Obwohl sich diese Veröffentlichung als Hommage verstand, bekamen es die beteiligten Künstler mit Uderzos Anwälten zu tun.

Ebenfalls 1989 erschien bei Saga eine albenlange Persiflage mit dem Titel Falsches Spiel mit Alcolix, gestaltet vom Berliner Zeichner und Cartoonisten Jens Jeddeloh, die vom selben Verlag auch in Frankreich unter dem Titel Alcolix: La vraie parodie vertrieben wurde. Neben den Galliern und Charakteren aus etlichen anderen Comicserien haben in einer abgesonderten „Film“-Sequenz auch Tim und Struppi einen längeren Auftritt. Der aus Alcolix resultierende Rechtsstreit[3][4][5], der zugunsten Uderzos entschieden wurde, führte 1993/94 zu einem über den deutsch-französischen Sprachraum hinauswirkenden Grundsatzurteil (vulgo Alcolix-Entscheidung[6]) des Bundesgerichtshofes zu den Grenzen des Immaterialgüter- bzw. Intellectual-Property-Rechts zwischen Parodie, Persiflage und Plagiat.[7][8][9][10]

Mit Franziska Beckers Comic Feminax & Walkürax erschien 1992 im Verlag der Zeitschrift EMMA eine feministische Adaption des Themas. Dies ist der einzige bekannte Fall, in dem eine ohne vorherige Genehmigung geschaffene Adaption geduldet wurde.

Anlässlich der ersten Realverfilmung Asterix und Obelix gegen Cäsar von 1999 erschien in der 9. Ausgabe des 1998 vom Dino-Verlag wiederbelebten deutschen MAD-Magazins die Filmparodie Arschterix und Popelix.[11]

Vor der deutschen Bundestagswahl 2005 kursierte im Internet die 44-seitige PDF-Datei Asterix und der Kampf ums Kanzleramt, die ebenfalls mit (nunmehr computergestützter) Bildmontage und geänderten Texten arbeitet. Mit Majestix als Schrödix (Gerhard Schröder), Maestria als Angela Merktnix (Angela Merkel), Greulix (aus Der große Graben) als Guidefix (Guido Westerwelle), Miraculix als Münteferix (Franz Müntefering), Stellartoix (aus Asterix bei den Belgiern) als Läuftfortwienix (Oskar Lafontaine) und dem ebenfalls in Der großen Graben vorkommenden Grobianix als Bavarix (Edmund Stoiber) persifliert die Geschichte wichtige Akteure des Wahlkampfes und entwirft eine recht groteske Geschichte mit zahlreichen Anspielungen auf die seinerzeit aktuelle Bundes- und Weltpolitik. In Nebenrollen: Julius Caesar als amerikanischer Präsident Dabblejus (George W. Bush), der heruntergekommene Legionär Keinentschlus aus Das Geschenk Cäsars als rechter Nationalix sowie die Gurus Schandadh und Daisayah aus Asterix im Morgenland als islamistische Terroristen.

Hommagen

Nicht in den Bereich der Asterix-Plagiate fallen drei autorisierte Sammlungen von Hommagen/Persiflagen in Albenform: Zum 25-jährigen Jubiläum des Galliers erschien 1994 der Sonderband Journal exceptionnel d'Astérix (dt.: Asterix – Was für ein Fest!, Ehapa 1995), der zu etwa einem Drittel aus Asterix-Hommagen diverser Zeichner in Form von Cartoons oder kürzeren Comic-Episoden bestand. 1996 folgte mit Uderzo croqué par ses amis (dt.: Uderzo von seinen Freunden gezeichnet, Ehapa 1997) ein vollständiges Hommagen-Album, wobei diesmal der Mitschöpfer von Asterix mit seinen Figuren karikiert wurde. Ein weiteres Album dieser Machart ist Astérix et ses amis, das in Frankreich im April 2007 pünktlich zu Uderzos 80. Geburtstag erschien und in Deutschland mit Verspätung im Oktober 2007 als Asterix und seine Freunde - Hommage an Albert Uderzo bei Ehapa herauskam.

Weitere kleinere Asterix-Hommagen sind als kurze visuelle Zitate in die Comic-Serien anderer Zeichner eingeflossen:

  • Eine Asterix-Maske im Karnevalstrubel (Tim und Struppi: Tim und die Picaros)
  • Asterix und Obelix auf Plakaten an der Redaktionswand (Gaston)
  • Asterix auf Plakat beim Zeitschriftenhändler (Spirou und Fantasio: Schnuller und Zyklostrahlen)
  • Ein Doktor mit dem Gesicht von Miraculix (Der kleine Spirou)
  • Festbankett (Lucky Luke: Die Daltons in der Schlinge)
  • Artus und Merlin spielen auf den Zwist von Troubadix/Automatix an (Onkel Dagobert: Die Reise ins 6. Jahrhundert von Don Rosa)

Filmographie

Zeichentrickfilme

Spielfilme

Juristisches

„Asterix“ und „Obelix“ sind eingetragene Marken des Pariser Verlags Les Éditions Albert René, der die Rechte aus der Marke bereits mehrfach geltend gemacht hat. So wurde beispielsweise der Inhaber des Markennamens „MobiliX“ (für „Mobiles Unix“) wegen angeblicher Verwechslungsgefahr mit „Obelix“ verklagt. Nachdem der Verlag beim Oberlandesgericht München diesen Rechtsstreit gewonnen hatte, legte der Markeninhaber von „MobiliX“ Beschwerde beim Bundesgerichtshof gegen die Nichtzulassung der Revision ein. Eine ähnliche Klage gegen den Handynamen „Mobilix“ von Orange A/S hingegen scheiterte vor dem europäischen Gerichtshof.

Mitte der 80er Jahre verfolgte Rechtsanwalt Günter Freiherr von Gravenreuth Asterix-Plagiate, in denen unlizenziert Zeichnungen aus Asterix-Bänden mit neuen Texten in den Sprechblasen versehen wurden, um damit z. B. auf satirische Weise gegen Kernkraft (Asterix und das Atomkraftwerk), gegen die Nachrüstung (Asterix in Bombenstimmung) oder gegen die Startbahn West des Frankfurter Flughafens (Asterix im Hüttendorf) zu protestieren. So wurden Tauschanzeigen von Comicsammlern durchsucht und Anfragen nach diesen Comics an alternative Buchhandlungen geschrieben. Anbieter dieser Hefte erhielten Abmahnungen. Auch stellte Gravenreuth im Namen seines Mandanten gegen den Veranstalter des Kölner Comic-Tauschtages Strafantrag, weil ein Teilnehmer dieser Veranstaltung entsprechende Hefte anbot. Außerdem sorgte Gravenreuth dafür, dass diese Hefte seit 1985 im Comic-Preiskatalog nicht mehr mit Sammlerwert aufgeführt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Stefan Brenne: Asterix und die Antike. In: T. Lochman (Hrsg.): Antico-mix: Antike in Comics. Basel 1999, S. 106–119. 
  • Kai Brodersen (Hrsg.): Asterix und seine Zeit. Die große Welt des kleinen Galliers. München 2001. 
  • Manfred Fuhrmann: Asterix der Gallier und die „römische Welt“. Beobachtungen über einen geheimen Miterzieher im Lateinunterricht. In: Manfred Fuhrmann (Hrsg.): Alte Sprachen in der Krise. Stuttgart 1976, S. 105–127. 
  • Grassegger: Sprachspiel und Übersetzung. Eine Studie anhand der Comic-Serie Asterix. Tübingen 1985. 
  • Keijo Karjalainen: Politix. Asterix und Politik. SAXA Verlag, Köln 2007, ISBN 978-3-939060-08-6. 
  • René van Royen, Sunnyva van der Vegt: Asterix – Die ganze Wahrheit. C. H. Beck, München 1998, ISBN 3-406-43457-6. 
  • René van Royen, Sunnyva van der Vegt: Asterix auf großer Fahrt. C. H. Beck, München 2001, ISBN 3-406-45904-8. 
  • Klaus Schmeh: Der Kultfaktor – Vom Marketing zum Mythos: 42 Erfolgsstorys von Rolex bis Jägermeister. Redline Wirtschaft, Frankfurt 2004 (enthält ein ausführliches Kapitel über Asterix und den dazu gehörenden Kult). 
  • André Stoll: Asterix – Das Trivialepos Frankreichs. dumont kunst-taschenbücher, Köln 1974, ISBN 3-7701-0773-X (leider nur noch antiquarisch, hervorragende Analyse aller Sprach- und Bildsymbole der ersten Bände). 

Einzelnachweise

  1. Dwight R. Decker, The Comics Journal, 1977, No. 38
  2. Der Kauka-Effekt
  3. Ralph Geisenhanslüke: Asterix contra Alcolix - Plagiat oder Parodie?, Die Zeit, 12.05.1989
  4. Rudolf Gerhardt: Asterix bei den Juristen - Von der Parodie zum Plagiat ist es nur ein kleiner Schritt, FAZ, 31.08.1991
  5. Theodor Verweyen (1997): Theorie und Geschichte der Parodie - Teil I.4: Parodie und Urheberrecht
  6. Gewerblicher Rechtsschutz und Urheberrecht, BGH, 11. März 1993, GRUR 1994 (auf Englisch veröffentlicht in International Review of Intellectual Property and Competition Law, Nr. 25, 1994)
  7. Stephan Zlanabitnig: Merchandising unter dem Gesichtspunkt des Urheberrechts, S. 15, GRIN Verlag, 2007, ISBN 3638813533
  8. Ladas & Parry International Intellectual Property Lawyers, Germany - Fair Use of Cartoon Characters, Newsletter & Bulletin, November 1994
  9. Leslie Kim Treiger-Bar-Am & Michael Spence: Private Control/Public Speech, S. 12, in K. Ziegler, Human Rights and Private Law: Privacy as Autonomy, Oxford: Hart, 2007
  10. Paul Edward Geller: Beyond the copyright crisis: Principles for change, S 33, in: Journal of the Copyright Society of the U.S.A., vol. 55, 2008
  11. http://magazines.madtrash.com/show.php?id=010920009

Weblinks


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