4. Armee (3. Reich)
Truppenverbandsabzeichen der 4. Armee

Die Deutsche 4. Armee war eine Feldarmee, die im Zweiten Weltkrieg kämpfte.

Geschichte

Die 4. Armee wurde am 1. Dezember 1938 unter General Günther von Kluge als Kommandeur in Dienst gestellt. Die ersten Kampfhandlungen der 4. Armee fanden im Polenfeldzug September 1939 als Teil der Heeresgruppe Nord unter Generaloberst Fedor von Bock statt. Die 4. Armee bestand aus dem II. und III. Korps, jedes mit zwei Infanteriedivisionen, dem XIX. Korps mit zwei motorisierten und einer Panzerdivision, dem I. Grenzschutzkorps mit einer Infanteriedivision und zwei Infanteriedivisionen als Reserve. Die Armee hatte Befehl, den polnischen Korridor zu nehmen und auf diese Weise eine Verbindung von Ostpreußen mit dem übrigen Gebiet des deutschen Reiches zu schaffen. Ein Teil der 4. Armee stieß weiter südlich nach Pommerellen vor und verband sich mit anderen deutschen Truppen bei Warschau.

Während des Westfeldzugs stieß die 4. Armee als Teil der Heeresgruppe A unter Generaloberst Gerd von Rundstedt aus dem Rheinland nach Belgien vor. Zusammen mit anderen deutschen Armeen durchbrach die 4. Armee die Dijle-Linie und vollendete die Einschließung der alliierten Streitkräfte bei Dünkirchen. Generalmajor Erwin Rommel, damals unter Kluge, trug viel zu dessen Siegen bei. Kluge, bis dato General der Artillerie, wurde zusammen mit vielen anderen am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall ernannt.

Die 4. Armee wurde zu Beginn des Unternehmens Barbarossa von 1941 von Bocks Heeresgruppe Mitte unterstellt. Ihr erstes Ziel war es, so viele sowjetische Truppen wie möglich im Raum Minsk einzukesseln. Es gelang, zwei sowjetische Armeen einzukesseln und zu vernichten. Darauf nahm die 4. Armee an der Kesselschlacht bei Smolensk teil, bei der ebenfalls zahlreiche sowjetische Truppen vernichtet wurden. Diese Erfolge führten unter anderem zu der Annahme, dass die Sowjetunion besiegt sei. Jedoch führten schlechte Straßenverhältnisse dazu, dass die Heeresgruppe angehalten wurde und mit ihr die 4. Armee. Am 19. Dezember 1941 reichte Kluge gemeinsam mit von Bock und GFM Walther von Brauchitsch seine Ablösung ein. Kluge wurde durch General Ludwig Kübler ersetzt.

Nach dem Start der Operation Blau erlebten die 4. Armee und die ganze Heeresgruppe Mitte keine größeren Kämpfe, weil die meisten Truppen im Süden konzentriert worden waren. Als jedoch die Heeresgruppe Mitte seit 1943 auf der ganzen Linie im Rückzug begriffen war, musste auch die 4. Armee ihre Truppen zurückverlegen. Während der sowjetischen Operation Bagration kam es zur Vernichtung dieses Heeresverbandes in der Kesselschlacht bei Minsk. Dabei gerieten die meisten Kommandeure in sowjetische Gefangenschaft oder wurden getötet. Die 4. Armee musste daher im Juli und August 1944 unter der Federführung von General der Infanterie Friedrich Hoßbach neu aufgestellt werden. Am 27. April 1945 wurde die 4. Armee aufgelöst, als die Rote Armee Berlin eingeschlossen hatte. Der letzte Befehlshaber war General Friedrich-Wilhelm Müller.

Oberbefehlshaber

Siehe auch


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