Atari DOS
Eine Freeware-Implementierung

Atari DOS, kurz für Atari Disk Operating System, ist ein Betriebssystem für die Verwendung auf Atari-8-Bit-Computern.

Unterstützt wurden Atari-Diskettenformate mit 90 kB und später auch 130 kB Speicherplatz. Disketten wurden einseitig beschrieben und gelesen.

Versionen

Die bekanntesten Versionen sind DOS II 2.0s von 1980 und 2.5 von 1984. Zwischendurch wurde noch DOS 3.0 veröffentlicht, welches anfangs mit dem neuen Diskettenlaufwerk ATARI 1050 ausgeliefert wurde und als erstes die Unterstützung für Disketten mit 130 kB Speicherkapazität bot. Es wurde jedoch aufgrund seines hohen Speicherbedarfs und der teilweise daraus resultierenden mangelnden Kompatibilität mit älterer Software nicht vom Kunden angenommen. So wurde DOS 2.5 veröffentlicht, ein DOS 2 mit Unterstützung für 130 kB Disketten.

Aufbau und Eigenschaften

Atari DOS bestand im Grunde aus zwei Dateien:

DOS.SYS bot die Funktionalität für das Anlegen, Umbenennen, Löschen und Lesen von Dateien sowie das Formatieren von Disketten. Diese Funktionen konnten von Programmen über den D:-Handler (siehe unten) aufgerufen werden.

DUP.SYS bot menügesteuerten Zugriff auf diese Funktionen. Zusätzliche Funktionen, die DOS.SYS nicht enthielt, waren das Kopieren sowie Duplizieren von Dateien.

Als der Atari 130XE auf den Markt kam, wurde noch ein RAM-Disk-Treiber (RAMDISK.COM) hinzugefügt, der den zusätzlichen Arbeitsspeicher des Computers als Diskettenlaufwerk bereitstellte.

Dateien konnten nach der aus dem PC-Bereich bekannten 8.3-Konvention benannt werden, d.h. acht Zeichen für den Dateinamen und zusätzliche drei Zeichen für die Erweiterung, getrennt durch einen Punkt. Alle Buchstaben wurden in Großbuchstaben umgewandelt. Ab DOS 2.5 durfte das erste Zeichen im Namen auch eine Ziffer sein. Im Inhaltsverzeichnis einer Atari-Diskette wurde diese Darstellung geändert. Nicht genutzte Zeichen des eigentlichen Namens wurden mit Leerzeichen aufgefüllt und der Punkt vor der Dateinamenerweiterung nicht dargestellt. Unterverzeichnisse anzulegen war nicht möglich. Es konnten maximal 64 Dateien auf einer Diskette angelegt werden, was bei der geringen Speicherkapazität der Disketten durchaus ausreichend war.

Um einen Atari mit einem Diskettenlaufwerk verwenden zu können, musste das Atari DOS beim Booten geladen werden. Ohne das Booten eines Disketten-Betriebssystems boten Atari-8-Bit-Computer keine Diskettenfunktionalität. Durch diesen Umstand konnten mehrere DOS-Versionen für den Atari entwickelt werden, die nicht auf Atari DOS basierten. So entstanden DOS-Versionen, die, geeignete Hardware vorausgesetzt, Datenträger mit bis zu 16 MB verwalten konnten und die Funktionalität von Unterverzeichnissen und sogar Zeitstempeln boten.

Die Größe von Dateien bzw. der freie Speicherplatz wurde in Sektoren angegeben. Bei der vom Atari DOS verwendeten Schreibdichte war ein Sektor genau 128 Byte groß (spätere DOS-Versionen verwendeten eine hohe Speicherdichte von 256 Byte pro Sektor). Die letzten drei Byte eines Sektors bildeten den Sektor-Link. Er gab Auskunft über die Anzahl der Daten-Bytes in diesem Sektor (meist 125), die Dateinummer und die Nummer des nächsten Sektors der zu dieser Datei gehört. Die genaue Größe einer Datei in Bytes konnte nicht direkt in Erfahrung gebracht werden.

Unter DOS 3.0 wurden vier Sektoren zu einem Block zusammengefasst. Das machte bei großen Dateien zwar eine Speicherplatzersparnis von neun Byte pro Block (da nur noch die Blöcke verlinkt waren), jedoch nahmen kleine Dateien mindestens einen Block, also vier Sektoren bzw. 512 Bytes (unter DOS 2 nur 128 Byte) auf dem Datenträger ein.

Der D:-Handler

Atari-Disketten werden über den sogenannten D:-Handler angesprochen. Das Atari DOS bot weitere Handler, wie z.B. K: (Keyboard / Tastatur), S: (Screen / Bildschirm), E: (Editor / Bildschirm und Tastatur). Diese Handler im Atari DOS sind mit heutigen Hardware-Treibern vergleichbar. Der D:-Handler wurde mit DOS geladen. Somit konnten DOS-Befehle ohne die Menüführung DUP.SYS ausgeführt werden (DUP.SYS konnte weggelassen werden, wenn man eine bootfähige Diskette erstellen und möglichst viel Speicherplatz bereitstellen wollte). Eine Datei umbenennen konnte man z.B. mit dem Befehl

XIO 32,#1,0,0,"D:altername,neuername"

An den Atari konnten maximal acht Diskettenlaufwerke angeschlossen werden. Diese wurden dann mit D1: bis D8: angesprochen.


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Atari DOS — Infobox OS name = Atari DOS logo = caption = Atari DOS version 2.5, main menu developer = Atari, Inc., Atari Corporation source model = Closed source kernel type = supported platforms = Atari 8 bit family ui = A menu or Command line interface… …   Wikipedia

  • Atari 400/800/XL/XE — Atari 800XL  одна из самых популярных моделей серии Atari 400, Atari 800, серии XL и XE  семейство 8 разрядных домашних компьютеров …   Википедия

  • DOS XL — Screenshot of DOS XL Original author(s) Paul Laughton, Mark Rose, Bill Wilkinson and Mike Peters Developer(s) Optimized Systems Software …   Wikipedia

  • ATARI 1050 — ATARI 1050  первый дисковод полуторной плотности записи (после установки ICD Doubler двойной плотности), выпущенный фирмой Atari взамен Atari 810. Содержание 1 …   Википедия

  • Dos (desambiguación) — Dos puede designar a: Contenido 1 Número 2 Años 3 Música 4 Informática: Sistemas Operativos 5 …   Wikipedia Español

  • Atari 8-bit family — The Atari 8 bit family is a series of 8 bit home computers manufactured from 1979 to 1992. All are based on the MOS Technology 6502 CPU and were the first home computers designed with custom coprocessor chips, giving them the most powerful… …   Wikipedia

  • DOS — Dieser Artikel behandelt Betriebssysteme. Weitere Bedeutungen der Abkürzung DOS findet man unter Dos. Als Disk Operating System [dɪsk ˈɒpəɹeɪtɪŋ ˈsɪstəm] (kurz DOS) werden kleine und einfache Betriebssysteme für Computer bezeichnet, deren… …   Deutsch Wikipedia

  • Atari BASIC — For the version of BASIC bundled with the Atari ST computer series, see Atari ST BASIC . ATARI BASIC is a ROM resident BASIC interpreter for the Atari 8 bit family of 6502 based home computers. The interpreter originally shipped on an 8 KB… …   Wikipedia

  • DOS — This article is about the family of operating systems for IBM PC compatible computers. For other uses, see DOS (disambiguation). FreeDOS screenshot showing the command line interface, directory structure and version information. DOS, short for… …   Wikipedia

  • ATARI ST — Atari 520ST Atari 1040STF Der Atari ST war eine Heimcomputer Serie von Atari, die von 1985 bis 1994 produziert wurde. Die ST Serie eignete sich auch für professionelle Büroanwend …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”