Atari STE

Der Atari 1040 STE war ein Heimcomputer von Atari, der im Jahr 1989 als Nachfolger der Atari ST-Serie eingeführt wurde, um verlorene Marktanteile vom konkurrierenden Amiga zurückzuerobern. STE stand für ST Enhanced.

Inhaltsverzeichnis

Hardware

Im Vergleich zum Atari 1040 ST erhielt der STE folgenden neue Eigenschaften:

  • Betriebssystem TOS 1.06 (später 1.62) in 256KB, bis auf einige zusätzliche Routinen zur Ansteuerung der STE-Hardware und der automatischen Initialisierung der Cookie-Jar identisch mit TOS 1.04 (192KB, auch "RainbowTOS" genannt)
  • eine Farbpalette von 4096 Farben (512 beim ST), jedoch nach wie vor nur 16 gleichzeitig darstellbar
  • Genlock - Unterstützung
  • DMA 8-bit Stereosound mit bis zu 50 kHz Digitalsound-Wiedergabe zusätzlich zu dem bereits im ST eingesetzten 3-stimmigen YM2149 Soundchip
  • National LMC1992 zum Mischen der Klangausgabe mit separater Kontrolle von Gesamtlautstärke, Balance, Bass und Höhen (integriert über ein Microwire-Interface)
  • Einfach zu erweiternde SIMM Steckmodule für Speicher bis zu 4 MB (vorher war meist Löteinbau für die Speichererweiterung nötig)
  • Gesockelter 68000 im PLCC-Gehäuse (ermöglichte steckbare Erweiterungen, allerdings inkompatibel zu bestehenden ST-Erweiterungen, die einen 68000 im DIL-Gehäuse voraussetzten)
  • ein grafischer Koprozessor, den sogenannten Blitter (Füllrate 4 MB/s)
  • Horizontales und Vertikales Hardware-Scrolling in allen Auflösungen
  • Erweiterte Joystickports, die auch Lichtgriffel und Drehregler unterstützten, zusätzlich zu den zwei auch im ST vorhandenen digitalen Joystick-Anschlüssen

Ansonsten ist das Gerät weitgehend mit dem 1040 STFM identisch. Gehäuse und Tastatur sind gleich, es finden sich weitgehend die gleichen Anschlüsse. Zusätzlich verfügt der STE über zwei Cinch-Anschlüsse zur Tonausgabe in Stereo.

Geschichte

Das erste Mal wurde der STE auf der Atari Messe im August 1989 der Öffentlichkeit vorgestellt.[1]

Die Änderungen am Betriebssystem und die veränderten Farbregister für die erweiterte Palette brachten jedoch viele Inkompatibilitäten an bestehender Software, vor allem bei Spielen, mit sich. Zunächst unterstützten vor allem Public Domain-Spiele und Software den STE, z.B. Musikprogramme wie der ProTracker oder Audio Sculpture. Später nutzten auch kommerzielle Spiele, vor allem die des deutschen Entwicklers Thalion Software, die erweiterten Fähigkeiten des STE teilweise aus. Auch einige Demos, allen voran "Braindamage" der Gruppe Aggression, demonstrierten die multimedialen Stärken des STE. Erst gegen Ende der 16-Bit Ära erschienen kommerzielle Spiele, die nur auf dem STE lauffähig waren, z.B. "Sleepwalker" von Ocean, "Obsession" und "Substation" von Unique Development Sweden oder "Stardust" von Bloodhouse.

Zusammengefasst konnte der STE jedoch nur teilweise mit dem bereits lange existierenden Amiga technologisch gleichziehen, ihn aber nicht überholen. Der Amiga 500 blieb weiterhin die favorisierte Spieleplattform. Der 1040 STE blieb in den Verkaufszahlen deutlich hinter den Erwartungen zurück, unter anderem, da Atari in Deutschland scheute, den STFM durch den STE abzulösen und beide Systeme gleichzeitig - den STE zu einem höheren Preis - anbot.

Atari veröffentlichte 1991 mit dem MegaSTE eine für den semi-professionellen Einsatz gedachte Variante des STE, 1992 stellte Atari mit dem Falcon030 den Nachfolger des 1040STE vor.

Erweiterungen

Für den STE kam einige auf dieses Gerät zugeschnitte Hardware heraus, unter anderem folgende:

  • Joypads für die erweiterten Joystickports in grau (im Gegensatz zu den schwarzen des Atari Jaguar)
  • Hypercache Turbo+, steckbarer 16 MHz Speeder mit 32 kB Cache
  • Sample Wizard/STE, Stereo-Soundsampler von Galactic für den Druckerport [2],[3]
  • PAK 68/3, Beschleuniger-Karte mit MC68030 (32 oder 50 MHz) von mw-Electronic [4]

Der Atari STE heute

Heutzutage gibt es für klassische Computer, wie die Amiga- oder ST-Reihe, immer noch eine Fanbasis, die regelmäßig Spiele und Demos für diese Maschinen produziert. Die Atariszene nutzt den STE in fast allen Produktionen zumindest bei der erweiterten Farbpalette oder dem Digisound aus. Jedoch gibt es bis heute nur eine Minderheit, die sich dem STE intensiv oder ausschließlich widmet.

Viele Programme für die STE-Serie sind mit den Emulatoren Steem oder Hatari auf heutigen PCs lauffähig. Erhältlich sind diese hier:

Einzelnachweise

  1. ST-Magazin 10/1989
  2. SYNRISE[1]
  3. ST-Magazin 4/1991[2]
  4. Atari inside 6/1995[3]

Weblinks


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