Atefie

Kave Atefie (* 20. Juni 1968 in Wien) ist ein österreichischer Maler persischer Abstammung.

Leben

Atefie besuchte ab 1978 das Bundesgymnasium Bernoullistrasse in Wien 22, wo er 1986 auch maturierte. Danach begann er das Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien, welches er allerdings nach Fertigstellung der Diplomarbeit nicht abschloss. 1990 machte sich Atefie selbständig und gründete das Textildruckunternehmen GKA [1], welches er noch heute leitet.

Nach der Geburt seines Sohnes Nikolai im Jahr 1994 beschäftigt sich Kave Atefie erstmals mit dem Druckverfahren Siebdruck als künstlerisches Ausdrucksmittel. Inspiriert von den Arbeiten des Pop Art Künstlers Andy Warhol experimentiert er mit unterschiedlichen Farben, Druckmaterialien und Rastertechniken, verwirft diesen Ansatz aber letztlich und hält die Arbeiten bisher unveröffentlicht.

Mit Malerei und Fotografie begann der Autodidakt Atefie vergleichsweise spät im Jahr 2000. 2001 folgten die ersten Ausstellungen seiner Arbeiten, welche vorerst auf Fotografie und Digitalkunst beschränkt waren. Es folgten experimentelle Arbeiten mit unterschiedlichen Werkstoffen (Holz, Metall usw.) und Bearbeitungstechniken (Digitaltransfers, Einsatz von Feuer als Veredelungsmittel usw.), bis Atefie schließlich bei den klassischen Mitteln der bildenden Kunst - Leinwand, Öl- und Acrylfarben - als Ausdrucksmittel anlangte.

Gesellschaftspolitische Themen stehen bei Atefies Arbeiten im Vordergrund: 2002 thematisierte er - im Eindruck der Ereignisse vom 11. September 2001 - in der Ausstellung "outside it's america" die wachsende politische und kulturelle Entfremdung zwischen Europa und den USA. 2005 folgte im Wiener WUK die Ausstellung "budda bible bellydancer vs. silly, suck a dick?", die sich thematisch mit dem Kampf der Kulturen auseinandersetzte. Auch die letzte Werkreihe "From Adam's rib to Women's Lib." befasst sich kritisch mit einem gesellschaftspolitischen Thema, der Geschichte der Emanzipationsbewegung.

Wenn auch die Darstellungsformen in Technik und Inhalt variieren und ein eindeutiger Stil nicht festzumachen ist, ziehen sich bestimmte stilistische Elemente durch sämtliche Werke und definieren so das Schaffen des österreichischen Künstlers eindeutig und unverkennbar: So nimmt Atefie immer wieder offensichtlich stilistische oder inhaltliche Anleihen anderer zeitgenössischer Künstler und reflektiert deren Arbeiten, indem er diese in einem völlig anderen Kontext setzt und so dem Betrachter einen neuen Blickwinkel darauf eröffnet, zum Beispiel Textfragmente der irischen Rockband U2, die sich immer wieder - mittelbar (etwa als Titel seiner Bilder) oder unmittelbar (als Bestandteile der Bilder) - in den Arbeiten Atefies wiederfinden.

Als Maler verweigert sich Kave Atefie bisher den Spielregeln der Kunstszene indem er - zumindest in Österreich - seine Arbeiten konsequent selbst vermarktet.

Weblinks

Quellen

  1. GKA Siebdruck & Textildruck: http://www.gka.at

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