Atemschutznotfall

Der Atemschutzunfall ist eine spezifische Notfallsituation, bei der ein oder mehrere Träger von Atemschutzgeräten zu Schaden kommen.

Inhaltsverzeichnis

Atemschutzunfälle bei den Feuerwehren

Immer wieder kommen mehrere Feuerwehreinsatzkräfte bei Einsätzen unter Atemschutz zu Schaden. Atemschutzeinsätze sind in besonderem Maße gefährlich, da meist eine nur sehr begrenzte Anzahl von Einsatzkräften schwierige Aufgaben in einer Umgebung durchführen, die nur unter der richtigen Anwendung des Atemschutzes zu keinen gesundheitlichen Schäden führt. Schon der "normale" Brandeinsatz birgt eine Vielzahl von Gefahren (giftiger und sichtbehindernder Brandrauch, Absturzgefahr, Flash-Over-Gefahr, ...).

Bei strikter Befolgung der Vorschriften für den Atemschutz-Einsatz und grundsätzlicher Benutzung von umluftunabhängigen Atemschutzgeräten wird eine Gefahr für die Atemwege ausgeschlossen. Der Einsatz an sich birgt allerdings immer eine Gefahr zu verunfallen. Beachten der Einsatzgrundsätze minimiert aber auch diese Gefahren.

Notruf

Bei einem Atemschutzunfall machen die in Not geratenen Einsatzkräfte durch mehrmaliges Wiederholen des "Mayday"-Notrufes auf sich aufmerksam. Sobald dieser Notruf gehört wurde, muss sämtlicher Funkverkehr unterbrochen werden. Der Aufbau dieses Notrufes ist seit 2002 auch in der Feuerwehr-Dienstvorschrift 7 beschrieben und hat seitdem Einzug in die Grund- und Führungsausbildung genommen.

Schema des Notrufes:

Inhalt Beispiel
Kennwort Mayday, Mayday, Mayday
Lage Hier <Trupp>

<Standort>
<Lage>

Hier AST Maier

sind im 1. OG
Truppkollege mit Luftnot

Gesprächsabschluss Mayday - kommen

Faktoren für mehr Sicherheit

Um folgenschwere Unfälle zu vermeiden oder abzumildern, müssen folgende Dinge beachtet werden:

  • Strikte Einhaltung taktischer Grundsätze und Führungsstrukturen
  • Tragen entsprechender Schutzbekleidung mit ausreichendem Schutz (Jacke und Hose nach EN469 oder HuPF-Bekleidung (1&4), Flammschutzhaube),
  • praxisnahe Ausbildung (Brandsimulation),
  • ständiges Training (unter einsatzähnlichen Bedingungen),
  • regelmäßige ärztliche Kontrollen (in Deutschland nach der G26.III)
  • Durchführung einer Atemschutzüberwachung (auch bei Übungen)
  • Anschaffung und Nutzung von Totmannmeldern
  • Vorhaltung und Training geeigneter Sicherheitstruppkonzepte

In Ländern wie z.B. Österreich versucht man, die Sicherheit zu erhöhen, indem die Atemschutztrupps üblicherweise aus mindestens drei Mann bestehen, da im Falle eines Unfalles einer Person zwei weitere notwendig sind, die verunfallte Person aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Die Vergangenheit hat aber gezeigt, dass bei einem Unfall meist der gesamte Trupp betroffen ist. In Deutschland widerspricht ein Vorgehen im 3-Mann Trupp den gängigen Ausbildungs- und Dienstvorschriften, zumal es durchaus angezweifelt wird, ob ein 3-Mann Trupp tatsächlich ein Mehr an Sicherheit darstellt.

Literatur

Ulrich Cimolino u.a.: Atemschutz, 4. Aufl., Landsberg 2004 (Reihe Einsatzpraxis, hg. v. Ulrich Cimolino) Lothar Kloß: Notfall und Rettung, 1. Aufl., Berlin 2006

Siehe auch

Atemschutz, FwDV

Weblinks


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