Ateşi

Nuride Ateşi oder Nourida Ateshi ist der Künstlername von Nourida Gadirova (* 22. August 1965 in Ogus, Aserbaidschan). Sie ist eine aserbaidschanische Dichterin und Künstlerin und lebt seit 1995 in Berlin.

Leben

Nuride Ateşi wurde als fünftes von zehn Kindern geboren und verbrachte ihre Kindheit bis zum 17. Lebensjahr in den Bergen des Kaukasus nahe der Grenze zu Dagestan. Sie studierte von 1982 bis 1985 in Baku an der Hochschule für Kultur und Sozialpädagogik und wurde 2001 an der Universität für Kultur und Kunst in Moskau im Fach Pädagogik promoviert.

Sie schrieb früh Gedichte. 1983 gewann sie einen Grand Prix zum 850. Jubiläum von Nizami Gencevi (1141–1209) sowie 1985 den ersten Preis in einem Lesewettbewerb mit Werken des Dichters S. Vurgun. Ihre offene und freiheitliche Orientierung mit feministischen und erotischen Gedichten sowie gesellschaftskritischen Kommentaren führten zu einem Publikationsverbot in der hierarchischen Gesellschaft Aserbaidschans. Die unter dem Pseudonym Ateshi (die „Feurige“) veröffentlichten Texte, wie beispielsweise das Gedicht „Was würdest du mit mir tun?“, wurden unter Missachtung des Urheberrechts von Dritten für Schlager und Erfolgshits genutzt.

Der Kampf um das Leben ihrer Tochter Aian begann mit einer schweren Erkrankung in Baku und mehreren Gehirnoperationen unter anderem in Russland. Er wurde erst im Benjamin Franklin-Klinikum Berlin gewonnen. Ihr traditioneller Ehemann, den sie 1989 geheiratet hatte, ließ sich in Baku scheiden und heiratete 1995 wieder. Als sie davon erfuhr, holte sie auch ihren Sohn Aikhan 1995 nach Berlin.

Bedeutend sind für ihr Schaffen die Lage der Frauen in Aserbaidschan, die strenge patriachalische Herrschafts- und Machtorientierung, der Mangel an individueller Freiheit sowie der von Armenien mit russischer Hilfe geführte Krieg gegen Aserbaidschan Karabach, der dieses und das teilweise unmenschliche Los vieler Menschen noch verschärft. Sie wird als Künstlerin als eine „feurige“, gefühlsbetonte Frauenrechtlerin charakterisiert. Sie schreibt, dichtet und übersetzt. Ihre Arbeiten sind in aserbaidschanischer, deutscher, englischer, persischer, russischer und türkischer Sprache erschienen.

Frau Dr. Ateshi bemüht sich um den kulturellen sowie wirtschaftlichen Austausch zwischen Deutschland und Aserbaidschan sowie um ein besseres Verständnis der aserbaidschanischen Kultur in Deutschland. Sie leitet jeweils als Vorsitzende zwei von ihr gegründete Institutionen: Das Gencevi-Institut für aserbaidschanische Kultur – Deutschland und die aserbaidschanische Handelskammer für Deutschland. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift „Neue Brücke – Yeni Körpü“.

Publikationen

Bisher sind von Nourida Ateschi die folgenden Bücher erschienen (aserbaidschanischer Originaltitel):

  1. Ich lebe ohne dich, obwohl du da bist ( Sənsiz yaşayıram sən ola-ola), Baku, Kitab Palatasi 1995.
  2. Was würdest du mit mir tun? (Neylərsən mənə görən), Hitit, Berlin 1995.
  3. Unser Karabach, unser Schmerz (Qarabagımız – Qarabagrımız), Hitit, Berlin 1996.
  4. Avindan kaçan avcı (türkisch: „Jäger auf der Flucht vor seiner Beute“), Hitit, Berlin 1997.
  5. Jäger auf der Flucht vor seiner Beute Wagemann, Berlin 2002.
  6. Nicht erlebte Weiblichkeit (Yaşanmamış qadınlıq), Təhsil, Baku 2003.
  7. Jetzt bin ich da (…Indi mən varam!), Hitit, Berlin 2004.
  8. Schreie Erstickter Gefühle, Hitit, Berlin 2006.
  9. Orijinaldan tərcümələr (Übersetzungen deutscher Literatur in Aserbaidschan), Nurlan, Baku 2006.
  10. Komm, lass uns sündigen (Gəl günaha bataq), Nurlan, Baku 2006.
  11. Einzelkämpferin, Aus dem Leben von Nourida Ateshi, Hitit-Verlag Berlin 2005. Über sie erschienen ist.
  12. Kampf um Berg-Karabach (Deutsch-Sachbuch), Herausgeber: Gencevi Institut.
  13. Mohammed Essad Bey-Die Geheimnisse der letzten Einhundert Jahre (Yüz ilin sirləri) Nurlan, 2007 Baku.
  14. „Falter& Flamme“ Ein Jahrtausend aserbaidschanische Libeslyrik Mattes & Seitz Berlin 2008. Nachdichtung von Nourida Ateschi & Jan Weinert.

Nourida Ateschi schreibt in den mehreren Sprachen, aserbaidschanisch, türkisch und deutsch. Neben Lyrik ist sie auch erfolgreiche Journalistin, schreibt sie auch Publizistik, Texte zu Forschung und übersetzt.

Die Dichterin und Autorin lebt seit 1995 in Berlin.

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