4. Sinfonie (Schubert)

Die Sinfonie Nr. 4 in c-Moll, D 417, genannt Tragische Sinfonie, wurde 1816 von Franz Schubert komponiert. Sie wurde ein Jahr nach der Dritten Sinfonie fertiggestellt, als Schubert gerade einmal 19 Jahre alt war. Dennoch wurde das Werk erst am 19. November 1849 unter der Leitung von August Ferdinand Riccius in Leipzig uraufgeführt, mehr als zwei Jahrzehnte nach Schuberts Tod.

Vom Komponisten nachträglich selbst so betitelt, bezieht sich der Titel Tragische auf die aufgewühlten Momente, die man im Werk findet. Der Titel gab wiederholt Anlass zu Diskussionen und Kritik: Antonín Dvořák umschrieb das Adjektiv mit „tiefem Pathos“, und Robert Schumann bemängelt: „… an eine tragische würde man ganz andere Ansprüche machen“.[1] Harry Goldschmidt analysierte, dass Schubert sich mit dem Werk ein geistiges Problem gestellt habe, dem er in seiner Jugend noch gar nicht gewachsen war: „Er wollte eine tragische Sinfonie schreiben, und siehe da, es wurde nur eine pathetische daraus.“[2]

Das Werk ist neben der Unvollendeten die einzige Sinfonie Schuberts in einer Moll-Tonart. Die vier Sätze nehmen eine Dauer von ungefähr 30 Minuten ein.

  1. Adagio molto - Allegro vivace
  2. Andante
  3. Menuetto. Allegretto vivace
  4. Allegro

Einzelnachweise

  1. zitiert nach: Rüdiger Heinze: IV. Symphonie in c-Moll. In: Renate Ulm (Hrsg.): Franz Schuberts Symphonien. Entstehung – Deutung – Wirkung. dtv/Bärenreiter, München/Kassel 2000, ISBN 3-423-30791-9, S. 121f.
  2. zitiert nach: Hans Gunter Hoke, Covertext zur LP Eterna 725 065 (1987)

Literatur

  • Renate Ulm (Hrsg.): Franz Schuberts Symphonien. Entstehung – Deutung – Wirkung. dtv/Bärenreiter, München/Kassel 2000, ISBN 3-423-30791-9.
  • Henning Bey: Freiheit in der Reflexion. Über das Erhabene von Schiller und die Tragische Sinfonie in c minor von Schubert. In: M. Kube (Hrsg.): Schubert-Jahrbuch 2003-2005. Bärenreiter, Kassel 2008, ISBN 978-3-7618-1984-5.
  • Arne Stollberg: Der „allertragischste Kampf und Sieg“? Schuberts ‚Vierte Symphonie‘ im Kontext der zeitgenössischen Tragödientheorie. In: Schubert:Perspektiven 7 (2007), ISSN 1617-6340, S. 137-225.

Weblinks



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