Athesia
Logo des Verlages
Verlagsgebäude in Bozen

Die Athesia ist eine Druck- und Verlagsgruppe mit Sitz in Bozen in Südtirol. Sie verlegt unter anderem die Tageszeitung „Dolomiten“ und die Monatszeitschrift „Der Schlern“.

Inhaltsverzeichnis

Firmengeschichte

1889 wurde in Brixen der „Katholisch-Politische Preßverein“ gegründet, der ab 1892 das erfolgreiche Massenblatt „Tiroler Volksbote“ verlegte.

1899 wurde der „Preßverein Tyrolia“ in Bozen gegründet, um das Blatt „Der Tiroler“ herauszugeben. Ziel war es, ein auflagenstarkes Blatt im Bozener Raum ähnlich den im Raum Brixen erfolgreichen katholisch-konservativen Blättern „Brixener Chronik“ und „Tiroler Volksbote“ zu etablieren. Nach einem Werbeexemplar zu Weihnachten 1899 erschien „Der Tiroler“ ab dem 2. Januar 1900 regelmäßig.

1907 schlossen sich die beiden Preßvereine aus Brixen und Bozen zur „Verlagsanstalt Tyrolia GmbH“ zusammen. Zum Gründungstag am 27. November 1907 verfügte das Unternehmen über Druckereien in Brixen, Bozen und Innsbruck sowie je eine Buch- und Papierhandlung in Bozen, Brixen, Sterzing und Innsbruck. Es erschienen „Die Brixener Chronik“ (dreimal wöchentlich), der „Tiroler Volksbote“ (14-täglich), der „Tiroler“ (dreimal wöchentlich in Bozen), die „Tiroler Bauernzeitung“ (14-täglich) und als Tagblatt in Innsbruck der „Tiroler Anzeiger“. Gründer war der katholische Priester, Mitbegründer und Obmann der Christlichsozialen Partei in Tirol, kommissarischer Landeshauptmann von Tirol, Reichs- und Nationalratsabgeordnete Dr. Ämilian Schöpfer, der dem Tyrolia Verlag bis zu seinem Tod, 1936, als Präsident vorstand.

Die italienische Besetzung Südtirols im November 1918 beeinträchtigte zunehmend das Unternehmen. Nordtiroler Zeitungen durften nicht mehr über den Brenner gelangen. 1920 sah sich das Unternehmen zur Aufspaltung in zwei Firmengruppen nördlich und südlich des Brenners gezwungen.

Mit der Machtergreifung Benito Mussolinis im Oktober 1922 litt die Firma unter der systematischen Ausradierung des deutschen Kulturgutes in Südtirol, die vor allem Ettore Tolomei, der „Totengräber Südtirols“, vorantrieb. Da der Name Tirol in allen Variationen verboten war, musste sich die Firma umbenennen und wählte zunächst den Namen „Vogelweider“, dessen Anfangsbuchstabe auch heute noch das Logo der Firma bestimmt. Als dann alle deutsch klingenden Namen verboten wurden, wich man auf „Athesia“, abgeleitet vom lateinischen Namen des Flusses Etsch (lat. athesis), aus. Die Zeitschrift „Tiroler“ wurde in „Der Landsmann“ und später in „Dolomiten“ umbenannt.

1966 wurde in der Industriezone in Bozen ein neues Verlagshaus errichtet, das danach mehrmals erweitert wurde.

1989 wurde eine Octoman-Rollenoffsetmaschine angeschafft, 1990 eine 64-Seiten-Zeitungsrotationsmaschine.

2008 stieg die Athesia-Gruppe in den Foto- und Web2Print-Markt mit der Marke QuiCompany ein.[1]

Athesia-Gruppe

Zur Athesia-Gruppe gehören heute die Reisebürokette Alpina Tourdolomit, die ehemals eigenständige Druckerei Ferrari Auer, Athesia Buch GmbH (mit Buchhandlungen und Papierwaren), der Spartenverlag Athesia Touristik und verschiedene Herausgeber von Bezirksblättern.

Die Aktien der Verlagsanstalt Athesia AG sind mehrheitlich im Besitz der Bozner Familie Ebner sowie der Diözese Bozen-Brixen. Der ehemalige Europaparlamentarier und nun auch Präsident der Handelskammer Bozen Michl Ebner ist Leiter der gesamten Gruppe und mehrerer Tochterunternehmen; sein Bruder Toni Ebner ist Chefredakteur der Dolomiten.

Das Amt des Präsidenten der Athesia Verlagsanstalt hat seit dem 10. Juni 2011 Dekan Hochw. Alois Müller inne. Das Amt des Vizepräsidenten bekleidet Dr. Michl Ebner.

Literatur

  • Anton Dörrer: Die Verlagsanstalten Tyrolia und Athesia in Bozen 1888-1950. In: Jahrbuch der Gutenberg-Gesellschaft 1950, S. 274-279.
  • Moritz Windegger (Red.): 100 Jahre Tyrolia-Athesia: 1907-2007, ein Tiroler Verlagshaus. Geschichte und Zukunft, Bozen 2007.

Weblinks

Quelle

  1. Siehe „Athesia Saga“ auf der Webseite der Athesia.

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