4. Ukrainische Front

Die Südfront (russisch Южный фронт) war eine militärische Formation der Roten Armee während des Zweiten Weltkriegs. Die Front wurde drei Tage nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 gebildet und bestand bis zum 28. Juli 1942. Eine neue Südfront wurde am 1. Januar 1943 aus der Stalingrader Front gebildet und am 20. Oktober 1943 in 4. Ukrainische Front umbenannt wurde. Unter diesem Namen bestand die Front bis Kriegsende fort.

Inhaltsverzeichnis

Erste Formation

Am 25. Juni 1941 bildete der Odessaer Militärbezirk unter dem Kommando von Generalleutnant Iwan Wladimirowitsch Tjulenew die Südfront. Die Front erhielt am 12. Juli 1941 zusätzliche Kräfte aus der aufgelösten Südwestfront und wurde am 28. Juli 1942 offiziell aufgelöst. Die Truppen wurden an die Nordkaukasusfront abgegeben.

Zweite Formation

Im Juli 1942 wurden drei Reserve-Armeen (1., 5. und 7.) der Stawka in den Raum Stalingrad verlegt und in 64., 63. bzw. 62. Armee umbenannt. Diese Armeen bildeten am 12. Juli 1942 die Stalingrader Front, welche am 1. Januar 1943 unter Generaloberst Andrei Iwanowitsch Jerjomenko die neue Südfront bildete. Diese Südfront wurde am 20. Oktober 1943 in 4. Ukrainische Front umbenannt.

4. Ukrainische Front

Die 4. Ukrainische Front war ein militärischer Verband der Roten Armee. Die Front entstand 1943 durch die Umbenennung der Südfront und wurde erstmals in der Schlacht am Dnepr und in der Zweiten Schlacht um Kiew eingesetzt. Im April 1944 unternahm die Front eine Offensive zur Befreiung der deutsch-besetzten Krim, die zur Schlacht um die Krim führte, in der die 4. Ukrainische Front, bestehend aus der 2. Gardearmee, 51. Armee, dem XIX. Panzerkorps und der Selbständigen Küstenarmee auf der Halbinsel Kertsch, die deutsche 17. Armee vernichtete und am 10. Mai 1944 schließlich Sewastopol zurückerobert hatte.

Im September 1944 stand die Front in die westliche Ukraine bereit, um von dort zusammen mit der 1. und 2. Ukrainischen Front über die Karpathen vorzurücken und Budapest von Norden her einzuschließen. Petrows Front griff am 9. September an, kam aber wegen des starken ungarischen und deutschen Widerstand, geleitet von Generaloberst Gotthard Heinrici, nur langsam voran. Am 28. Oktober hatten die sowjetischen Truppen zwar Uschgorod und Mukatschewo erobert, aber die deutschen Truppen standen immer noch in der Slowakei.

Im Januar 1945 drang die Front in Schlesien ein und Ende April 1945 rückte die Front unter General A. I. Jerjomenko gegen Prag vor. Am 8. Mai 1945 eroberten die Truppen der Front Olmütz.

Operationen

Frontkommando

Erste Formation

  • Generalleutnant Iwan Wladimirowitsch Tjulenew (Juni - August 1941)
  • Generalleutnant Dmitri I. Rjabyschew (August - Oktober 1941)
  • Generaloberst Jakow Timofejewitsch Tscherewitschenko (Oktober - Dezember 1941)
  • Generalleutnant Rodion Jakowlewitsch Malinowski (Dezember 1941 - Juli 1942)
  • Armeekommissar 1. Ranges A. S. Saporoschez (Mitglied des Militärrats, Juli - Dezember 1941)
  • Divisionskommissar I. I. Lapin (Mitglied des Militärrats, Dezember 1941 - Juli 1942).
  • Generalmajor G. D. Schischenin (Chef des Stabes, Juni 1941)
  • Oberst F. K. Korschenewitsch (Chef des Stabes, Juli 1941)
  • Generalmajor F. N. Romanow (Chef des Stabes, Juli - August 1941)
  • Generalmajor Alexei Innokentjewitsch Antonow (Chef des Stabes, August 1941 - Juli 1942) (seit Dezember 1941 Generalleutnant).

Zweite Formation

  • Generaloberst Andrei Iwanowitsch Jerjomenko (1. Januar - Februar 1943)
  • Generalleutnant R. Ja. Malinowski (Februar - März 1943) (seit Februar 1943 Generaloberst)
  • Generalleutnant Fjodor Iwanowitsch Tolbuchin (März - 20. Oktober 1943) (seit April 1943 Generaloberst, seit September 1943 Armeegeneral)
  • Generalleutnant Nikita Sergejewitsch Chruschtschow (Mitglied des Militärrats, Januar - Februar 1943)
  • Generalleutnant K. A. Gurow (Mitglied des Militärrats, März - September 1943)
  • Generaloberst Je. A. Schtschadenko (Mitglied des Militärrats, September - Oktober 1943)
  • Generalmajor I. S. Warennikow (Chef des Stabes, Januar - April 1943)
  • Generalmajor Sergei Semjonowitsch Birjusow (Chef des Stabes, April - Oktober 1943) (seit August 1943 Generalleutnant).

4. Ukrainische Front

  • Armeegeneral F. I. Tolbuchin (August (Oktober 1943 - Mai 1944)
  • Generaloberst Je. A. Schtschadenko (Mitglied des Militärrats, Oktober 1943 - Januar 1944)
  • Generalmajor H.E. Subbotin (Mitglied des Militärrats, Januar - Mai 1944) (seit April 1944 Generalleutnant)
  • Generalleutnant S. S. Birjusow (Chef des Stabes, Oktober 1943 - Mai 1944)
  • Generalleutnant F. K. Korschenewitsch (Chef des Stabes, Mai 1944)

4. Ukrainische Front (2. Formation)

  • Generaloberst Iwan Jefremowitsch Petrow (August 1944 - März 1945) (seit Oktober 1944 Armeegeneral)
  • Armeegeneral Andrei Iwanowitsch Jerjomenko (März - Juli 1945)
  • Generaloberst Lew Sacharowitsch Mechlis (Mitglied des Militärrats, August 1944 - Juli 1945)
  • Generalleutnant F. K. Korschenewitsch (Chef des Stabes, August 1944 -April 1945)
  • Generaloberst L. M. Sandalow (Chef des Stabes, April - Juli 1945).

Die Südfront 1941

Generalleutnant Iwan Wladimirowitsch Tjulenew - Odessa

  • 9. selbständige Armee (Generalleutnant Ja.T. Tscherewitschenko)
  • 7. Schützenkorps (Generalmajor K.L. Dobroserdow)
  • 9. Schützenkorps (Generalmajor V.A. Batow)
  • 3. Luftlande-Korps (Generalmajor V.A. Glazunow)
  • VVS Odessa
    • 20. Gemischte Flieger-Division
    • 21. Gemischte Flieger-Division
    • 45. Gemischte Flieger-Division
  • VVS Schwarzmeerflotte
    • 63. Bomber-Brigade
    • 62. Bomber-Brigade

Quellen

Siehe auch


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