Atlantiker

Als Atlantiker werden Personen bezeichnet, die sich in ihrer Identitätsfindung nicht an einem einzelnen europäischen oder nordamerikanischen Nationalstaat orientieren, sondern stattdessen eine Definition über bestimmte Werte in den Vordergrund stellen. Dazu zählen Wertschätzung für freie Marktwirtschaft, Liberalismus und Demokratie sowie eine Identifikation mit den diese Werte repräsentierenden Staaten, insbesondere die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich, Deutschland und andere Staaten in (West-)Europa.

Der Begriff leitet sich ab von den transatlantischen Beziehungen zwischen Westeuropa und den USA. Diese Beziehungen waren prägend für die Entwicklung Westeuropas während des Kalten Krieges, als die enge Kooperation dieser Staaten existenzielle Bedeutung hatte für die wirtschaftliche Entwicklung (Marshall-Plan) und den militärischen Schutz (NATO) Europas und insbesondere Westdeutschlands.

Heute treten Atlantiker für eine enge Kooperation zwischen den USA und den Staaten der Europäischen Union ein, insbesondere in Fragen der Außenpolitik um gemeinsame langfristige Interessen zu wahren.

Atlantiker befürworten daher in der Regel transnationale wirtschaftliche Verflechtungen und treten für eine freie Marktwirtschaft ein, da diese – aus ihrer Sicht – zur verbesserten internationalen Zusammenarbeit beiträgt. Sie sind Gegner einer protektionistischen Wirtschaftspolitik, die sich auf einen einzelnen Staat beschränkt.

Atlantiker distanzieren sich von nationalistischen, kommunistischen/sozialistischen und isolationistischen Bewegungen. Sie sind häufig im wertkonservativen und wirtschaftsliberalen Spektrum zu finden.

Literatur

  • Franz Eibl: Politik der Bewegung. Gerhard Schröder als Außenminister 1961-1966, Oldenbourg Verlag, München 2001, ISBN 3486565508

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