Atlantische Karettschildkröte
Echte Karettschildkröte

Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata)

Systematik
Reihe: Landwirbeltiere (Tetrapoda)
Ordnung: Schildkröten (Chelonia)
Unterordnung: Halsberger-Schildkröten (Cryptodira)
Familie: Meeresschildkröten (Cheloniidae)
Gattung: Eretmochelys
Art: Echte Karettschildkröte
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Eretmochelys
Fitzinger, 1843
Wissenschaftlicher Name der Art
Eretmochelys imbricata
Linnaeus, 1766
Verbreitungskarte: Rote Punkte stellen für diese Art besonders wichtige Niststrände dar. Die gelben haben für die Art eine geringere Bedeutung

Die Echte Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata) ist ein Vertreter der Meeresschildkröten. Sie ist maximal 90 cm lang und erreicht ein Gewicht von höchstens 75 kg. Die Hornplatten des Panzers dieser Tiere überlappen einander und stellen als echtes Schildpatt die wertvollste Form des begehrten Rohstoffes für Kunstgewerbe und Schmuckgegenstände. Der Kopf der Tiere ist sehr schmal und ähnelt dadurch dem eines Greifvogels. Die erwachsenen Tiere sind in der Regel schwarz bis dunkelbraun und weisen gelbliche und hellbraune, manchmal auch rötliche Flecken und Binden auf.

Inhaltsverzeichnis

Unterarten

Von der Echten Karettschildkröte existieren zwei Unterarten:

  • Die Pazifische Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata bissa) ist insbesondere nördlich von Madagaskar, in Indonesien und vor der Nordostküste Australiens heimisch. Sie war früher auch an der Pazifikküste Mexikos verbreitet, ist dort aber extrem selten geworden. Das Vorkommen der Tiere ist häufig an Korallenriffe gebunden, dort finden sich außer Schlüpflingen alle Altersklassen. Man nimmt an, dass diese Art weniger wandert als die anderen Meeresschildkröten. Die Nahrung der Tiere besteht hauptsächlich aus den in den Riffen lebenden Schwämmen, die sie mit ihren schmalen Kiefern herauspicken, aber auch andere Tiere stehen auf ihrem Speiseplan. Die Unterart ist daran erkenntlich, dass der Carapax bei dieser Art hinten eher abgerundet ist. Der Kiel des Carapaxes findet sich durchgängig auf allen Vertebralschilden.[1]
  • Die Karibische oder Atlantische Karettschildkröte (Eretmochelys imbricata imbricata) lebt in den Gewässern der Karibik. Das größte Vorkommen liegt bei Mexiko, wo man sie fast in jedem Korallenriff treffen kann. Die Atlantische Karettschildkröte frisst Weichtiere und Korallenpolypen. Der Carapax läuft bei dieser Art am hinteren Ende spitz zu. Der Kiel des Carapaxes ist nur auf den letzten vier Vertebralschilden feststellbar.

Fortpflanzung

Die Echte Karettschildkröte wird in einem Alter von etwa drei bis 4,5 Jahren geschlechtsreif.[2] Die Paarung der Schildkröten, die ausschließlich im Wasser stattfindet, kann sich über Stunden hinwegziehen. Die Männchen halten sich dabei mit ihren verlängerten und gebogenen Krallen an den Panzern der Weibchen fest.

Der Zeitpunkt der Eiablage ist unterschiedlich:[3]

  • Auf den Andamen finden die Eiablagen zwischen August und Januar statt
  • Auf dem Indischen Festland legen Weibchen das ganze Jahr hindurch Gelege an. Der Höhepunkt liegt jedoch in den Monaten Juni bis Oktober
  • An der Ostküste von Sri Lanka kommt es zur Eiablage zwischen April und Juni
  • An der Westküste von Sri Lanka werden die Nistgruben dagegen zwischen November und Februar angelegt.
  • Auf den Malediven kommt es zu Eiablagen während es ganzen Jahres. Der Höhepunkt fällt hier auf den Monat Dezember.

Die Gelege sind sehr groß und umfassen zwischen 96 und 177 Eier. Die Inkubationszeit bis zum Schlupf der Jungtiere dauert zwischen 57 und 64 Tage.

Gefährdung

Aufgrund ihres Fleisches, ihrer Eier und besonders wegen des Schildpatts wurden die Echten Karettschildkröten intensiv bejagt. Der Verzehr des Fleisches ist dabei für den Menschen keineswegs ungefährlich. Haben die Tiere zuvor giftige Meerestiere oder -pflanzen gefressen, kann das Fleisch der Karettschildkröte auch für den Menschen gefährlich sein. Für Indien sind über 500 solcher Fälle dokumentiert, bei denen 100 für den Menschen tödlich verliefen.[4]

Durch den extrem hohen Wert der Panzer wird der Schutz der Tiere massiv erschwert. Heute sind beide Unterarten vom Aussterben bedroht und stehen durch das Washingtoner Artenschutzabkommen unter internationalem Schutz.

Belege

Einzelnachweise

  1. Das, S. 47
  2. Das, S. 48
  3. Das, S. 48
  4. Das, S. 50

Literatur

  • Indraneil Das: Die Schildkröten des Indischen Subkontinents, Edition Chimaira, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-930612-35-6

Weblinks


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