405 Turbo 16
Peugeot
405 Limousine (1987–1993)

405 Limousine (1987–1993)

405
Hersteller: Peugeot
Produktionszeitraum: 1987–1996
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Stufenheck, viertürig
Kombi, fünftürig
Motoren: Ottomotoren:
1,4–2,0 Liter
(47–144 kW)
Dieselmotoren:
1,8–1,9 Liter
(52–67 kW)
Länge: 4410 mm
Breite: 1695–1715 mm
Höhe: 1350–1405 mm
Radstand:
Leergewicht: 970–1110 kg
Vorgängermodell: Peugeot 305
Nachfolgemodell: Peugeot 406
Heckansicht

Der Peugeot 405 ist ein Mittelklassefahrzeug des französischen Automobilherstellers Peugeot. Er wurde von 1987 (Break: 1988) bis 1996 hergestellt. Er löste indirekt den Peugeot 305 ab, der von der Fahrzeugklasse etwas kleiner (vergleichbar mit dem VW Jetta) war. Das Nachfolgemodell des Peugeot 405 ist der Peugeot 406.

Das Fahrzeug gab es als Stufenheck und Kombi (genannt Break). Die Karosserie zeigt, wie bei vielen anderen Peugeot-Modellen, deutliche Einflüsse des italienischen Karosseriers Pininfarina. Sie wirkte zur Zeit ihrer Erscheinung Ende der 80er Jahre sehr modern und sportlich. Äußerlich trug sie ihrer Zeit Rechnung durch den besonders guten Luftwiderstandsbeiwert von etwa 0,3. Ähnlich anderen nach diesen Gesichtspunkten konstruierten Fahrzeugen (wie Audi 100 oder Opel Omega) weist deshalb auch der 405 im Sommer eine hohe Innenraumaufheizung auf. Es gab ein breites Motorenspektrum, hubraumseitig lagen die Motoren zwischen 1,4 und 2 Liter. Es gab anfangs sogar noch Vergasermotoren. Die Konzern-Diesel (bekannt auch vom 205) waren sehr beliebt und zuverlässig, 300.000 km und mehr sind keine Seltenheit. Die Modelle fingen mit der einfachsten Ausstattung mit dem 405 GL an über den 405 SRI mit 88 kW/120 PS bis hin zur Topausstattung im 405 Mi16 mit 108 kW/147 PS. Der 405 wurde in den gehobenen Ausstattungen auch mit Allrad-Antrieb angeboten, nämlich mit manueller Differenzialsperre im 405 SRI x4 und mit permanentem Allradantrieb im 405 Mi16. Es gab zahlreiche Sondermodelle, wie zum Beispiel die Sonderserie Chamonix (siehe Bild). Gesucht und selten ist besonders auch die ausschließlich als Break erhältliche Roland-Garros-Version mit grün-metallic-farbener Lackierung, Alufelgen und beigefarbener Leder-Ausstattung. Im Laufe der 1990er Jahre flossen Verbesserungen der Sicherheit in die Produktion ein. So konnte ab etwa 1993/94 ein Fahrer-Airbag bestellt werden.

Etwa zur gleichen Zeit gab es auch ein kleines Facelift, bei dem die Rückleuchten der Limousine etwas umgestaltet wurden. Am Ende seiner Bauzeit war der 405 ein Fahrzeug, das recht zuverlässig und ausgereift war.

Der Peugeot 405 wird heute in Deutschland immer seltener. Viele Fahrzeuge wandern wegen ihres haltbaren Dieselmotors nach Osteuropa. Gut erhaltene Modelle aus Rentnerhand wechseln zu günstigen Kursen den Besitzer. In Frankreich gehört der 405 wegen der sehr hohen Verbreitung nach wie vor zum Straßenbild. Vereinzelt ist er sogar noch als Gendarmerie-Fahrzeug zu sehen. Interessant übrigens: auch im Saarland wurde der Peugeot 405 als Streifenwagen eingesetzt, sowohl als Limousine wie auch als Break.

405 Turbo 16

Die Leistungsspitze stellte der 405 Turbo 16 dar, der mit einem 2-Liter-16V-Turbomotor und permanentem Allradantrieb ausgerüstet war. Dieser leistete problemlos mit Turbo-Overboost 144 kW/220 PS. Im Rennsport setzte man auf einen 405 Turbo 16 als Coupé. Dieses Fahrzeug verfügte über Allradantrieb und einen Mittelmotor der 294 kW (400 PS) leistete. Damit nahm Peugeot von 1987 bis 1990 an der Rallye Paris-Dakar teil, außerdem 1988 am Pikes Peak mit einer Aufrüstung auf 441 kW (600 PS).

Nach dem Verbot der Gruppe B Mitte der 1980er Jahre setzte Peugeot die Rallye-Erfahrungen in der Wüstenrallye Paris–Dakar und am Pikes Peak ein. Bei diesen Veranstaltungen nahmen die Modelle 205 Turbo 16 und 405 Turbo 16 teil.

Der Peugeot 405 Turbo 16 basiert in der Rennversion auf der Allrad-Turbo-Technologie des 205 Turbo 16. Dadurch besaß er permanenten Allradantrieb und den XU8T Motor des 205ers. Dieser Motor ist speziell für den Rennsport entwickelt worden. Er ist als Mittelmotor rechts im Fahrzeug platziert und verfügt über einen Hubraum von 1.775 cm³, der durch den Turbofaktor 1,4 einem virtuellen Hubraum von 2.500 cm³ entspricht. Der wassergekühlte Turbolader, der damals auch in der Formel 1 in dieser Größe zum Einsatz kam, stammt von der Firma Garrett und lädt den Motor mit bis zu 2,8 bar Ladedruck auf. Dieser Motor leistet bei der Paris Dakar 294 kW (400 PS) und auf dem Pikes Peak 441 kW (600 PS). Neben dem Motor sitzt auf der linken Seite das manuelle Sechsganggetriebe. Die Radaufhängung erfolgt vorne und hinten über Dreiecks-Querlenker oben und unten. Die Federung besteht aus Schraubfedern und koaxialen Teleskop-Stoßdämpfern. Vorne und hinten kommen innenbelüftete Bremsscheiben zum Einsatz. Das Gewicht lag in der Pikes-Peak-Version bei 800 kg. Dank des guten Leistungsgewichts benötigt der 405 T16 für die Beschleunigung von 0 auf 210 km/h ca. 8 Sekunden auf Asphalt.

Die Paris-Dakar-Rallye wurde von Peugeot von 1987 bis 1990 gewonnen. Bei der ersten Teilnahme des 405 bei der Paris-Dakar wurde Ari Vatanens Wagen gestohlen. Anschließend wurde er nach Auffinden des Wagens wegen verspäteten Starts disqualifiziert. 1988 war es dann soweit, der Bahnrekord von Walter Röhrl am Pikes Peak sollte gebrochen werden. Ari Vatanen unterbot schon im Training die Zeiten des im Vorjahr dominierenden Audifahrers. Am Renntag hatte Vatanen den Rekord schon ad acta gelegt, da es auf den ersten Kilometern des Bergs stark regnete, er sollte aber dennoch die von Röhrl im Audi Sport quattro E2 aufgestellte Rundenzeit unterbieten.

Das Auto hat noch einen kleinen Bruder, den Peugeot 405 Turbo 16 als Straßenversion mit 144–161 kW (196–220 PS). Neben der serienmäßigen Lederaustattung und Wegfahrsperre besitzt er einen permanenten Allradantrieb mit gesperrter, hydraulischer Hinterachse mit Torsendifferenzial und ein Verteilergetriebe mit Viskosperre. Der Motor ist ein 2,0-l-Turbo-Benziner vom Typ XU10J4TE, der ebenfalls einen Garrettlader (VAT 25), aber mit Turbo-Overboost und 1,3 bar Ladedruck besitzt. Zudem hat er einen wassergekühlten Ladeluftkühler und eine sequenzielle Magneti-Marelli-AP-Einspritzung. Das Auto hatte einen Neupreis von 60.000,- DM. Es wurden 1046 Stück gebaut, aber lediglich 99 Exemplare wurden nach Deutschland ausgeliefert.

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