Atlin Short Line Railway and Navigation
White Pass & Yukon Rwy.,
Stand 2006[1]
Strecke der White Pass and Yukon Railway
Legende
Skagway AK Hafen (Pers.bf.)
Skagway Erzhafen (Güterbf.)
Skagway Junction
Bahnhof, Station
Skagway AK (früher Skaguay)
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
(Betriebsbahnhof)
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Boulder
Bahnhof, Station
Denver AK
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Rocky Point
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Clifton
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Black Cross
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Heney
Bahnhof, Station
Glacier
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Slippery Rock
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel 1
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Inspiration Point
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Gulch
Tunnel – bei mehreren Tunneln in Folge
Tunnel 2
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
American Shed
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
White Pass AK
Grenze
Staatsgrenze USA/Kanada
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Gateway
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Meadows
Bahnhof, Station
Fraser BC
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Ptarmigan Point
Chilcoot BC
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Log Cabin
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Barry
Bahnhof, Station
Bennett BC
Pavey BC
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Graves
Pennington BC
Grenze Br. Columbia-Yukon Terr.
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Pit
Bahnhof ohne Personenverkehr – Dienststation, Betriebs- oder Güterbahnhof
Watson YK
Brücke über Wasserlauf (groß)
Wheaton River
Carcross YK (früher Caribou)
Lansdowne YK
Lorne YK
Minto YK
De Wette YK
Robinson YK
Cowley YK
Mac Rae YK
Carr Glynn YK
Utah YK (früher Wigan)
Pueblo YK
Whitehorse YK (früher White Horse)

Die White Pass and Yukon Railway (auch White Pass and Yukon Route) (WP&YR) ist eine Eisenbahngesellschaft in Alaska, British Columbia und im Yukon. Sie besteht aus drei Tochtergesellschaften, die den Streckenabschnitt in den jeweiligen Bundesstaaten verwalten.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vorgeschichte

Nachdem 1896 bei Dawson City Gold gefunden worden war, kamen immer mehr Schürfer in das Gebiet am Yukon River und es entwickelte sich ein wahrer Goldrausch. Aus diesem Grund war es sehr bald notwendig, die Schürfgebiete um Dawson City sowie ein kleineres Gebiet um Atlin in British Columbia an einen Hafen anzubinden, wo die Arbeiter ankamen. Aufgrund der geschützten Lage und der über den White Pass möglichen Trasse wählte man Skagway als Anfangspunkt. Gebaut werden sollte eine Eisenbahnstrecke in der Spurweite von drei Fuß (914 mm) bis nach Fort Selkirk, eine Strecke von 523 Kilometern.

Zu diesem Zweck wurde 1897 in den drei Verwaltungsgebieten jeweils eine Eisenbahngesellschaft gegründet:

  • in Alaska die Pacific and Arctic Railway and Navigation Company,
  • in British Columbia die British Columbia Yukon Railway Company und
  • im Yukon Territory die British Yukon Mining, Trading and Transportation Company, die 1900 in British Yukon Railway Company umgegründet wurde.

Am 30. Juli 1898 wurde schließlich die White Pass and Yukon Railway Company Limited in London gegründet, die daraufhin die drei Gesellschaften übernahm.

Bau des Netzes

Der Bau hatte im Mai 1898 begonnen und bereits am 21. Juli des Jahres konnten nach einigen Problemen mit Soapy Smith, einem lokalen Bandenchef, die ersten 6,4 Kilometer Strecke bis Boulder eröffnet werden. Mitte Februar 1899 war der White Pass erreicht, und damit die Staatsgrenze zu Kanada. Die 32,2 Kilometer lange Strecke von Skagway hierher überwand dabei 873 Höhenmeter. Ein Tunnel sowie zahlreiche Talbrücken mussten gebaut werden.

Am 6. Juli 1899 konnten die Züge bis Bennett fahren. Etwa zu dieser Zeit begannen die Bauarbeiten für den Abschnitt CarcrossWhitehorse. Der verbleibende Abschnitt zwischen Bennett und Carcross entlang des Ostufers des Lake Bennett gestaltete sich schwieriger und wurde später gebaut. Beide Streckenabschnitte gingen schließlich am 1. August 1900 in Betrieb, nachdem drei Tage vorher feierlich der letzte Nagel eingeschlagen worden war. Die gesamte Strecke hatte eine Länge von 177,7 Kilometern.

Da der Goldrausch bereits abklang, baute man die Strecke nicht, wie ursprünglich geplant, weiter nach Dawson City und Fort Selkirk. Neben dem Eisenbahnbetrieb hatte die Bahngesellschaft jedoch auch einen Postdienst zwischen Whitehorse und Dawson City eingerichtet, der mit Pferdekutschen durchgeführt wurde. Mit diesen Wagen wurden auch Passagiere befördert. Außerdem besaß die Bahn 1910[2] 17 Flussdampfer sowie 12 kleinere Schiffe, mit denen Passagiere über den Yukon River bis nach Zentralalaska befördert wurden.

Die „Taku Tram“

Nun mussten noch die Goldfelder bei Atlin angeschlossen werden. Per Schiff konnte man von Carcross aus über den Wheaton River und den Tagish Lake, der vom Yukon River durchflossen wird, bis nach Taku City gelangen. Ab dort ist der Yukon nicht mehr schiffbar. Eine etwa vier Kilometer breite Landbrücke trennt den Tagish Lake vom Atlin Lake. Der Fluss ist an dieser Stelle sehr schmal und nicht für den Personen- und Lastentransport geeignet. Zur Überwindung dieser Landbrücke baute die im Februar 1899 gegründete Atlin Short Line Railway and Navigation eine Pferdebahn in der Spurweite von drei Fuß von Taku City zur Scotia Bay, von wo eine Fähre über den Atlin Lake nach Atlin fuhr. Die Bahn ging am 6. Juni 1899 in Betrieb und hatte den Spitznamen Taku Tram. Etwa ein Jahr nach der Betriebsaufnahme übernahm die Atlin Southern Railway diese Bahn und baute die Anlagen in eine dampfbetriebene Bahn um. 1926 erwarb die WP&YR die Atlin Southern. Sie wurde schließlich 1951 stillgelegt.

Weitere Entwicklung

1910 ging ein 18,17 km langer Abzweig von Mac Rae nach Pueblo in Betrieb, um dort ein neues Bergbaugebiet zu erschließen. Inzwischen wurde in der Region mehr Silber, Kupfer und Blei abgebaut als Gold. Die Zweigstrecke nach Pueblo wurde schon 1918 wieder stillgelegt.

Lok 93 in Skagway (2006)

Nach der Weltwirtschaftskrise, unter der auch der Bergbau in der Region zu leiden hatte, fuhr teilweise nur einmal wöchentlich ein Personenzug. Die Situation änderte sich mit dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941. Die US Army übernahm ab 1942 die Kontrolle über die Bahn. Zahlreiche Loks und Wagen wurden von anderen Bahnen nach Skagway abkommandiert, da die Bahn eine große strategische Bedeutung hatte: sie war bis 1978 die einzige Verkehrsverbindung von Skagway in Richtung Yukon River. 17 Züge fuhren täglich über die Strecke, an Spitzentagen deutlich mehr.

Nachdem die Army die Kontrolle über die WP&YR 1945 wieder abgegeben hatte, wurde es wieder ruhig am White Pass. Die Bahngesellschaft musste 1951 liquidiert werden und wurde durch die neue White Pass and Yukon Corporation abgelöst. Noch in den 1950er Jahren lösten Dieselloks die in die Jahre gekommenen Dampfloks ab. 1956 fuhr auf der WP&YR der erste Containerzug der Welt. Als 1969 bei Whitehorse eine neue Blei- und Zinkmine eröffnet wurde, stiegen die Beförderungszahlen sprunghaft an. Noch im gleichen Jahr verlegte man die Strecke an der Dead-Horse-Schlucht. Die alte Stahlbrücke über die Schlucht war den Belastungen der vielen Züge nicht mehr gewachsen. Die Bahn wurde durch einen neuen zusätzlichen Tunnel und über eine neue Brücke geführt.

1982 mussten aufgrund der stark gesunkenen Metallpreise zahlreiche Minen geschlossen werden. Da die Bahn sich allein über den Personenverkehr nicht rechnete, legte man die Strecke am 7. Oktober des Jahres still. Die Anlagen der Bahn blieben jedoch betriebsfähig.

Da ab Ende der 1980er Jahre immer mehr Kreuzfahrtschiffe in Skagway landeten und der Tourismus in der Region anstieg, erkannte man den Nutzen der Bahn und beschloss, sie als Touristenbahn wieder zu betreiben. Bereits 1988 ging der in Alaska gelegene Abschnitt Skagway–White Pass wieder in Betrieb. Einige Fahrzeuge wurden von der im November 1988 stillgelegten Eisenbahn auf Neufundland gekauft. Im folgenden Jahr fuhren die Züge wieder bis Fraser, 1992 bis Bennett. Ab 1997 fuhren gelegentlich Züge bis Carcross, einen regulären Betrieb gab es dort zunächst jedoch nicht. Ab Mai 2007 fuhren die Züge wieder planmäßig bis Carcross. Nach heftigen Überschwemmungen musste am 27. Juli 2007 der Betrieb zwischen Bennett und Carcross eingestellt werden, da die Brücke in Carcross nicht mehr betriebssicher ist.[3]

Personenverkehr

Lok 73 in Skagway 2006

Der Fahrplan vom Oktober 1913[4] sah einen täglichen Zug Skaguay–White Horse vor, der in Richtung Yukon 7 Stunden 45 Minuten und in Richtung Hafen 7 Stunden und fünf Minuten benötigte. Die beiden Züge begegneten sich in Bennett. Auf der Strecke nach Pueblo fand kein Personenverkehr statt. Es ist nicht klar, ob auf der Strecke überhaupt jemals Personenzüge fuhren.

Nach dem Fahrplan vom 1. Juni 1934[5] gab es damals insgesamt drei Zugpaare. Ein gemischter Zug fuhr an Dienstagen, Donnerstagen, Samstagen und Sonntagen, ein weiteres gemischtes Zugpaar fuhr mittwochs und freitags von Skagway nach Whitehorse und donnerstags und samstags wieder zurück. Der dritte Zug verkehrte als reiner Personenzug und fuhr an Mittwochen und Freitagen in beide Richtungen. Die Fahrzeit für die Strecke betrug zwischen 6 Stunden, 15 Minuten und 7 Stunden, 20 Minuten.

Laut Fahrplan vom 19. Mai 1964[6] fuhren zu dieser Zeit zwei Züge. Ein täglicher Zug fuhr über die gesamte Strecke und benötigte in Richtung Whitehorse 6 Stunden 15 Minuten und in Richtung Skagway 6 Stunden und 40 Minuten. Ein weiterer Zug verkehrte nur im Anschluss an die Liniendampfer in Skagway und fuhr nur bis Carcross. Die bahneigene Buslinie verkehrte einmal täglich von Whitehorse nach Beaver Creek an der Grenze zu Alaska.

2007[7] verkehrt ein täglicher Zug Skagway–Carcross, der für die Strecke über sechs Stunden benötigt – so viel wie 1934 ein Personenzug von Skagway bis Whitehorse brauchte. Daneben fahren mehrere Züge, die nur bis White Pass, Fraser oder Bennett verkehren.

Anhang

Referenzen

  1. Mike Walker: Comprehensive Railroad Atlas of North America. Western Canada. SPV-Verlag, Dunkirk (GB), 2006.
  2. Poor's Manual of Railroads, 44th Annual Number. Poor's Railroad Manual Co., 1911, Seite 1508.
  3. Trains Online-Magazin vom 20. August 2007, [1] (nur für Abonnenten lesbar)
  4. Official Guide of the Railways and Steam Navigation Lines of the United States, Porto Rico, Canada, Mexico and Cuba. Ausgabe November 1913. White Pass&Yukon Route. Seite 988f.
  5. Official Guide of the Railways and Steam Navigation Lines of the United States, Porto Rico, Canada, Mexico and Cuba. Ausgabe Februar 1934. White Pass&Yukon Route. Seite 1193.
  6. Official Guide of the Railways and Steam Navigation Lines of the United States, Puerto Rico, Canada, Mexico and Cuba. Ausgabe November 1964. White Pass&Yukon Route. Seite 870.
  7. Offizieller Fahrplan

Literatur

  • Omer Lavallée: Narrow Gauge Railways of Canada. Montreal: Railfare Enterprises Limited, 1972. S. 56–63, 107–111. ISBN 0-919130-21-6
  • Donald M. Bain: White Pass and Yukon Railway. In: William D. Middleton, George M. Smerk, Roberta L. Diehl (Hrsg.): Encyclopedia of North American Railroads. Indiana University Press, Bloomington, IN 2007, ISBN 978-0-253-34916-3. 
  • Karl Zimmermann: White Pass' new gold. In: Trains. Kalmbach Publishing Co., Mai 2006, ISSN 0041-0934, S. 30–39. 
  • F. L. Jaques: Gateway to the Yukon. In: Trains. Kalmbach Publishing Co., Januar 1951, ISSN 0041-0934, S. 36–43. 

Weblinks


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