Peripetie

Als Peripetie (von altgr.: περιπέτεια: „plötzlicher Umschlag, unerwartetes Unglück/Glück“"; im Drama: „durch plötzlichen Umschlag bewirkte Lösung des Knotens“) bezeichnet man ein Umschlagen des Glücks/Unglücks oder den entscheidenden Wendepunkt im Schicksal eines Menschen.

Peripetie wird als Begriff der Tragödientheorie in AristotelesPoetik erstmals verwendet. Die Peripetie ist eine bestimmte Art der Änderung des Handlungsablaufs. Das Vorkommen einer Peripetie ist ein Merkmal der besten, wirkmächtigsten Form der Tragödie. Der Begriff wird später auch auf andere Gattungen als die Tragödie ausgeweitet. Peripetie in diesem weiten Sinne ist ein Umschwung der Handlung, wodurch die Katastrophe oder die Lösung des Problems eingeleitet wird. Der Umschwung sollte sich möglichst aus der Handlung selbst ergeben, nicht übernatürlichen Ursprungs sein und auch nicht von außen kommen.

Im klassischen, in fünf Akten aufgebauten Schauspiel (Regeldrama), ist die Peripetie meist Inhalt des dritten Aktes, in Dreiaktern ereignet sie sich am Ende des zweiten oder zu Beginn des dritten Aktes. Dabei stellt sie den Höhepunkt und damit die allgemeine Wendung innerhalb der Handlung dar, in der sich die, in den ersten beiden Akten gebildeten Probleme zu lösen beginnen. Bei Schillers Die Räuber wird in der Karl-Handlung die idyllische Szene an der Donau (2. Szene, 3. Akt) als Peripetie bezeichnet, da er dort die Sinnhaftigkeit seiner Revolution gegen die bestehenden Gesellschaftsstrukturen erstmals hinter der Liebe zu Amalia sieht. Besonders starke Wirkung entfaltet die Peripetie, wenn sie mit einer Anagnorisis, dem plötzlichen Erkennen einer Person oder eines Sachverhalts, kombiniert wird.

Im Film bezeichnet man das funktional entsprechende Konzept als plot point.

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Wiktionary Wiktionary: Peripetie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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  • péripétie — [ peripesi ] n. f. • 1605; gr. peripeteia « événement imprévu » 1 ♦ (1740) Didact. Changement subit de situation dans une action dramatique, un récit. Spécialt L événement qui amène la crise d où sort le dénouement. ⇒ nœud. « De pareils… …   Encyclopédie Universelle

  • Peripetie — Péripétie Une péripétie constitue le dénouement du Cinna de Corneille. Une péripétie, du grec περιπετεῖα (peripeteia), de περιπετε peripetès : « qui tombe autour, qui tombe sur », lui même dérivé de περιπιπτειν (peripiptein)  …   Wikipédia en Français

  • peripeţie — PERIPEŢÍE, peripeţii, s.f. Întâmplare sau serie de întâmplări şi de incidente neprevăzute (şi impresionante) care intervin în viaţa cuiva; spec. serie de astfel de întâmplări prezentate într o operă literară. – Din fr. péripétie. Trimis de RACAI …   Dicționar Român

  • peripetie — PERIPETIE. s. f. Changement subit & impreveu d une fortune bonne ou mauvaise en une autre toute contraire. Il n a point d usage qu en parlant des changemens qui se rencontrent, soit dans les poëmes dramatiques, soit dans les poëmes épiques, soit… …   Dictionnaire de l'Académie française

  • Peripĕtie — (v. gr.), plötzliche unerwartete Veränderung der Glücksumstände sowohl zum Guten, als auch zum Schlimmen, daher in der Komödie u. Tragödie der Theil, wo sich der Knoten durch eine plötzliche Glücksänderung löst …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Peripetīe — (griech.), Glücksumschwung, der entscheidende Wendepunkt im Schicksal eines Menschen, besonders innerhalb des Verlaufs eines Dramas (s. d.) oder Romans (s. d.) …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Peripetie — Peripetīe (grch.), Schicksalswendung; im Drama der entscheidende Wendepunkt …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Peripetie — Peripetie, der klare, ganz deutliche Schluß des Drama s, durch welchen die Auflösung der Verwickelung erfolgt. B–l …   Damen Conversations Lexikon

  • Peripetie — Peripetie, griech. deutsch, der Wendepunkt im Schicksale eines Menschen; im Drama die Lösung des Schicksalsknotens …   Herders Conversations-Lexikon

  • Péripétie — Une péripétie constitue le dénouement du Cinna de Corneille. Une péripétie, du grec περιπέτεια (peripeteia), de περιπετής peripetès : « qui tombe autour, qui tombe sur », lui même dérivé de περιπίπτειν (peripiptein) : survenir …   Wikipédia en Français

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