Atomeisbrecher Jamal

JAMAL

Schiffsdaten
Flaggen: UdSSR UdSSR
Russland Russland
Schiffstyp: Atomeisbrecher
Verwendung: Eisbrecher und Expeditionsschiff
Heimathafen: Sankt Petersburg
Schiffstaufe
Bauwerft: Baltiskie Sawod
Eigner: Marineministerium
Technische Daten
Baunummer:
Tonnage: 23.455 t
Länge über alles: 150 m
Länge an der Wasserlinie: 136 m
Breite über alles: 30 m
Breite an der Wasserlinie: 28 m
Max. Tiefgang: ca.10 m
Höhe vom Kiel bis zur Mastspitze: 55 m
Maschinenanlage
Reaktor: zwei OK-900 Reaktoren
mit 171 MWt
Antrieb: 2 nuklear angetriebene Dampfturbinen für sechs Generatoren
Antriebsleistung: 55,3 Megawatt,
ca. 75.000 PS
Höchstgeschwindigkeit: 22 Knoten (40 km/h)
Reisegeschwindigkeit: 19,5 Knoten (36 km/h]
Schrauben: 2
Sonstiges
Passagiere: 100
Anzahl Besatzung: 150

Die Jamal (russisch Яма́л) ist ein russischer Atomeisbrecher der Arktika-Klasse. In der englischen Transkription wird der Schiffsname Yamal geschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung des Namens

Benannt wurde das Schiff nach der Jamal-Halbinsel im Nordwesten Sibiriens, deren Name in der Sprache ihrer Ureinwohner, dem Nenzischen, so viel wie Ende der Welt bedeutet.

Bau

Die Kiellegung fand 1986 in Leningrad in der Traditionswerft Baltiskie Sawod (Baltische Werft) statt. Seit 1856 werden in dieser Werft an der Newa große Seeschiffe gebaut[1][2]. Die Jamal wurde, infolge des Zusammenbruchs der Sowjetunion im Jahr 1992 fertiggestellt. Ursprünglich sollte sie die Schifffahrtswege im Nordpolarmeer freihalten, allerdings wird sie, bedingt durch die politischen Veränderungen, anders genutzt als geplant - nämlich unter anderem als Expeditionsschiff ins Nordpolargebiet.

Die Jamal zählt mit 75.000 PS Maximalleistung nach wie vor zu den stärksten Eisbrechern der Welt. Die Jamal hat eine doppelte Außenhülle. Die äußere Hülle ist an den Stellen, die regelmäßig mit Eis in Kontakt kommen bis zu 48 mm, ansonsten 25 mm dick. Zwischen der äußeren und der inneren Hülle befindet sich Wasserballast. Das Schiff kann bis zu fünf Meter dickes Eis brechen, vereinzelt wurden schon neun Meter dicke Eisschollen gebrochen.

Anmerkungen

Die Jamal und ihre Schwesterschiffe benötigen zwingend kaltes Meerwasser zur Kühlung ihrer Atomreaktoren, daher könnte sie niemals in die Antarktis laufen, da dazu das Durchqueren tropischer Gewässer unabdingbar ist.

Mit frischen Brennstäben kann die Jamal theoretisch bis zu fünf Jahre operieren, ohne einen Hafen anlaufen zu müssen. 86 Sensoren, die über das ganze Schiff verteilt sind, überwachen ständig die Radioaktivität an Bord.

Die Jamal war das zwölfte Schiff (außer diversen militärischen U-Booten) überhaupt, das den Nordpol erreichte.

Bilder

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Werftgeschichte (englisch)
  2. Miramar ship index (englisch)

Weblinks


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