Atomunterseeboot
Das erste Atom-U-Boot, die Nautilus
Vergleich: Modernes U-Boot der Seawolf-Klasse
Die größten U-Boote: Die sowjetisch/russische Typhoon-Klasse

Ein Atom-U-Boot ist ein Unterseeboot, das sowohl seine Antriebsenergie als auch die Energie für die Bordsysteme aus einem oder mehreren Kernreaktoren bezieht. Atom-U-Boote wurden erstmals Mitte der 1950er-Jahre in Dienst gestellt, beginnend am 30. September 1954 mit der amerikanischen USS Nautilus (SSN-571). Heute sind fünf Nationen in der Lage und auch Willens, nuklear getriebene U-Boote zu bauen und zu betreiben; dies sind die Vereinigten Staaten von Amerika, Russland, Frankreich, Großbritannien und die Volksrepublik China. Indien plant derzeit den Bau eines ersten eigenen Atom-U-Bootes.

Atom-U-Boote stellen die Alternative zu den meist kleineren und günstigeren dieselelektrisch angetriebenen U-Booten dar. Der größte Vorteil gegenüber diesen ist die praktisch unbeschränkte Reichweite und die Tatsache, dass Atom-U-Boote in der zeitlichen Länge ihrer Tauchgänge nur durch die Nahrungsvorräte an Bord beschränkt sind.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Entwicklungsgeschichte

Hyman Rickover trieb den Bau des ersten Atom-U-Bootes voran

Die Entwicklung der Atom-U-Boote begann nach Ende des Zweiten Weltkrieges in den Vereinigten Staaten. Der amerikanische Physiker Philip Hauge Abelson beschäftigte sich mit maritimer Antriebstechnik und in diesem Rahmen auch mit der Möglichkeit, einen Reaktor in einem U-Boot unterzubringen. Zur gleichen Zeit waren auf diesem Gebiet die United States Atomic Energy Commission und das Bureau of Ships der United States Navy tätig. In diesen Behörden verfolgte vor allem der spätere Admiral und sogenannte „Vater der Nuklearmarine“ Hyman Rickover die Idee eines nuklear angetriebenen U-Bootes. Auf Basis von Abelsons Forschungsergebnissen entwarf eine Gruppe um Alvin M. Weinberg schließlich einen Reaktor für Unterseeboote.[1] Der Kongress der Vereinigten Staaten genehmigte im Juli 1951 schließlich den Bau eines ersten, voll einsatztauglichen Prototyps für die Navy. Unter der Leitung Rickovers wurde so bis 1954 an der USS Nautilus (SSN-571) gebaut, die das erste Atom-U-Boot der Welt darstellte. Am 17. Januar 1955 legte die Nautilus erstmals aus eigener (Atom-)Kraft vom Pier ab. Im Sommer 1958 demonstrierte sie mit der ersten Unterquerung des Nordpols den Vorteil ihres neuartigen Antriebssystems. Die USS Triton (SSN-586) war 1960 das erste U-Boot, das die Welt komplett unter Wasser umrundete.

Mit einigen Jahren Rückstand begann auch in der Sowjetunion die Entwicklung einer Reihe von Atom-U-Booten. Ende 1952 wurde ein entsprechendes Dekret unterzeichnet, Reaktoren befanden sich bereits seit einiger Zeit in Entwicklung. Das erste sowjetische Atom-U-Boot, die Leninski Komsomol, wurde ab September 1955 in der Gegend von Sewerodwinsk gebaut und im Sommer 1958 erstmals mit nuklear erzeugter Energie gespeist. Das Boot mit der taktischen Nummer K-3 unterquerte 1962 erstmals den Nordpol.

1969 lief bei Electric Boat das kleinste Atom-U-Boot vom Stapel. Das nur rund 45 Meter lange, einzige atomgetriebe Forschungs-U-Boot NR-1 wurde ebenfalls von Hyman Rickover in Auftrag gegeben.

Klassifizierung

Atom-U-Boote wurden in den folgenden Jahren im Wesentlichen in drei verschiedenen Rollen eingesetzt. Die Bezeichnungen folgen der Nomenklatur der US Navy und NATO.

Als Ship Submersible Nuclear oder kurz SSN (deutsch etwa: Tauchfähiges Schiff mit Nuklearantrieb) werden so genannte Angriffs- und Jagd-U-Boote bezeichnet. Ihre Hauptaufgabe sind das heimliche Verfolgen feindlicher Unterseeboote sowie Operationen nahe der feindlichen Küste, unter anderem zur elektronischen Überwachung oder dem Extrahieren von Sondereinsatzkräften, wobei vor allem eine leise Unterwasserfahrt wichtig ist, um nicht von feindlichem Sonar wahrgenommen zu werden.

Ship Submersible Ballistic Nuclear oder kurz SSBN (deutsch etwa: Tauchfähiges Schiff mit Nuklearantrieb und ballistischen Raketen) sind U-Boote, die speziell für den getauchten Start gefertigte ballistische Raketen tragen und abschießen können. Diese SSBN fahren für gewöhnlich irgendwo in den Weiten der Ozeane, um im Falle eines feindlichen atomaren Erstschlages unerreichbar für den Feind zu sein. Somit stellen sie den wichtigsten Teil der Zweitschlagskapazität.

Ein Ship Submersible Guided Missile Nuclear oder kurz SSGN (deutsch etwa: Tauchfähiges Schiff mit Nuklearantrieb und Marschflugkörpern) trägt Marschflugkörper und/oder Seezielflugkörper. Die Aufgabe dieses Typs besteht in taktischen Angriffen auf etwa Flugzeugträgerkampfgruppen und Landziele.

Einsatzgeschichte

USA

Die George Washington war das erste SSBN der Welt

Nach der Fertigstellung der Nautilus und eines zweiten Prototyps, der USS Seawolf (SSN-575), begann in den USA Mitte der 1950er Jahre mit der Skate-Klasse die Serienproduktion von vier Booten. All diese Boote hatten die klassische Rumpfform, wie sie im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde. Um 1960 wurde mit der Skipjack-Klasse erstmals der hydrodynamisch optimierte Albacore-Rumpf in Tropfenform eingesetzt, der Geschwindigkeiten von bis zu 30 Knoten erlaubte, rund 50 % schneller als die ersten US-amerikanischen Atom-U-Boote. Parallel wurden die ersten Raketen-U-Boote entwickelt. Die George-Washington-Klasse war dabei noch ein modifizierter Skipjack-Rumpf, die späteren Boote der Klassen Ethan Allen und Lafayette dann aber schon eigenständige Entwürfe.

In den 1960er Jahren folgte schließlich ein Umdenken bei der US Navy. Nicht mehr die Geschwindigkeit, sondern eine niedrige Geräuschabgabe während der Fahrt wurden in den Vordergrund gestellt. Daraus entwickelte sich die Thresher- und Sturgeon-Klasse. In den 1970er Jahren wurden dann die U-Boote geplant, die auch im 21. Jahrhundert noch das Rückgrat der U-Boot-Flotte der Vereinigten Staaten bilden. Dies sind die Boote der Los-Angeles-Klasse als Jagd-U-Boote und die Ohio-Klasse bei den SSBN. Erst nach dem Ende des Kalten Krieges wurden weitere Jagd-U-Boote fertiggestellt, diese Einheiten der Klassen Seawolf und besonders Virginia gehören heute zu den modernsten Atom-Unterseeboote der Welt.

Die ersten dedizierten SSGN entstanden erst im 21. Jahrhundert aus Umbauten der Ohio-Klasse. Bis dahin hatten lediglich mit Vertical Launching Systems bestückte SSN der Los-Angeles-Klasse diese Aufgabe erfüllt.

Die letzten diesel-elektrisch betriebenen Boote der Barbel-Klasse wurden in den 1950er Jahren parallel zur Skate-Klasse gebaut und gingen um 1990 außer Dienst. Im Anschluss an diese Klasse setzte die US Navy ausschließlich auf Atom-U-Boote. Heute (Stand 2009) befinden sich 71 Atom-U-Boote, davon 14 SSBN und vier SSGN, in der Flotte der US Navy.[2] Die Spitzenzahlen lagen bei rund 140 aktiven Atom-U-Booten ab Mitte der 1960er Jahre.[3]

Sowjetunion/Russland

Eines der ersten sowjetischen Boote der Echo-Klasse

Die sowjetische Marine ging bei der Aufstockung der Atom-U-Boot-Flotte nach der Fertigstellung des ersten Atom-U-Bootes, der Leninski Komsomol, recht schnell vor. Zwischen 1958 und Mitte der 1960er Jahre baute sie zwölf weitere Boote der November-Klasse, der auch K-3 angehörte, außerdem acht SSBN der Hotel-Klasse und 34 SSGN der Echo-Klasse. Diese schnelle Entwicklung, die zum zahlenmäßigen Aufholen der Sowjetunion zur USA führen sollte, ging allerdings auf Kosten genauerer Tests und Erprobungen der Boote und Reaktoren, so dass bald eine zweite Generation folgen musste, die bessere Leistungen erbringen konnten als die ersten Boote. Weil aber nur wenige Werften die schwierig zu bauenden Atom-U-Boote entwickeln und fertigstellen konnten, ging in der Sowjetunion außerdem der Bau konventionell getriebener Boote weiter.

In den 1960er- und 1970er-Jahren wurden weiterhin viele Atom-U-Boote gebaut. Modernere SSBN der Klasse Yankee und Delta folgten, die Produktion letzterer ging in modifizierter Version bis 1992 weiter. Außerdem wurden SSN der Victor-Klasse sowie SSGN der Charlie-Klasse gefertigt. Bis in die 1990er Jahre hinein wurden 142 Boote dieser beiden Klassen fertiggestellt. In den letzten zehn Jahren der Sowjetunion wurde dann mit den Booten der Typhoon-Klasse der größte U-Boot-Entwurf aller Zeiten realisiert, außerdem folgten modernere SSN der Sierra- und Akula-Klasse und SSGN der Oscar-Klasse. Diese U-Boote wurden von der russischen Marine übernommen und teilweise auch weiter produziert. Unter russischer Ägide wurden dann die SSGN der Granay-Klasse sowie die SSBN der Borei-Klasse entwickelt, die derzeit in Produktion sind.

Für 2006 wird die Größe der russischen Atom-U-Boot-Flotte auf rund 38 geschätzt, davon 17 SSN, 14 SSBN und sieben SSGN.[4] Neben den Atom-U-Booten betreibt die russische Marine aber auch moderne konventionell getriebene Boote der Klassen Kilo und Lada.

Großbritannien

Die Valiant, das zweite Atom-U-Boot der Royal Navy

Auch die Royal Navy hatte die Technologie bereits nach dem Zweiten Weltkrieg erforscht, jedoch nie den konkreten Bau von Atom-U-Booten beschlossen. Erst als die Leistungsfähigkeit der Nautilus bekannt wurde, begann das Vereinigte Königreich mit der Planung. Die Briten traten dem Klub der Atom-U-Boot-Mächte schließlich 1963 mit der Indienststellung ihres ersten Bootes, der HMS Dreadnought (S101) bei. Unter dem Ersten Seelord Louis Mountbatten wurde dabei amerikanische Reaktortechnologie in einen britischen Rumpf eingepasst. Recht bald folgte mit der Valiant-Klasse aber das erste komplett britische SSN, mit der Resolution-Klasse dann noch in den 1960er-Jahren außerdem die ersten SSBN. Die Royal Navy produzierte aber auch weiterhin konventionelle U-Boote.

In den 1970er-Jahren folgten zwei weitere SSN-Klassen, nämlich die aus drei Booten bestehende Churchill-Klasse sowie die doppelt so große Swiftsure-Klasse. In den 1980er-Jahren kam schließlich die modernere Trafalgar-Klasse zur Flotte, deren sieben Einheiten die größten SSNs Europas sind. Ab 1993 wurden vier neue SSBN in Dienst gestellt, die der Vanguard-Klasse angehören. Gegenwärtig im Bau befinden sich die Boote der Astute-Klasse, die ab 2009 in Dienst gestellt werden sollen.

1994 gingen mit den nur wenige Monate alten Booten der Upholder-Klasse die letzten dieselelektrischen U-Boote der Royal Navy außer Dienst und ließen eine reine Atom-U-Boot-Flotte zurück. 2009 liegt die Größe der Flotte bei acht SSN und vier SSBN, wobei die Anzahl der SSN langfristig auf sieben reduziert werden soll.

Frankreich

Die Redoutable war Frankreichs erstes SSBN

Die französische Marine setzt seit der Indienststellung der Le Redoutable im Jahr 1971 Atom-U-Boote ein, zu Beginn nur im Rahmen der Atomstreitkräfte. Die Franzosen entwickelten das Antriebssystem ohne Hilfe anderer Staaten komplett allein. Bis 1980 folgten der Le Redoutable fünf weitere SSBN der Redoutable-Klasse nach, 1985 noch das klassenlose Boot L'Inflexible. Bis 1983 waren die Jagd-U-Boote der Franzosen allesamt konventionell getrieben, dann kamen jedoch bis 1993 die sechs Boote der Rubis- und Améthyste-Klasse zur Flotte.

Seit 1997 sind neue SSBN im Bau, die Triomphant-Klasse wird bis 2010 vier Boote umfassen und die alten SSBN ersetzen. Als Ersatz für die SSN ist die Barracuda-Klasse geplant, die zwischen 2016 und 2026 sechs Einheiten erhalten soll.

2001 wurde das letzte dieselelektrische U-Boot außer Dienst gestellt. Die Größe der französischen U-Boot-Flotte liegt Anfang 2009 damit bei sechs SSN und drei SSBN.

China

Die fünfte Einheit der Han-Klasse

Die Marine der Volksbefreiungsarmee ist die bisher letzte, die Atom-U-Boote baute, wobei über deren Boote relativ wenig bekannt ist. Das Programm zur Planung startete bereits Ende der 1950er Jahre, die Bitte um Hilfe aus der Sowjetunion wurde abgelehnt.[5] Aufgrund dessen dauerte es Jahre, bis Resultate sichtbar waren: Zwischen 1974 und 1991 gingen die fünf SSN der Han-Klasse in Dienst, Analysten gehen davon aus, dass diese zumindest teilweise noch aktiv sind. Ab 1981 gingen dann die ersten SSBN der Volksrepublik in Dienst, soweit bekannt wurden zwei Xias gebaut, von denen eines später verloren gegangen sein könnte[6], das andere scheint noch in Dienst zu stehen. Mindestens eine Quelle berichtet außerdem vom Verlust einer Han.[7]

Im 21. Jahrhundert lief mit der Shang-Klasse das erste neue SSN Chinas vom Stapel, wie groß diese Klasse werden wird ist unbekannt. Wie auch bei den neuen SSBN der Jin-Klasse, dessen erstes Boot 2004 vom Stapel gelaufen zu sein scheint, haben russische Werften und Designer beim Bau der U-Boote eine wichtige Rolle gespielt.

Die genaue Größe ist auf Grund ungenauer und zweifelhafter, teils widersprüchlicher Informationen nicht bekannt, sie liegt 2007 aber bei unter zehn Atom-U-Booten. Damit ist die chinesische Flotte dieselelektrischer U-Boote, die aus eigener, sowjetischer und russischer Produktion stammen, zahlenmäßig wesentlich größer.

Indien

Indien hat bisher selber keine Atom-U-Boote zu Wasser gelassen. Allerdings leaste die Marine ein Boot der Charlie-Klasse von der Sowjetunion und setzte es zwischen 1988 und 1991 ein. Das Boot K-43, das in der indischen Marine als INS Chakra bekannt war, wurde von sowjetischen Matrosen kontrolliert, die die Inder anlernten. Indien selbst startete bereits 1985 das Programm Advanced Technology Vessel, das den Bau eigener Atom-U-Boote zum Ziel hat. 2009 will die indische Marine ihr erstes Atom-U-Boot für Erprobungsfahrten bereit haben. Dazu wird die Atomrakete Sagarika vorbereitet, die eine Reichweite von bis zu 1000 Kilometer besitzen soll und von getauchten U-Booten gestartet werden kann, aber erst Jahre nach dem ersten ATV bereit sein soll.[8]

Daneben gab es seit der Jahrtausendwende immer wieder Medienberichte über das Leasing zweier russischer U-Boote der Akula-Klasse. Die Gerüchte über den Abschluss eines solchen Vertrages wurden im März 2007 vom russischen Föderalen Dienst für militärtechnische Zusammenarbeit allerdings dementiert.[9] Ab August 2009 wird die indische Marine ein gerade fertig gestelltes Boot der russischen Marine für zehn Jahre leasen. Dieses wird der Akula-II-Klasse angehören und in Indien wieder INS Chakra heißen. Die Kosten belaufen sich auf 650 Millionen US-Dollar.[10]

Antriebstechnik

Allgemeines

Schema eines turbo-elektrischen Antriebs

Technisch gesehen gibt es zwischen konventionellen und Atom-U-Booten wenig Unterschiede. Mit der französischen Rubis-Klasse wurde bewiesen, dass der Reaktor auch keine wesentliche Vergrößerung der Boote bedingen muss; mit knapp 73 Metern sind sie nicht größer als moderne dieselelektrische Boote wie etwa die der Kilo-Klasse. Dies ist allerdings eher die Ausnahme, der Reaktor und die Reaktorabschirmung fügen Atom-U-Booten ein hohes Zusatzgewicht zu, weshalb die meisten über 100 Meter lang sind.

Ein Unterseeboot mit Atomantrieb besitzt einen Kernreaktor, wie er an Land etwa in Kernkraftwerken eingesetzt wird, allerdings weit kleiner, da er in eine Hülle mit einem Durchmesser von unter 10 Metern passen muss. Der Reaktor erhitzt dabei eine Flüssigkeit im radioaktiven Primärkreislauf. Diese wiederum gibt ihre Wärme in einem Wärmeübertrager an hochreines Wasser im nicht radioaktiven Sekundärkreislauf ab. Der entstehende unter hohem Druck stehende Dampf treibt eine Turbine an. Ein an diese Turbine angeschlossener Generator erzeugt die Energie für die Bordsysteme und lädt Batterien auf, die auch bei einem Reaktorausfall Energie liefern. Die Antriebsenergie kommt beim sogenannten turbo-elektrischen Antrieb von einem Elektromotor. Häufiger wird jedoch eine Getriebeturbine eingesetzt, die die Welle direkt mit der Energie der Turbine antreibt.

Heutige U-Boote verwenden ausschließlich Druckwasserreaktoren. Sowohl die USA auf der Seawolf als auch die Sowjetunion mit der Alfa-Klasse haben allerdings auch mit flüssigmetallgekühlten Reaktoren experimentiert. Während die Amerikaner den mit Natrium gekühlten Reaktor aufgrund zu großer Sicherheitsbedenken recht bald durch einen Druckwasserreaktor ersetzten, betrieben die Sowjets, die eine Blei-Wismut-Legierung zur Kühlung verwendeten, ihre sechs Boote rund zehn Jahre mit Flüssigmetallreaktoren.

Während die westlichen Entwürfe lediglich einen Kernreaktor an Bord haben, besaßen und besitzen besonders die sowjetischen Boote häufig zwei Reaktoren, wobei bei Booten mit zwei Schrauben teilweise ein eigener Reaktor für jede Welle betrieben wird. Andererseits kann der zweite Reaktor aber auch als Notreserve dienen. Heutige U-Boot-Reaktoren leisten rund 150 Megawatt.

Vor- und Nachteile

Dieselelektrisch betriebene U-Boote beziehen ihre gesamte Energie von gigantischen Batterien, die sich in der Druckhülle befinden. Diese müssen mittels eines Dieselgenerators aufgeladen werden, wofür das Boot einen Schnorchel durch die Wasseroberfläche strecken muss, um Frischluft anzusaugen (anders, als bei einigen neuen, nicht-nuklearen außenluft-unabhängigen Antriebsarten, etwa beim Antrieb über Brennstoffzellen, wie sie die deutsche Klasse 212 A implementiert). Diese Prozedur, die je nach Energieverbrauch mehrmals pro Woche wiederholt werden muss, entfällt bei Atom-U-Booten durch den dauernden Prozess der Kernspaltung. Damit können sie so lange in großen Tiefen bleiben, wie Nahrung für die Besatzung an Bord ist, da selbst die Luft zum Atmen durch Sauerstoffkerzen aufbereitet wird. Damit ist die Dauer, die ein U-Boot unter Wasser verbringt, nur durch den Faktor Mensch beschränkt. Auch muss auf Atom-U-Booten nicht mit der Energie hausgehaltet werden; sie sind damit in der Lage, dauerhaft hohe Geschwindigkeiten zu halten.

Allerdings ergeben sich auch Nachteile. Während ein Diesel-Boot mit aufgeladenen Batterien in niedriger Geschwindigkeit nahezu lautlos ist, verursacht der Kernreaktor immer minimale Geräusche. Vor allem die Kühlmittelpumpen, die die Konvektion des Reaktorkühlmittels aufrecht erhalten, spielen hierbei eine Rolle und sind von feindlichem Sonar wahrnehmbar. Außerdem entsteht im Reaktor radioaktiver Abfall, der nach einigen Jahren aus dem Reaktor entfernt und dann sicher gelagert werden muss. Zudem ist jedes Boot eine potentielle Umweltgefährdung, da ein Reaktorunfall oder eine Zerstörung durch Beschuss ähnliche Auswirkungen auf die Umwelt haben könnte wie die Katastrophe von Tschernobyl, besonders wenn in den großen Meeresströmungen wie etwa dem Golfstrom starke Radioaktivität freigesetzt würde.

Einsatzprofil

Atom-U-Boote werden vorwiegend für blue water operations eingesetzt, also für Einsätze jenseits der Kontinentalschelfs. In den Weiten der Ozeane können sie ihre dauerhaft höhere Geschwindigkeit und ihre lange Unterwasserausdauer weitaus besser ausspielen als in den flachen, engen Küstengebieten.

Aufgabengebiete der SSN sind der Schutz von so genannten „Dickschiffen“, etwa Flugzeugträger oder Amphibische Angriffsschiffe, aber auch die Jagd auf feindliche U-Boote und Überwasserschiffe und die Gewinnung von Geheimdienstinformationen etwa über die Ergebnisse von Waffen- oder Schiffstests einer anderen Nation. SSBN hingegen patrouillieren in möglichst abgelegenen Gebieten, um im Falle eines Atomkrieges lange genug unentdeckt zu bleiben und ihre Interkontinentalraketen abfeuern zu können. Eine Mischung dieser Strategien machen sich die SSGN zu eigen. Sie können eingesetzt werden, um etwa feindliche Konvois zu verfolgen und anzugreifen, aber auch abseits von Landmassen warten um Marschflugkörper aus großer Distanz auf diese abzufeuern.

Während die US Navy im Zweiten und Dritten Golfkrieg Atom-U-Boote massiv als Marschflugkörperplattformen verwendet hat, ist die Royal Navy die einzige Marine, die eine Versenkung durch ein Atom-U-Boot zu verzeichnen hat: Die HMS Conqueror (S48) versenkte während des Falklandkrieges das argentinische Kriegsschiff ARA General Belgrano. Der Einsatz von SSBN war bisher nur in Übungen nötig.

Abwrackung

Abwrackung vierer Atom-U-Boote der US Navy

Vorgehen

Atom-U-Boote wurden während des Kalten Krieges in großer Stückzahl hergestellt. Da jedes Kriegsschiff nur eine beschränkte Einsatzzeit hat, bis es von technologischen Neuerungen und dem eigenen Alter ins Abseits gedrängt wird, ergibt sich das Problem der Entsorgung. Bei der Abwrackung müssen hier besondere Maßnahmen ergriffen werden, da jeder Reaktor Kernbrennstoffe enthält, der gesamte primäre Kreislauf aber außerdem stark kontaminiert ist. Diese Maßnahmen müssen also von Fachkräften in speziellen Werften vorgenommen werden und bedingen einen großen finanziellen Aufwand.

Im allgemeinen werden zu Beginn die Kernbrennstoffe und kontaminierte Flüssigkeiten entfernt, dann wird die Reaktorsektion vom Rest des Rumpfes getrennt. Dieser Rest kann normal verwertet werden, also zum Beispiel als Metallschrott verkauft werden. Die verstrahlten Teile des Reaktors, also die Reaktorkammer und die Leitungsrohre, müssen dann eingelagert werden. In den USA geschieht dies unterirdisch in der Hanford Site, die verbrauchten Kernbrennstoffe werden in der Naval Reactors Facility im Idaho National Laboratory eingelagert. Die Kosten für die Deaktivierung und Zerlegung eines Atom-U-Bootes lagen bei der US Navy 1998 bei rund 40 Millionen US-Dollar[11].

Die US Navy hat für die Abwrackung von nuklear angetriebenen Kriegsschiffen das Ship-Submarine Recycling Program ins Leben gerufen. Im Rahmen dieses Programms werden in der Puget Sound Naval Shipyard in Bremerton, Washington unter anderem auch Atom-U-Boote fachgerecht von strahlungsbelasteten Teilen befreit und dann abgebrochen. Bis 2007 wurden bereits über 100 Atom-U-Boote zerlegt, 17 warteten darauf, das Programm zu durchlaufen. Von diesen 17 wird das letzte erst 2017 abgebrochen werden.[12]. Bis zum Start der Abwrackung werden die US-amerikanischen Boote in der Reserveflotte der United States Maritime Administration weiter gewartet, um Probleme mit den heruntergefahrenen Reaktoren oder etwa ein Durchrosten des Rumpfes zu vermeiden.

Bis 2007 hat Großbritannien lediglich eines seiner 14 ausgemusterten Atom-U-Boote dekontaminiert und zu einem Museum umfunktioniert, die restlichen 13 sind, mit entleerten Reaktoren, weiterhin in Rosyth und Devonport eingelagert. Frankreich lagert die Reaktorabteilung nach der Entfernung der Kernbrennstoff für ca. 20 Jahre in einer speziellen Halle neben dem Trockendock in Cherbourg-Octeville ein und will diese dann weiter zerlegen.

Probleme

Die Sowjetunion hat seit 1966 auch komplette U-Boot-Reaktoren nahe der Insel Nowaja Semlja verklappt. An den markierten Stellen liegen 29 Kernreaktoren nicht nur aus U-Booten, teilweise inklusive Brennelementen.[13]

Weit größere Probleme mit der umweltgerechten Zerlegung der Rümpfe sowie der Endlagerung der verbrauchten Kernbrennstoffe hatte und hat die russische Marine, die große Stückzahlen von Atom-U-Booten von der Sowjetmarine geerbt hat. Da Russland aber nach dem Zusammenbruch der UdSSR kaum genug Geld aufbringen konnte, um die noch seetüchtigen Schiffe zu unterhalten, wurde der fachgerechten Entsorgung der U-Boote kaum Wert beigemessen, viele verrosteten in russischen Marinebasen. Ende der 1990er Jahre hatte die russische Marine circa 130 alte nuklear angetriebene U-Boote angesammelt, die teilweise schon vor 20 Jahren außer Dienst gestellt worden waren und nur durch in den Rumpf gepumpte Druckluft und an die Seiten gebundene Pontons nicht sanken.[14] [15]

Die Sowjetunion hatte sich kaum um die veralteten, ab Mitte der 1980er Jahre außer Dienst gestellten Atom-U-Boote gekümmert, sondern mehr Mittel für Notreparaturen an alten sowie den Bau immer neuer Boote aufgewandt. Reaktoren und die daraus entnommenen, verbrauchten, aber noch radioaktiven Kernbrennstoffe von Booten, die zerlegt wurden, wurden an der Küste in teils nicht ausreichend abgeschirmten Stätten gelagert. Mitunter war allerdings in diesen Lagern nicht ausreichend Platz vorhanden, so dass ganze Reaktoren, teils mit, teils ohne Kernbrennstoffe, an der Küste der Karasee, überwiegend in den Fjorden von Nowaja Semlja, verklappt wurden[16]. Davon enthielten bis zu elf Reaktoren noch verbrauchte, radioaktive Brennelemente. Unter diesen befinden sich auch zwei experimentelle, flüssigmetallgekühlte Reaktoren aus dem Unterseeboot K-27, das 1968 einen schweren Unfall hatte und 1981 dort komplett versenkt wurde.[13]

Allein in den Häfen der Fernost-Flotte liegen (Stand 2006) 30 bis 40 außer Dienst gestellte Atom-U-Boote. Um diesem Problem Herr zu werden, ist Russland inzwischen auf internationale Hilfe angewiesen. So erhielt die Flotte 2006 von Japan 171 Millionen US-Dollar, um nur fünf dieser Einheiten fachgerecht entsorgen zu können.[17] Allein bis 2006 erhielt Russland vom Ausland über eine Milliarde US-Dollar für die Zerlegung von U-Booten und bot selbst 200 Millionen Dollar auf. Mit diesem Geld sollen alle außer Dienst gestellten U-Boote bis 2010 fachgerecht abgebrochen werden. [18] Einer der größten Geldgeber sind die USA mit ihrem Cooperative-Threat-Reduction-Programm.

Zwischen- und Unglücksfälle

Gesunkene Boote

Bild der Thresher am Meeresgrund
Die K-219 kurz vor ihrem Sinken an der Oberfläche

Bisher sind sieben Atom-U-Boote bestätigterweise gesunken, zwei davon auf Seiten der USA und fünf aus der Sowjetunion/Russland. Hierbei ist zu beachten, dass einige der U-Boote, zum Beispiel die sowjetische K-429 zwar starken Wassereinbruch erlitten haben, der Rumpf selber aber intakt geblieben ist, das Boot wurde später gehoben. Daher variieren die Zahlen je nach Quelle teilweise. Auch ist fraglich, ob Atom-U-Boote der chinesischen Volksbefreiungsarmee gesunken sein können.

Das erste verlorene Atom-U-Boot überhaupt war 1963 die USS Thresher (SSN-593), die bei Tieftauchtests mit der gesamten Besatzung von 129 Mann verloren ging. Fünf Jahre später sank das zweite US-Boot. Der Grund für die Explosion, die sich 1968 an Bord der USS Scorpion (SSN-589) ereignete, ist nie sicher geklärt worden. Heute wird vermutet, dass eine defekte Torpedobatterie diese ausgelöst haben könnte. 99 Seeleute verloren dabei ihr Leben.

1970 brach an Bord der sowjetischen K-8 ein Feuer aus. Das Boot wurde in Schlepp genommen, während welchem es mit 52 Mann unterging. 1986 detonierte an Bord der sowjetischen K-219 der Treibstofftank einer Interkontinentalrakete nach einem Leck in der Siloabdeckung. Das Schiff hielt sich über zwei Tage an der Wasseroberfläche, sank aber letztendlich. Die Crew konnte vorher von Bord gehen. Weniger als drei Jahre später ging die K-278 Komsomolez nach einem Feuer verloren, wobei 42 Besatzungsmitglieder umkamen. 2000 sank das russische U-Boot Kursk nach einer Torpedoexplosion, alle 118 Besatzungsmitglieder starben. 2003 ging schließlich das bisher letzte Atom-U-Boot, die K-159 verloren. Das Boot war bereits 1989 außer Dienst gestellt worden und sollte nun zur Abwrackung geschleppt werden. Während des Schlepps lief das Boot jedoch voll und ging mit neun Seeleuten an Bord unter.

Ein Bericht der Internationalen Atomenergieorganisation von September 2001 gibt die Ergebnisse von Wasseruntersuchungen in der Region der Grabstätten der gesunkenen U-Boote wieder. Demnach wurde kaum eine radioaktive Belastung gemessen, die nicht aus dem Fallout früherer Kernwaffentests resultiert. Nahe den amerikanischen Booten wurde lediglich ein erhöhter Spiegel von 60Co gemessen, nahe der Komsomolez von 137Cs. Dies weist darauf hin, dass die Reaktorkammern in allen Fällen auch nach teilweise über 40 Jahren unter Wasser bisher dicht halten.[19]

Außerdem berichten einige Quellen von einem Verlust eines chinesischen SSBN der Xia-Klasse.[6] Der amerikanische Autor und ehemalige Marineattacheé Peter Huchthausen berichtet weiterhin davon, dass ein Han 1983 nach einer Kollision mit einer sowjetischen Victor III gesunken sein soll. Demnach seien die beiden Boote 100 Kilometer südöstlich von Wladiwostok zusammengestoßen und die Han darauf in einem Kilometer tiefen Wasser mit ihrer gesamten Mannschaft versunken. Die Russische Akademie der Wissenschaften habe 1989 dort Strahlungswerte von bis zu 1000 Röntgen pro Stunde gemessen. Außerdem belegt Huchthausen den Unfall mit einer Masse erschienener Nachrufe auf U-Boot-Konstrukteure in chinesischen Zeitungen im fraglichen Zeitraum.[7]

Andere Zwischenfälle

Die K-19 hatte 1961 einen schweren Störfall in ihrem Reaktor und bis 1972 zwei weitere Unfälle

Besonders die sowjetischen Atom-U-Boote der ersten Generation waren in Unfälle verwickelt, die direkt mit der neuartigen Antriebsart in Zusammenhang standen. Bereits 1961 kam es zu einer Beinahe-Katastrophe auf der K-19, bei der eine Kernschmelze nur dadurch verhindert werden konnte, dass acht Männer direkt in die verstrahlte Reaktorkammer gingen und ein Notkühlsystem zusammenimprovisierten. Nach diesem Zwischenfall erhielt das Boot von sowjetischen Seemännern den Beinamen „Hiroshima“.[20] Allein bis 1970 wurden nach Reaktorproblemen an Bord von fünf weiteren Booten Besatzungsmitglieder teilweise so schwer verstrahlt, dass sie kurz darauf verstarben.[21] Vor allem bezüglich der ersten sowjetischen Boote gibt es Berichte über so niedrige Sicherheitsstandards, dass in westlichen Booten vorgeschriebene Strahlungsgrenzwerte um ein Vielfaches überschritten wurden. Dies geschah vor allem aus konstruktionstechnischen Gesichtspunkten, da die größtenteils aus Blei bestehende Reaktorabschirmung das Gewicht eines Bootes stark erhöht.[22] Aus diesem Grund waren die frühen Boote sehr anfällig für Probleme.

Aber auch bei den sowjetischen Booten der späteren Generationen gab es weitere Unglücksfälle wie der Ausbruch von Feuer an Bord und Schwierigkeiten bei der Wartung oder Neubefüllung von Reaktoren. Ein Beispiel für Letzteres ist die K-314, in der 1985 der versuchte Austausch der Brennelemente eine heftige Explosion hervorrief, die 10 Menschen tötete und das Boot irreparabel beschädigte.[23]

Die Greeneville nach einem Zusammenstoß im Trockendock

Auf Seiten der westlichen Marinen ist hingegen kein schwerer Zwischenfall bekannt, der aus einer Reaktorfehlfunktion herrühren würde und zur Verstrahlung von Besatzungsmitgliedern geführt hätte. Über einige kleine Probleme wurde allerdings berichtet. Dies umfasst Probleme bei der (inzwischen nicht mehr durchgeführten) Verklappung abgereicherter Ablagerungen, wie sie unter anderem 1975 auf der USS Guardfish (SSN-612) auftauchten oder die fehlerhafte Öffnung von Ventilen des Primärkreislaufes, so dass radioaktiv kontaminiertes Wasser austreten kann, so geschehen 1978 auf der USS Puffer (SSN-652). Die Royal Navy hatte unter anderem Probleme mit dem Verlust der Konvektion im Reaktor der HMS Tireless (S88) 2000, woraufhin das Boot ein Jahr im Hafen von Gibraltar festsaß. Die Explosion von 1994 im Maschinenraum des französischen Atom-U-Boots Émeraude, die zehn Seeleute ihr Leben kostete, hatte keine Beziehung zu einem Reaktorschaden oder ähnlichem.

Besonders in der Zeit des Kalten Krieges, als sich die beiden Supermächte mit Atom-U-Booten gegenseitig bespitzelten, gab es mehrere Kollisionen. Diese waren regelmäßig auch politisch brisant, da sie sich nicht selten in nationalen Hoheitsgewässern ereigneten. Ein Beispiel dafür ist der Unterwasserzusammenstoß zwischen der amerikanischen USS Tautog (SSN-639) und der sowjetischen K-108, der 1970 vor Petropawlowsk-Kamtschatski stattfand oder auch jener, den die bereits erwähnte K-19 1969 in der Barentssee mit der USS Gato (SSN-615) hatte. Die Journalisten Sontag und Drew berichten von mehr als zehn Kollisionen zwischen Booten der UdSSR und der USA sowie von zweien zwischen britischen und sowjetischen U-Booten allein zwischen 1960 und Ende des Kalten Krieges.[24] Nicht ungewöhnlich sind außerdem Zusammenstöße mit Überwasserschiffen, bekannt wurde vor allem die versehentliche Versenkung des japanischen Fischereischulschiffs Ehime Maru durch die amerikanische USS Greeneville (SSN-772) vor Hawaii 2001.

Atom-U-Boote in der Literatur

Titelseite der Erstausgabe von 20.000 Meilen unter dem Meer

Schon Jules Vernes U-Boot Nautilus aus dem Roman 20.000 Meilen unter dem Meer aus dem Jahr 1870 hatte einen außenluft-unabhängigen Antrieb und damit ähnliche Fähigkeiten wie ein Atom-U-Boot.

Der erste Bestseller, der sich tatsächlich mit Atom-U-Booten beschäftigt, gelang Tom Clancy 1984 mit Jagd auf Roter Oktober. Auch die Verfilmung war ein Kassenschlager. Auf dieser Welle ritten später andere Autoren wie der Engländer Patrick Robinson oder der US-Amerikaner Clive Cussler, die Romane über Atom-U-Boote veröffentlichten. Filme wie Crimson Tide – In tiefster Gefahr folgten und stellten fiktive Szenarien dar; um die Jahrtausendwende griffen Filme wie Im Fahrwasser des Todes (über die K-219) oder K-19 – Showdown in der Tiefe (über die K-19) schließlich reale Ereignisse auf und dramatisierten diese teilweise für das (westliche) Kinopublikum.

Literatur

  • Alexander Antonow, Walerie Marinin, Nikolai Walujew: Sowjetisch-russische Atom-U-Boote. Gefahr aus der Tiefe. Siegler Verlag, Sankt Augustin 2007. ISBN 978-3-87748-656-6
  • Tom Clancy: Atom-U-Boot: Reise ins Innere eines nuclear warship. Heyne, München 1997. ISBN 978-3-86047-267-5
  • Andrew S. Erickson: China’s Future Nuclear Submarine Force. US Naval Institute Press, Annapolis, MD. 2007. ISBN 978-1-59114-326-0 (engl.)
  • Kopte, Susanne: Nuclear Submarine Decomminssioning and Related Problems. Bonn International Center for Conversion 1997. (engl.)
  • Norman Polmar, K. J. Moore: Cold War Submarines: The Design and Construction of U.S. and Soviet Submarines, 1945–2001. Potomac Books, Dulles, VA 2003. ISBN 978-1-57488-594-1 (engl.)
  • Viking O. Eriksen: Sunken nuclear submarines - a threat to the environment?. Norwegian Univ. Press, Oslo 1990, ISBN 82-00-21019-7

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Klappentext von Alvin M. Weinberg: The First Nuclear Era: The Life and Times of a Technological Fixer. Springer, Berlin 1997. ISBN 978-1-56396-358-2 (engl.)
  2. Größe der Flotte der US Navy im Naval Vessel Register (engl.)
  3. Jährliche Flottengröße der US Navy nach Gattung (engl.)
  4. State of the Russian Navy auf warfare.ru (engl.)
  5. globalsecurity.org: Han-Klasse (engl.)
  6. a b Federation of American Scientists (engl.)
  7. a b Peter Huchthausen: K-19. National Geographic, Washington DC 2002; ISBN 3-934385-88-5; Seiten 219f
  8. Times of India: India plans to buy 6 new subs, says Navy chief (engl.)
  9. RIA Novosti: Russland dementiert Abschluss eines Leasing-Vertrages über zwei Atom-U-Boote mit Indien
  10. India Today: The sub total (engl.)
  11. Kopte 1997, Seite 43
  12. Samuel Loring Morison: „U.S. Naval Battle Force Changes“ in Proceedings 132 (12) Seiten 59–60. ISSN 0041798XNSSI
  13. a b Meldung der BBC über das Sinken der K-159, mit Karte der verklappten Reaktoren in der Region um Nowaja Semlja (engl.)
  14. Umweltschutzorganisation Bellona: Naval Nuclear Waste Management in Northwest Russia (engl.)
  15. Umweltschutzorganisation Bellona: Decommissioning of nuclear submarines (engl.)
  16. Meldung der Internationalen Atomenergieorganisation (engl.)
  17. Umweltschutzorganisation Bellona: Japan to begin dismantling 5 subs under a Moscow-Tokyo deal (engl.)
  18. Umweltschutzorganisation Bellona: Russia to scrap 17 nuclear submarines this year (engl.)
  19. IAEA: Inventory of accidents and losses at sea involving radioactive material, Abschnitt 3 (engl.)
  20. Sherry Sontag, Christopher Drew: Jagd unter Wasser. Die wahre Geschichte der U-Boot-Spionage. Bertelsmann Verlag, München 2000. ISBN 3-570-00425-2; Seiten 454ff
  21. Peter Huchthausen: K-19. National Geographic, Washington DC 2002; ISBN 3-934385-88-5; Seiten 214ff
  22. Clancy 1997, Seite 72
  23. Peter Huchthausen: K-19. National Geographic, Washington DC 2002; ISBN 3-934385-88-5; Seite 220
  24. Sherry Sontag, Christopher Drew: Jagd unter Wasser. Die wahre Geschichte der U-Boot-Spionage. Bertelsmann Verlag, München 2000. ISBN 3-570-00425-2; Seiten 445ff

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