Atrani
Atrani
Wappen
Atrani (Italien)
Atrani
Staat: Italien
Region: Kampanien
Provinz: Salerno (SA)
Koordinaten: 40° 38′ N, 14° 36′ O40.63666666666714.608333333333Koordinaten: 40° 38′ 12″ N, 14° 36′ 30″ O
Fläche: 0,20 km²
Einwohner: 913 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 4.565 Einw./km²
Postleitzahl: 84010
Vorwahl: 089
ISTAT-Nummer: 065011
Schutzpatron: Santa Maria Maddalena
Atrani

Atrani ist ein Ort an der Amalfiküste (Costiera Amalfitana) mit 913 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) in der Region Kampanien, Provinz Salerno in Italien. Er gehört zur Berggeminschaft Comunità Montana Penisola Amalfitana.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Ort liegt etwa 1 km östlich von Amalfi in einer kleinen Bucht an der Mündung des Dragone-Baches ins Meer. Stadt und Strand bilden eine Art natürliches Theater, das sich zum Meer hin öffnet. Der Monte Aureo gilt als ein Wahrzeichen oberhalb der Stadt. Atrani ist nach Fiera di Primiero (Provinz Trient) die flächenmäßig zweitkleinste Gemeinde Italiens. Die Staatsstraße 163 verläuft entlang der Küste.

Geschichte

Im Mittelalter war Atrani Teil der Seerepublik von Amalfi. Der Seehandel hatte auch in diesem Ort zu einem Wirtschaftswachstum geführt, wodurch einige Kaufleute zu großem Reichtum gelangten. Sie ließen sich hier ihre Residenzen und Paläste bauen. Im Dom San Salvatore de’ Bireto wurden der Überlieferung nach die Dogen der Seerepublik gekrönt. Der Dom wurde auf Wunsch des ersten Bischofs von Ravello bis zum Jahr 1087 fertig gestellt. Ende des 12. Jahrhunderts wurde er erstmalig umgestaltet und erhielt ein in Konstantinopel nach künstlerischen Vorlagen von Barisano da Trani gegossenes Bronzeportal. Im Jahr 1272 wurde eine mit Löwen geschmückte Marmor-Kanzel eingebaut.[2] 1980 beschädigte ein Erdbeben das Gotteshaus schwer. In den 1990er- Jahren ist mit der Restaurierung begonnen worden.

Die Einwohner heute haben sich zum Teil auf einen sanften Tourismus als Erwerbszweig verlegt, es gibt nur wenige kleine Unterkünfte. Die Stadt konnte so ihren ursprünglichen Charakter fast erhalten. Wegen der steilen Hanglage und der vielen Treppen gibt es so gut wie keinen Autoverkehr. Wanderwege führen von Atrani auf den für die Region typischen steilen Treppenwegen nach Ravello und die Küste entlang nach Castiglione del Genovesi und Minori.

Sehenswürdigkeiten

  • Piazza Umberto I, gilt als Mittelpunkt des Ortes
  • Die Kirche San Salvatore de’ Bireto (erbaut im 10. Jh., 1810 barockisiert) ist die ehemalige Krönungskirche der Dogen von Amalfi, direkt an der Piazza Umberto I gelegen
  • Die Kirche Santa Maria Maddalena (erbaut im 13. Jh., 1771 barockisiert) mit charakteristischer Majolika-Kuppel ist der heiligen Maria Magdalena geweiht, die die Ortspatronin ist. Ihr Fest wird alljährlich am 22. Juli gefeiert, unter anderem auch mit Meeresprozessionen.[2]

Personen, die mit Atrani verbunden sind

  • Eine frühe Ansicht des Ortes aus dem Jahr 1817 stammt von dem österreichischen Maler Joseph Rebell (Kunsthalle Hamburg).
  • Der niederländische Grafiker M. C. Escher hat Atrani, insbesondere die auf einem vorspringenden Felsen gelegene Kirche, mehrfach in seinen Bildern verarbeitet.
  • Der deutsche Schriftsteller und Philosoph Walter Benjamin, der die Amalfiküste 1924 besuchte, hat dem Ort ein kleines literarisches Reisebild gewidmet

Literatur

  • Walter Benjamin: Atrani. In: ders., Einbahnstraße, in: Gesammelte Schriften Bd. IV,1, Suhrkamp, Frankfurt am Main 1972, S. 122.
  • Guida d’Italia del TCI: Napoli e dintorni. 5. Auflage 1976, S. 564 f.

Weblinks

 Commons: Atrani – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. a b Neapel. Amalfiküste. Cilento. Dumont-Reisetaschenbuch, ISBN 978-3-7701-7241-2; Seite 223ff

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