Atze Schröder
Atze Schröder (2010)

Atze Schröder ist eine Bühnenfigur aus der deutschen Comedyszene. Ihr Erfinder und Darsteller tritt in der Öffentlichkeit ausschließlich in dieser Rolle auf. Er spielte die Figur erstmals 1995 auf Kleinkunst-Bühnen, sie hat aber erst über Comedy-Fernsehshows eine größere Bekanntheit erreicht. Er trat zudem in verschiedenen Nebenrollen in deutschen Filmproduktionen auf und arbeitete gelegentlich als Synchronsprecher.

Inhaltsverzeichnis

Figur

Atze Schröder wurde laut Charakterbeschreibung am 27. September 1965 als Thomas Schröder im Essener Stadtteil Kray geboren,[1] absolvierte eine Ausbildung zum Tanzlehrer und begann ein Studium der Soziologie. 1982 war die Figur fiktiver deutscher A-Jugend-Meister im Gerätturnen.

Darbietung

Darbietungen mit Atze Schröder waren ab 1995 auf deutschen Kleinkunstbühnen zu sehen, u. a. im Schmidt-Theater in Hamburg und beim Köln Comedy Festival, worauf eine erfolgreiche Deutschland-Tournee folgte. Atze Schröder wurde im Fernsehen das erste Mal in der RTL-Comedy-Talkshow T.V. Kaiser dargestellt, damals in der Combo Die The Proll zusammen mit den Figuren „Amaretto von Bali“ und „Jonas Wagner aus dem 10. Stock“.

Größere Bekanntheit erlangte die Rolle durch Stand-up-Comedy-Auftritte im Quatsch Comedy Club (ProSieben) und durch die Fernsehsendung Alles Atze (RTL). Im Kinofilm 7 Zwerge – Männer allein im Wald (2004) spielt er einen Hofnarren.

Atze Schröder übernahm 2000 sowie 2002 bis 2007 die Moderation des Deutschen Comedypreises. Seit Mitte Dezember 2008 moderiert er jedes Jahr den Comedy Adventskalender auf RTL. Anfang Januar 2010 war er der Gastgeber der Sendung Der Comedy Olymp. 2011 gewann er den Deutschen Comedypreis in der Kategorie Bestes TV-Soloprogramm für Revolution.

Erfinder und Darsteller

Der Erfinder und Darsteller von Atze Schröder tritt öffentlich nur in der Rolle dieser Bühnenfigur in Erscheinung. Seine bürgerliche Identität versucht der Künstler dagegen vor der Öffentlichkeit verborgen zu halten. Gegen Veröffentlichungen zu seiner Person in den Medien führte er bereits mehrere Rechtsstreite. So war 2005 eine Klage gegen die Bild-Zeitung erfolgreich, die ein Foto des Künstlers ohne Perücke veröffentlicht hatte.[2] Ebenfalls erfolgreich war er in einem Rechtsstreit mit dem Weser-Kurier im Jahre 2006 gegen Nennung seines bürgerlichen Namens.[3][4] Eine Klage gegen die Nennung des bürgerlichen Namens im deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zog er später zurück.[5]

Filmografie

Fernsehen

  • 1999–2006: Alles Atze
  • 2008: Atzes Sommer
  • 2008: iMusic1 Special – Atze mit AC/DC
  • seit 2008: Comedy Adventskalender
  • 2010: Der Comedy Olymp

Filme

Live-Programme

  • 1998: Nur so geht's
  • 1999: Lecker
  • 2001: Meisterwerke
  • 2003: Goldene Zeiten
  • 2005: Atze im Wunderland
  • 2007: Mutterschutz
  • 2009: Revolution
  • 2011: Schmerzfrei

Diskografie

  • als Die The Proll
    • Circuit Break Vol.1
    • Intime Geständnisse
    • The Hardest Tour on Earth
  • als Atze Schröder
    • 2000: Lecker (CD)
    • 2002: Meisterwerke (CD)
    • 2003: Atze Schröders Kaltstart (CD)
    • 2004: Atze Schröder Live – Goldene Zeiten (CD)
    • 2006: Die Live Kronjuwelen (DVD)
    • 2007: Atze im Wunderland (CD)
    • 2009: Mutterschutz (CD/DVD)
    • 2011: Revolution (DVD)

Bücher

Auszeichnungen

  • 2000: Deutscher ComedypreisBester Comedy-Act für Alles Atze
  • 2003: Deutscher Comedypreis – Bester Schauspieler in einer Comedy für Alles Atze
  • 2003: Deutscher FernsehpreisBeste Sitcom für Alles Atze
  • 2005: Deutscher Comedypreis – Beste Comedy-Serie für Alles Atze
  • 2007: Goldene Schallplatte – 1 × Platin für Die Live Kronjuwelen
  • 2011: Deutscher Comedypreis – "Bestes TV-Soloprogramm" für "Revolution"

Weblinks

Einzelnachweise

  1. RTL.de: alles atze – Presseunterlagen (verlinkte Seite nicht mehr verfügbar) zur 6. Staffel
  2. Landgericht Berlin 27 O 26/05; Kammergericht 9 U 71/05
  3. Pressemitteilung 14/2007 des Kammergerichts zum Urteil des Landgerichts Berlin vom 14. März 2007 (Az. 27 O 72/07, Az. 10 U 92/07).
  4. Jurion.de: Vollständiger Text der Urteilsbegründung zu vorgenanntem Urteil
  5. heise online: Atze Schröder gegen Wikipedia, 11. Mai 2007

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