Atzelgift
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Atzelgift
Atzelgift
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Atzelgift hervorgehoben
50.6991666666677.825285
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Westerwaldkreis
Verbandsgemeinde: Hachenburg
Höhe: 285 m ü. NN
Fläche: 2,74 km²
Einwohner:

667 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 243 Einwohner je km²
Postleitzahl: 57629
Vorwahl: 02662
Kfz-Kennzeichen: WW
Gemeindeschlüssel: 07 1 43 205
Adresse der Verbandsverwaltung: Gartenstraße 11
57627 Hachenburg
Webpräsenz: www.hachenburg-vg.de
Ortsbürgermeisterin: Renate Jung
Lage der Ortsgemeinde Atzelgift im Westerwaldkreis
Karte
Blick über Atzelgift

Atzelgift ist eine Ortsgemeinde im Westerwaldkreis in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Hachenburg an. Atzelgift ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Die Gemeinde liegt im Westerwald zwischen Limburg und Siegen. Durch den 287 m hoch gelegenen Ort fließt die Kleine Nister. Nordwestlich von Atzelgift liegt Limbach, im Nordosten Luckenbach und im Südwesten Streithausen.

Zu Atzelgift gehört auch der Wohnplatz Atzelgifter Mühle.[3]

Geschichte

1396 wurde Atzelgift erstmals in einer Urkunde als Hatzelgufte erwähnt. Über Atzelguft hat sich der Name zu „Atzelgift“ entwickelt. Der Name leitet sich von Atzel (Elster) und Guft (Rufen, Geschrei) ab und bezeichnet einen abgelegenen Ort, „wo die Elstern rufen“. Falsch ist jedoch die Legende von einem Graf Atzel und der Mitgift seiner Tochter.

1579 hatte Atzelgift neun und 1793 zwanzig Häuser. Von der industriellen Vergangenheit des Ortes zeugen noch die Überreste der Ölmühlen, eine davon etwa 100 m westlich des Ortsrandes an der Kleinen Nister. Sie war noch 1819 in Betrieb; zu sehen ist heute nur noch der Wassergraben, der etwa 100 m bachaufwärts von der Kleinen Nister abzweigt. Eine weitere ehemalige Ölmühle lag ca. 500 m westlich von Atzelgift, die um 1870 erbaut worden sein muss; Mühlengraben und Standort der Mühle sind im Gelände noch auszumachen. Davon hat sich lediglich der Flurname „Bei der Ollichsmüll“ erhalten.

Nordwestlich des Ortes befanden sich mehrere Eisenerzgruben; am südöstlichen Ortsrand an der Kleinen Nister stand ursprünglich eine Eisenhütte, welche die in den umliegenden Gemarkungen vorhandenen Eisenerze verwertete; sie war noch 1686 in Betrieb. Die Flurnamen „Im Hammer“ und „Auf dem Hüttenstück“ weisen auf diese Eisenverarbeitung hin. An die Stelle der Eisenhütte wurde 1697 eine Mühle gebaut; diese wurde allerdings 1909 abgebrochen und eine neue Mühle errichtet, die heute nur noch zur Stromerzeugung dient.[4]

Statistik zur Einwohnerentwicklung

Die Entwicklung der Einwohnerzahl, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[2]

  • 1815 – 123
  • 1835 – 167
  • 1871 – 202
  • 1905 – 294
  • 1939 – 325
  • 1950 – 323
  • 1961 – 392
  • 1970 – 488
  • 1987 – 563
  • 2005 – 667

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Atzelgift besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende. Die zwölf Sitze im Gemeinderat verteilen sich auf zwei Wählergruppen. [5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sehenswert ist die alte Linde in der Ortsmitte (Naturdenkmal).

siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Atzelgift

Verkehr

Trivia

Die Rockband Herrenmagazin benannte ihr Debütalbum nach dem Ort.

Weblinks

 Commons: Atzelgift – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz - Infothek
  3. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile, Seite 47 (PDF)
  4. Landschaftsmuseum Westerwald Hachenburg (Hg.): Westerwälder Beiträge 1. 1981, S. 40ff.
  5. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2009, Stadt- und Gemeinderatswahlen

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