Atzelmann

Die so genannten Atzmänner (oder Atzelmänner; auch Rachepuppe genannt) sind Figuren zumeist aus Wachs oder anderen Materialien wie Lehm, Teig oder Holz geformt und dienten der mittelalterlichen Magie-Praxis, indem sie das Opfer des Zaubers versinnbildlichten. Man glaubte, dass die Figur und die Person in einer analogischen Beziehung, einer sympathetischen Wechselbeziehung, stünden, weshalb man die Atzmänner dementsprechend bearbeitete und hoffte, die erwünschte Wirkung möge sich auf die reale Person übertragen. So gibt es Zeugnisse, die berichten, wie Atzmänner am Spieß gebraten, mit Nägeln versehen und mit Gift bestrichen wurden. Es gab aber auch Atzmänner, die dem Liebeszauber dienten. Manchmal wurde auch noch der Name des Opfers auf die Puppe geschrieben, um die Wirkung des Zaubers zu verstärken.

Etymologisch hängt die Silbe "Atz" mit dem Wort atzen, also (ver)zehren zusammen. Deshalb kann der Atzmann als Personifikation der Schwindsucht betrachtet werden.

Atzmänner sind eine Erscheinungsform des Analogiezaubers.

Literatur

  • Leander Petzoldt: Kleines Lexikon der Dämonen und Elementargeister, 3. Auflage München 2003, Seite 25–27 ISBN 3-406-49451-X

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