Atzendorf
Atzendorf
Stadt Staßfurt
Wappen von Atzendorf
Koordinaten: 51° 55′ N, 11° 36′ O51.91944444444411.598611111111Koordinaten: 51° 55′ 10″ N, 11° 35′ 55″ O
Eingemeindung: 10. März 2004
Eingemeindet nach: Förderstedt
Postleitzahl: 39443

Atzendorf ist eine im Südwesten des Salzlandkreises (Sachsen-Anhalt) in der Magdeburger Börde zur Stadt Staßfurt gehörende Ortschaft. Der Ortsteil Atzendorf umfasst eine Fläche von 21,1 km², auf der rund 1600 Einwohner leben.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Klima

Wegen der Lage im Regenschatten des Harzes ist das Lokalklima recht trocken; Atzendorf gilt mit 399 mm pro Jahr als regenärmster Ort Deutschlands. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur 18% der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte

Atzendorf wurde erstmals im Jahre 973 urkundlich erwähnt. Atzendorf blickt auf eine recht bewegte Geschichte zurück, beispielsweise die Verwüstung des Dorfes im Laufe des Dreißigjährigen Krieges (insbesondere im Jahre 1635) oder das Sterben vieler Einwohner durch die Pocken im Jahre 1714. Zudem wurde der Ort immer wieder von großen Bränden nahezu vernichtet.

Im 18. Jahrhundert wurde dann die Magdeburger-Leipziger-Chaussee errichtet und Atzendorf erhielt eine Poststation, in der auch der Zar von Russland, Prinz Wilhelm von Preußen oder Napoléon abstiegen. Im 19. Jahrhundert wurde die Braunkohlengrube "Marie" erschlossen, die dem Ort zu wirtschaftlichem Aufschwung verhalf. Begünstigt durch die Lage in der fruchtbaren Magdeburger Börde und den Bau der Eisenbahnlinie von Schönebeck (Elbe) nach Staßfurt entstand eine Zuckerfabrik und eine Zichorien-Darre. Ausdruck des so zeitweise erlangten wirtschaftlichen Wohlstands ist die ungewöhnlich große Sankt-Eustachius-Kirche.

Es handelt sich bei der Dorfkirche um einen Bau des 13. Jahrhunderts, der 1695 unter Benutzung älterer Teile erneuert worden ist: eine Saalkirche mit Dachturm in Schiffsbreite und Vorhalle im Norden. 1912 wurde die Kirche erneuert. Bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg wurde sie schwer beschädigt, aber wieder hergestellt.

Am 10. März 2004 wurde Atzendorf in die Einheitsgemeinde Förderstedt eingegliedert.[1] Am 1. Januar 2009 erfolgte die Eingemeindung Förderstedts nach Staßfurt.[2]

Politik

Wappen

Das Wappen wurde am 5. November 1993 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt und vom Landeshauptarchiv Magdeburg unter der Wappenrollennummer 47/1993 registriert.

Blasonierung: „In Silber auf grünem Schildfuß der heilige Eustachius linksgewendet im grünen Jägerwams, auf steigendem schwarzen Pferd mit goldenem Zaumzeug und Satteldecke, davor ein hersehender roter Hirsch.“

Grundlage bildet ein bereits seit dem 15.Jh. geführtes Siegel der Gemeinde, dessen Siegelbild den links reitenden St. Eustachius mit Horn und vor einem Hirsch zeigte. Dieses Siegelbild kehrt in verschiedenen Gemeindesiegeln bis in die Mitte des 20.Jh. wieder und bildet so die Grundlage für das Gemeindewappen.

Das Wappen wurde vom Magdeburger Heraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Sehenswürdigkeiten

  • St. Eustachius-Kirche mit einer Grundfläche von 1000 m² und einem 68 Meter hohem Turm.
  • Kriegerdenkmal - wurde 1945/46 zerstört, der Verbleib ist unbekannt

Wirtschaft

In Atzendorf besteht am Calbeschen Weg in unmittelbarer Nähe der Bundesstraße 71 ein Gewerbegebiet.

Persönlichkeiten

  • Hilmar Fuß (* 1943), Fußballspieler
  • Otto Kilian (1879–1945), kommunistischer Politiker, Journalist und Schriftsteller

Einzelnachweise

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2004
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009



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