Audi 90
Audi 90
Hersteller: Audi
Produktionszeitraum: 1984–1991
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, viertürig
Vorgängermodell: Audi F103
Nachfolgemodell: keines

Der Audi 90 war ein Fahrzeugmodell der Audi AG, bis 1985 auch AUDI NSU Auto Union AG.

Unter dieser Modellbezeichnung wurden drei unterschiedliche Limousinen angeboten:

  • Von 1966 bis 1971 stellte der Audi Super 90 die Luxusvariante der Baureihe Audi F103 dar. Die Zahl 90 bezeichnete hier jedoch die Motorleistung in PS, nicht die Baureihe.
  • Von 1984 bis 1986 wurde der Audi 90 (B2) als Luxusvariante des Audi 80 B2 (Typ 81/85) hergestellt.
  • Von 1987 bis 1991 war der Audi 90 (B3) die Luxusversion des Audi 80 B3 (Typ 89).

Inhaltsverzeichnis

B2 (Typ 81/85)

Audi 90 B2
Audi 90 (1984–1987)

Audi 90 (1984–1987)

Produktionszeitraum: 1984–1987
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,2 Liter
(83–100 kW)
Dieselmotoren:
1,6 Liter (51 kW)
Länge: 4465 mm
Breite: 1682 mm
Höhe: 1376 mm
Radstand: 2538 mm
Leergewicht: 1060–1200 kg
Heckansicht

Die Idee der Audi-90-Modelle war, basierend auf den im August 1984 überarbeiteten Audi 80 B2 Typ 81/85, ein sportlich-exklusives Modell zwischen dem Audi 80 B2 und dem deutlich größerem Audi 100 C3 anzubieten, um dem 3er BMW und dem Mercedes 190 Paroli zu bieten.

Neben vielen verwendeten Karosseriebauteilen des Audi Coupé GT unterschied sich der Audi 90 ebenfalls durch stärkere Motoren und eine bessere Ausstattung vom Audi 80. Die wesentlichen optischen Unterschiede zum Audi 80 waren aus Thermoplast gefertigte Stoßstangen, Breitbandscheinwerfer, in die Stoßstange eingepasste Blinker und Nebelscheinwerfer, geklipste Seitenschweller, Nirosta-Zierleisten auf den Stoßstangen und in den Türschutzleisten, und eine orange-rote Mittelblende am Heck, welche an den Audi 200 angelehnt war.

Der Audi 90 wurde im Gegensatz zum Audi 80 nur mit Fünfzylinder-Reihenmotoren ausgeliefert. Eine Ausnahme ist allerdings der seltene Turbodiesel mit Vierzylinder-Motor mit 1,6 Liter Hubraum und 51 kW (70 PS). Der 90er war von Beginn an sowohl mit Frontantrieb (Typ 81) als auch mit quattro-Antrieb (Typ 85) erhältlich. Ab dem Modelljahr 1985 wurde der 2,2-l-Motor auch mit geregeltem Katalysator für bleifreies Benzin ausgeliefert. Der 2,0-l-Motor war erst ab 1986 für bleifreies Benzin und nur mit ungeregeltem Katalysator verfügbar.

Eine weitere Neuheit des Audi 90 war auch die Verfügbarkeit von ABS (nur für 2,2-l-Motor) gegen einen Aufpreis von 3725 DM. Eine Servolenkung gehörte beim 2,2-l-Motor zur Serienausstattung. Weitere erhältliche Optionen waren u. a. elektrisch betätigte Fensterheber, Außenspiegel und Schiebedach sowie eine Scheinwerferreinigungsanlage, Klimaanlage und Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat).

Motoren/Fahrleistungen

Modell Motorkenn-
buchstaben
Typ Motorbauart, Hubraum Leistung Höchstgeschwindigkeit Beschleunigung
(0-100 km/h)
2.0 JS 81 Fünfzylinder,
1970 cm³
085 kW/115 PS 187 km/h 09,5 s
2.0 (U-Kat) SK 81 Fünfzylinder,
1970 cm³
084 kW/113 PS 181 km/h 11,7 s
2.2 KV 81 Fünfzylinder,
2226 cm³
100 kW/136 PS 200 km/h 08,6 s
2.2 (G-Kat) KX/JT 81 Fünfzylinder,
2226 cm³
085 kW/115 PS 187 km/h 09,5 s
2.2 quattro KV 85 Fünfzylinder,
2226 cm³
100 kW/136 PS 200 km/h 09,0 s
2.2 quattro (G-Kat) KX/JT 85 Fünfzylinder,
2226 cm³
088 kW/120 PS 189 km/h 09,6 s
1.6 TD CY 81 Vierzylinder,
1588 cm³
051 kW/070 PS 160 km/h 14,4 s

B3 (Typ 89/Typ 89Q)

Audi 90 B3
Audi 90 (1987–1991)

Audi 90 (1987–1991)

Produktionszeitraum: 1987–1991
Motoren: Ottomotoren:
2,0–2,3 Liter
(85–125 kW)
Dieselmotoren:
1,6 Liter (59 kW)
Länge: 4393–4403 mm
Breite: 1695 mm
Höhe: 1371–1397 mm
Radstand: 2546 mm
Leergewicht: 1170–1320 kg
Heckansicht
Audi 90 quattro

Im Mai 1987 erschien der Audi 90 B3. Er unterscheidet sich durch eine geänderte Frontpartie, in Wagenfarbe lackierte Stoßfänger und Außenspiegel, in die vorderen Stoßfänger integrierte Blinkerleuchten, verchromte Zierleisten an den Stoßfängern, sowie durch geänderte Front- und Heckleuchten vom Audi 80 B3/Typ 89. Auch hier wurden im Vergleich zum Audi 80 leistungsstärkere Motoren sowie eine hochwertigere Innenausstattung eingesetzt. Zusätzlich wurde die Liste der Sonderausstattungen erweitert. Diese Baureihe hatte eine vollverzinkte Karosserie.

Es wurden Fünfzylinder Benzinmotoren mit 2,0 und 2,3 Liter Hubraum, sowie ein 1,6 Liter Vierzylinder Turbodieselmotor angeboten.

Ab Februar 1988 gab es bei Audi den ersten Vierventilmotor in Großserie im „Audi 90 Quattro 20V“ mit 1994 cm³ Hubraum und einer Leistung von 118 kW (160 PS) mit ungeregeltem Katalysator (Motorkennbuchstaben: NM), sowie als „2.3 20V“ mit 2309 cm³ und 125 kW (170 PS) mit Katalysator (MKB: 7A). Der Fünfzylindermotor mit 2,3 Litern Hubraum und 100 kW (136 PS; ab 1990 dann mit 98 kW/133 PS) ist das populärste Audi-90-Triebwerk. Die Modelle 2.0 20V, 2.3E und 2.3 20V gab es mit dem Allradantrieb quattro.

Den 2.3E gab es anfangs mit Dreistufen-Automatik, ab 1990 wurde die Modelle mit 2.3E und 2.3 20V mit Vierstufen-Automatik angeboten.

Motoren/Daten

Modell Motorkenn-
buchstaben
Motorbauart, Hubraum Leistung Höchst-
geschwindigkeit
Beschleunigung
(0-100 km/h)
DIN Verbrauch in Liter auf 100km bei 90/120/Stadt Front [Automatik] (Quattro)
2.0E PS Fünfzylinder, 1994 cm³ 085 kW/115 PS 196 km/h 10,2 s 6,1 / 7,8 / 11,4 Super
2.0 20V1 NM Fünfzylinder, 1994 cm³ 118 kW/160 PS 215 km/h 08,9 s 6,6 / 8,5 / 13,3 Super Plus
2.3E1 NG2 Fünfzylinder, 2309 cm³ 100 kW/136 PS 206 km/h 09,2 s 6,3 / 8,3 / 11,8
[7,2 / 9,0 / 12,4]
(6,7 / 8,8 / 12,8) Super
98 kW/133 PS 202 km/h 10,6 s
2.3 20V1 7A2 Fünfzylinder, 2309 cm³ 125 kW/170 PS 220 km/h 08,6 s 7,0 / 8,5 / 13,2
[7,9 / 9,3 / 13,9]
(7,6 / 9,2 / 13,7) Super
123 kW/167 PS
1.6TD RA/SB Vierzylinder, 1588 cm³ 059 kW/80 PS 174 km/h 14,6 s 3,8 / 5,3 / 6,9 Diesel

1:Auch mit Quattro-Antrieb erhältlich 2: Der Motortyp NG und 7A hatten ab Anfang 1990 2 kW weniger, durch Änderungen der Nockenwellen beim NG und Wegfall des vormals serienmäßigen Fächerkrümmers sowie Änderungen an der Einspritzanlage beim 7A.

  • Höchstgeschwindigkeit bei Automatik und quattro ca. 2 km/h geringer.
  • Beschleunigung 0-100 km/h beim 2.3 20V mit Quattroantrieb 0,2 s besser, alle Automatikversionen ca. 2 s schlechter.

Produktionsende

Der Audi 90 wurde nach der Modellpflege des Audi 80 B3 im Spätsommer 1991 und der somit erfolgten Einführung des Audi 80 B4 in Europa nicht mehr unter dieser Modellbezeichnung angeboten; unabhängig von Motorisierung und Ausstattung waren alle Audi-Mittelklassemodelle nur noch als „Audi 80“ erhältlich. Damit wurde wie beim ebenfalls eingestellten Audi 200 C3 das Prinzip „eine Modellreihe, zwei Modellbezeichnungen“ aufgegeben.

Audi 90 quattro IMSA GTO

Motorsport

Der Audi 90 B3 wurde als Werksrennwagen Audi 90 quattro IMSA GTO in der amerikanischen IMSA-Rennserie eingesetzt. Dort erzielte man 7 Laufsiege und wurde am Ende der Saison Vizemeister.

Exportmodelle

Audi 90 B4 in US-Spezifikation

Die Exportmodelle des Audi 90 Typ 81/85 nach Nordamerika wurden als Audi 4000 CS bezeichnet (Audi 80: Audi 4000). Äußerlich unterschieden sich diese durch geänderte Scheinwerfer und wuchtigere Stoßstangen von den für Europa bestimmten Audi-90-Modellen.

Erst ab dem Typ 89 wurde in Nordamerika die Bezeichnung „Audi 90“ eingeführt.

Die Bezeichnung Audi 90 wurde in Nordamerika beim Modell Audi 80 B4 bis zur Ablösung der Modellreihe im Jahr 1994 durch den Audi A4 weitergeführt. Kennzeichnend für die US-Version des B4 sind unter anderem geänderte Stoßfänger, orange Blinkergläser vorn und eine im Vergleich zu den deutschen Fahrzeugen erheblich ausgeweitete Basisausstattung. Der B4 wurde in den USA ausschließlich mit den damals aktuellen V6-Motoren angeboten.

Weblinks

 Commons: Audi 90 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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