Audi Coupé B2
Audi
Audi Coupé GT (1986)

Audi Coupé GT (1986)

Coupé B2
Hersteller: Audi AG
Produktionszeitraum: 1980–1988
Klasse: Mittelklasse
Karosserieversionen: Coupé, dreitürig
Motoren: Ottomotoren:
1,6–2,2 Liter
(55–100 kW)
Länge: 4420 mm
Breite: 1680 mm
Höhe: 1350 mm
Radstand: 2540 mm
Leergewicht: 950–1300 kg
Vorgängermodell: keines
Nachfolgemodell: Audi Coupé B3

Das Audi Coupé B2 ist das Sportcoupé des Audi 80 B2 und wurde von Sommer 1980 bis Mitte 1988 hergestellt. Der legendäre Audi quattro ("Urquattro") basierte auf der ersten Modellreihe.

Inhaltsverzeichnis

Modellgeschichte

Die erste Serie des Audi Coupé basierte auf dem Audi 80 B2 (Typ 81) von 1978. Sie wurde im März 1980 in Paris vorgestellt.

Audi Coupé (1980–1984)

Die Karosserie des Audi Coupé gleicht bis zur Gürtellinie der des Audi 80, die Front unterscheidet sich bis zur A-Säule außer in den Scheinwerfern nicht.

Oberhalb der Gürtellinie hat das Coupé eine flacher gestellte Frontscheibe und flachere Seitenscheiben als der Audi 80 und ein Schrägheck mit kleiner Heckklappe. Auffälliges Merkmal sind die hohen, schmalen Rückleuchten, zwischen denen sich eine schwarze, geriffelte Blende befindet. Unterhalb dieser Blende verläuft ein durchgehendes, rotes Leuchtband (mit hinterlegtem "Coupe" -Schriftzug), ähnlich wie bei älteren Modellen des Porsche 911. Es war als "GT" mit 5-Zylindermotoren oder als "GL" mit den bekannten 4-Zylindermotoren aus dem Audi 80 B2 lieferbar.

Die rechteckigen Doppelscheinwerfer haben eine Umrandung aus verchromten Zierleisten (ähnlich denen des Audi 200 C2 5E/5T vom Typ 43), die Blinkleuchten und die (gegen Aufpreis lieferbaren) Nebelscheinwerfer sind in die Stoßstange integriert. In die C-Säule sind großzügig dimensionierte Entlüftungsgitter eingelassen. Bis auf das nur sehr kurz angebotene 1,6 l 75 PS Vierzylinder-Coupé hatten alle Modelle serienmäßig einen flachen, schwarzen Kunststoff-Heckspoiler, bei den frühen Modellen aus PUR-Schaum, später hohl. Auch das Coupé GL mit dem neuen 1,8 l 75 PS-Motor ab 1982 hat diesen Spoiler.

Ab Herbst 1982 gab es neue, besser leuchtende Scheinwerfer mit zwei Reflektoren unter einem gemeinsamen, senkrecht stehenden Glas. Es wurde auch eine neue Zentralelektrik aus dem Audi 100 Typ 44 mit Sicherungsplatte im Wasserkasten eingebaut. Im Armaturenbrett des Audi wurde im Herbst 1983 das Econometer durch eine Kühlwassertemperaturanzeige ersetzt.

In den ersten Baujahren wurden die Coupés in GT-Ausstattung grundsätzlich zweifarbig angeboten, wobei die Karosserie rundum unterhalb der Stoßstangen/Seitenschutzleisten mit einer um einen Farbton dunkleren Folie beklebt wurde (Beispiel weiß/grau). Die Basismodelle (GL) waren dagegen normal einfarbig ausgeführt, auch der Frontspoiler war hier nur gegen Aufpreis lieferbar. Mit dem Facelift im Sommer 1984 fiel die Zweifarbgestaltung weg.


Das zweite und umfangreichere Facelift fand zu den Werksferien im August 1984 statt. Dabei wurden die beiden Stoßstangen und die Seitenleisten modifiziert, zweiteilige Schwellerabdeckungen aus Kunststoff montiert, die Front- und Heckpartie dadurch insgesamt wuchtiger gestaltet und Kühlergrill sowie Scheinwerfergläser abgeschrägt, um die Familienähnlichkeit zum aerodynamischen Audi 100/200 C3 (Typ 44) zu verdeutlichen. Die Rückleuchten und das durchgehende Leuchtenband waren nun schwarz eingefärbt. Der Heckspoiler wurde nun vom "Urquattro" übernommen - anfangs in schwarz, bei späteren Modellen in Wagenfarbe. Im Innenraum wurden Armaturenbrett und Cockpit mit neuen Stoffen und Farbmustern modernisiert.

Das "Coupé GL" (mit Vierzylindermotor) blieb im Programm und wurde nun ebenfalls als "Coupé GT" bezeichnet, war nun aber auf den ersten Blick nicht mehr von den populären Fünfzylindermodellen zu unterscheiden. Innen kam eine geänderte Tachoabdeckung und die Velourssitze aus dem Audi 80 zum Einsatz, die aus dem GT bekannten Sportsitze waren allerdings gegen Aufpreis lieferbar. In die späteren Modelle und beim 4-Zyl.-Sondermodell "Audi Coupé exklusiv" wurde die GT-Innenausstattung bis zur Produktionseinstellung dann serienmäßig verbaut.

Ab Ende 1984 war das Coupé gegen Aufpreis mit dem aus dem "Urquattro" berühmt gewordenen Allradantrieb lieferbar, da Audi angekündigt hatte, sämtliche Modelle bis 1985 auch als "quattro"-Variante anzubieten. Dieses Modell wurde als "Audi Coupé quattro" verkauft und wird heute ob seiner Seltenheit von Laien bisweilen auch mit dem Audi Quattro Coupé ("Urquattro") verwechselt.

Audi Coupé GT (1984–1988)
Heckansicht
Coupé als Basis: Audi quattro

Modellvarianten

Typ 81 (Frontantrieb):

  • Audi Coupé GL
  • Audi Coupé GT
  • Audi Coupé GT 5S
  • Audi Coupé GT 5E

Typ 85 (Allrad bzw. quattro):

  • Audi Coupé quattro

Motoren/Fahrleistungen

Typ 81:

Modell Motorbauart, Hubraum Leistung Höchstgeschwindigkeit Beschleunigung 0–100 km/h
Coupé GL Vierzylinder,
1581 cm³
55 kW/75 PS 167 km/h 11 s
Coupé GL Vierzylinder,
1781 cm³
55 kW/75 PS 167 km/h 11 s
Coupé GL Vierzylinder,
1781 cm³
66 kW/90 PS 170 km/h 11 s
Coupé GT Vierzylinder,
1781 cm³
66 kW/90 PS 172 km/h 11 s
82 kW/112 PS 187 km/h 10,3 s
Coupé GT 5S Fünfzylinder,
1921 cm³
85 kW/115 PS 182 km/h 10,8 s
Coupé GT 5E* Fünfzylinder,
1994 cm³
85 kW/115 PS 187 km/h 10,0 s
Coupé GT 5E Fünfzylinder,
2144 cm³
96 kW/130 PS 196 km/h 8,7 s
Coupé GT Fünfzylinder,
2226 cm³
100 kW/136 PS 202 km/h 8,6 s
85 kW/115 PS (mit Katalysator) 189 km/h 9,5 s

Der 66 kW (90 PS)-Motor ersetzte 1982 den zuvor angebotenen 55 kW (75 PS)-Motor des Coupe GL.

* Die „kleine“ Version des GT 5E wurde im Modelljahr 1984 gebaut und ersetzte den GT 5S.

Typ 85q:

Modell Motorbauart, Hubraum Leistung Höchstgeschwindigkeit Beschleunigung 0-100 km/h
Coupé quattro Fünfzylinder, 2226 cm³ 100 kW/136 PS 202 km/h 8,9 s
88 kW/120 PS (mit Katalysator) 191 km/h 9,6 s

Antrieb

  • Das Audi Coupé Typ 81 wurde bis August 1984 ausschließlich mit Frontantrieb angeboten. Mit der Überarbeitung im September 1984 wurde auch der quattro-Antrieb im Typ 85 angeboten.

Modellpflege

  • 1980: Vorstellung des Audi Coupé GT 5S C im März mit 115 PS Vergasermotor und 1,9 l
  • 1981: Mai bis August 75 PS 1,6 l-Vergasermotor mit abgespeckter Ausstattung GL lieferbar
  • 1981: ab September 1,8 l-Motor mit 75 PS
  • 1982: ab Mai 130 PS-Einspritzer mit serienmäßiger Servolenkung und 14 Zoll-Alufelgen
  • 1982: ab September 1,8 l 90 PS-Vergasermotor mit Vierzylinder, geänderte Scheinwerfer
  • 1983: 1,9 l Vergasermotor 5S durch gleich starken Einspritzmotor 5E mit 2,0 l abgelöst
  • 1984: ab August nochmals geänderte, leicht schräggestellte Scheinwerfer, schwarze Rückleuchten, voluminösere Stoßstangen (in Wagenfarbe lackiert), größerer Heckspoiler, geänderte Innenausstattung, überarbeitetes Armaturenbrett.
  • 1986: auch die Vierzylindermodelle erhalten die GT-Ausstattung, neu ist der 4-Zylinder-Einspritzmotor mit 112 PS (mit G-KAT 110 PS), dieser löst den 2,0 l-5-Zylinder ab
  • 1987: Die Produktion des 90 PS und des 136 PS-Modells wird eingestellt. Der Typ 85 wird als quattro weitergebaut.
  • 1988: Die Produktion wird nach Erscheinen der letzten Modelle Coupé GT und quattro zur Jahresmitte eingestellt.

Rennsport

 
Renntourenwagen "Gruppe 2" auf Basis des Audi Coupés
 
Andreas Fürst in seinem Audi Coupé B2 20V Quattro im September 2011 beim DM-Lauf auf dem Kesseltalring in Brachstadt.

In der Saison 1981 setzte der Audi-Händler Willi Bergmeister ein Audi Coupé in der Tourenwagen-Europameisterschaft ein und konnte den Lauf in Zolder gewinnen. Der Wagen wurde nach dem damals geltenden Gruppe 2-Reglement aufgebaut. Der Motor leistete 225 PS. Damit erreichte er eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 245 km/h. Der Wagen ist heute im Besitz der Audi AG.

In der Saison 2011 setzte Andreas Fürst ein neu aufgebautes Audi Coupe in der Deutschen Meisterschaft im Autocross ein.

Weblinks


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