44. Infanterie-Division
44. Infanterie-Division

Truppenkennzeichen: stilisiertes Bindenschild
Aktiv 1. April 1938–8. Mai 1945 (Kapitulation)
Land Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Heer
Truppengattung Infanterie
Typ Infanteriedivision
Grobgliederung Siehe: Gliederung
Garnison Wien
Zweiter Weltkrieg Polenfeldzug

Frankreichfeldzug Krieg gegen die Sowjetunion 1941–1945

Schlacht von Stalingrad

Italien 1943

Kommandeure
Liste der Liste der Kommandeure

Die 44. Infanterie-Division war ein Großverband der Wehrmacht zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs. Später wurde der Einheit in der Ehrenname 44. Reichsgrenadier-Division „Hoch- und Deutschmeister“ in der Tradition des K.u.k. Infanterie-Regiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4 verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Aufstellung und zweiter Weltkrieg

Die 44. Infanterie-Division war ein gewöhnlicher Infanterieverband der 1. Aufstellungswelle der Wehrmacht. Geschaffen wurde die Einheit kurz nach dem propagierten „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich. Die österreichische Herkunft der Division blieb aber unerwähnt, auch nachdem die Infanterie-Regimenter der Einheit, das 131., 132. und 134., Grenadierstatus erhielten.

Zu Beginn kämpfte die 44. Infanterie-Division 1939 im Polenfeldzug und dann in Frankreich, bevor sie zur Sicherung ins Generalgouvernement verlegt wurde. Ihr weiterer Weg führte die Einheit an die Ostfront, wo sie in die Schlacht um Stalingrad verwickelt war. Nach harten Kämpfen ergaben sich die Reste der Division Anfang 1943 nach der Kapitulation Feldmarschall Friedrich Paulus'.

Am 4. Mai 1943 wurde sie aber bereits wieder neu aufgestellt und blieb in Italien und dem Mittelmeerraum. Am 17. September 1943 erschoß sie in der Stadt Villafranca di Verona 10 italienische Soldaten, weil diese angeblich eine deutsche Kolonne beschossen hatten.[1] Später verlegte man die Division nach Westungarn wo sie in schwere Kämpfe mit der Roten Armee geriet. Die Division wurde nach Österreich zurückgedrängt, wo sie sich bei der Kapitulation Deutschlands ergab.

Umbenennung und Ehrenname

Fahne des Grenadier-Regiments 134

Die 44. Infanterie-Division erhielt als eine der wenigen Einheiten der Wehrmacht einen Ehrennamen. Aufgrund ihrer österreichischen Herkunft erhielt sie im Juni 1944 den Zusatz „Hoch-und Deutschmeister“ und ein Ärmelstreifen mit jener Aufschrift wurde ausgegeben.

Als die Umbenennung geschah, bekam die Einheit die in der Wehrmacht einmalige Erlaubnis, eine Standarte im Stile der alten österreich-ungarischen zu tragen. Diese zeige unter anderem den Adler Österreich-Ungarns.

Organisation

Gliederung

  • Infanterie-Regiment 131
  • Infanterie-Regiment 132
  • Infanterie-Regiment 134
  • Artillerie-Regiment 96
  • Feldersatz-Bataillon 44
  • Panzerabwehr-Abteilung 46
  • Pionier-Bataillon 80
  • Nachrichten-Abteilung 64

Kommandeure

44. Infanterie-Division

44. Reichsgrenadier-Division „Hoch- und Deutschmeister“

  • Generalleutnant Dr. Franz Bayer
  • Generalleutnant von Rost

Ausrüstung

Die drei Infanterie-, später Grenadier-Regimenter hatte eine Stärke von 9.180 Mann. Die Aufklärungsabteilung umfasste 623, der Artillerieverband 3.172, das Pionier-Bataillon 779, das Panzerjäger-Bataillon 708 und die Nachrichtenabteilung 476 Mann, sodass die 44. auf eine Gesamt(Soll-)Stärke von 17.734 Mann kam.

Die Bewaffnung umfasste 378 leichte Maschinengewehre, 138 schwere Maschinengewehre, 93 Mörser vom Kaliber 5 cm und 54 vom Kaliber 8 cm, 20 leichte- und 6 schwere Infanteriegeschütze. Der Artillerie waren 75 Panzerabwehrkanonen vom Kaliber 3,7 cm, 36 Feldhaubitzen vom Kaliber 10,5 cm und 12 schwere Feldhaubitzen vom Kaliber 15 cm zugeteilt.

An Fahrzeugen gab es 919 pferdegezogene Wagen mit 4.842 Pferden, 394 gepanzerte Kampfwagen, 615 LKW und 527 Motorräder.

Siehe auch

Literatur

  • James Lucas: Die Wehrmacht von 1939-1945: Zahlen, Daten, Fakten. Tosa, 2004, ISBN 978-3854928805. 

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Gerhard Schreiber: Die italienischen Militärinternierten im deutschen Machtbereich, 1943 bis 1945. Verraten–verachtet–vergessen. Verlag Oldenbourg, München 1990, ISBN 3-486-55391-7, S. 116.

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