Auernheimer

Raoul Auernheimer (* 15. April 1876 in Wien; † 6. Januar 1948 in Oakland, Kalifornien) war ein österreichischer Jurist und Schriftsteller.

Er war ein Cousin Theodor Herzls.[1]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Auernheimer war der Sohn des deutschen Kaufmanns Johann Wilhelm Auernheimer und dessen ungarischer Ehefrau Charlotte (Jenny) Büchler. Nach Erreichen der Matura (Abitur) begann Auernheimer 1894 in seiner Heimatstadt Jura zu studieren. Dieses Studium konnte er 1900 erfolgreich mit einer Promotion abschließen. Anschließend berief man ihn als Gerichtsassessor an ein Wiener Gericht.

Mit 30 Jahren heiratete Auernheimer 1906 Irene Leopoldine Guttmann aus Budapest. Noch im selben Jahr bekam er durch die Vermittlung seines Onkels Theodor Herzl eine Anstellung bei der Neuen Freien Presse. Dort war er als Feuilletonist am Burgtheaterreferat bis 1933 tätig. Hier debütierte er auch als Schriftsteller. Neben seinem eigenem Namen benutzte Auernheimer verschiedentlich auch die Pseudonyme Raoul Heimern und Raoul Othmar.

1923 betraute man Auernheimer mit der Leitung des österreichischen PEN-Clubs. Als Präsident leitete er diesen Club bis 1927 und anschließend als Vizepräsident. Als solcher wurde er im März 1938 verhaftet und im Prominententransport von Wien ins Konzentrationslager nach Dachau deportiert. Auf Grund einer Bittschrift des Schriftstellers Emil Ludwig intervenierte der Generalkonsul der USA, Raymund Geist, im Sommer 1938 gegen die Verhaftung Auernheimers. Ende 1938 wurde dieser freigelassen und konnte Anfang 1939 mit seiner Familie über Venedig nach New York emigrieren.

Im Alter von 71 Jahren starb Raoul Auernheimer am 6. Januar 1948 in Oakland, Kalifornien.

Werke

  • Aus unserer verlorenen Zeit. Molden Verlag, Wien 2004. ISBN 3-85485-106-5
  • Franz Grillparzer. Der Dichter Österreichs. Amalthea-Verlag, Wien 1972
  • Josef-Kainz-Gedenkbuch. Frisch, Wien 1924
  • Metternich: Staatsmann und Kavalier. Wilhelm Heyne Verlag, München 1978. ISBN 3-453-55033-1
  • Die rechte und die linke Hand. Styria Verlag, Graz 1999. ISBN 3-222-11635-0
  • Das Wirtshaus zur verlorenen Zeit. Ullstein Verlag, Wien 1948

Einzelnachweise

  1. Rudolf Ulrich (Hrsg.): Österreicher in Hollywood. Neuauflage, Verlag Filmarchiv Austria, Wien 2004, ISBN 3901932291, S. 598

Weblinks


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