Auestadt
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Burgdorf
Burgdorf (Region Hannover)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Burgdorf hervorgehoben
52.4510.00833333333356Koordinaten: 52° 27′ N, 10° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Region Hannover
Höhe: 56 m ü. NN
Fläche: 112,26 km²
Einwohner: 30.002 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 267 Einwohner je km²
Postleitzahl: 31303
Vorwahlen: 05136, 05085
Kfz-Kennzeichen: H
Gemeindeschlüssel: 03 2 41 003
Adresse der Stadtverwaltung: Marktstr. 55
31303 Burgdorf
Webpräsenz:
Bürgermeister: Alfred Baxmann (SPD)
Lage der Stadt Burgdorf in der Region Hannover
Karte

Burgdorf ist eine Stadt mit etwa 30.000 Einwohnern in der Region Hannover in Niedersachsen. Bis 1974 war sie Sitz des Landkreises Burgdorf. Burgdorf ist für seinen Spargelanbau bekannt, der hier seit 1750 Tradition hat. Der Ort liegt in einem traditionellen Pferdezuchtgebiet für Hannoveraner und es findet ein Pferdemarkt statt. In Burgdorf befindet sich die größte Zinnfigurensammlung Deutschlands im kommunalen Besitz.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Burgdorf liegt zwischen Hannover, Celle und Peine und ist von allen drei Städten jeweils etwa 25 km entfernt. Es grenzt an Uetze, Lehrte, Isernhagen und Burgwedel, sowie an den Landkreis Celle. Durch das Gebiet der Stadt Burgdorf fließt die Burgdorfer Aue, deswegen wird sie auch die Auestadt genannt.

Stadtgliederung

Burgdorf besteht aus den Stadtteilen Kernstadt, Weststadt, Südstadt, Oststadt, Beinhorn, Dachtmissen, Heeßel, Hülptingsen, Otze, Ramlingen/Ehlershausen, Schillerslage, Sorgensen und Weferlingsen sowie aus dem weiter entfernt gelegenen Flaatmoor.

Burgdorf (Kernstadt)

Das Burgdorfer Stadtbild ist durch z. T. bedeutende historische Fachwerkbauten geprägt, die gegen Ende des 20. Jahrhunderts aufwändig und originalgetreu restauriert wurden, darunter vor allem das Schloss von 1643, das an der Stelle des bereits im 13. Jahrhundert erwähnten castrum burgtorfe steht. 1805 entstand das bemerkenswerte, ursprünglich klassizistische Rathaus, das 1950 ein Satteldach und 1996 ein Glockenspiel erhielt. Das Gebäude des Stadtmuseums stammt aus dem Jahr 1658. Dieses wie einige andere Häuser Am Brandende hatte der große Stadtbrand von 1809 verschont. Von Grund auf neu gebaut werden musste dagegen die St.-Pankratius-Kirche, die 1814 in klassizistischen Formen vollendet war. Auf dem Magdalenenfriedhof mit Kapelle von 1868 befindet sich das Grab des Komponisten und Dichters Philipp Spitta.

Dachtmissen

Dachtmissen ist heute (2005) bei etwa 400 Einwohnern ein Dorf mit landwirtschaftlichen Betrieben. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes erfolgte 1274. Ab 1301 gab es hier eine heute nicht mehr vorhandene Kapelle, seit Anfang des 15. Jahrhunderts eine Domäne als herrschaftliches Vorwerk. Die Burg wurde 1497 wieder zerstört. Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort fast völlig zerstört. 1641 wurden hier 200 Bauern aus der Umgebung von kaiserlichen Truppen getötet. Eine Besonderheit des Ortes ist ein kleiner Eichenwald (der "Hesterkamp"), der zum Naturdenkmal erklärt wurde.

Heeßel

Heeßel ist ein Dorf mit etwa 1000 Einwohnern, das an der B 188, der Niedersächsischen Spargelstraße, liegt und das für seinen Spargelanbau bekannt ist. Südlich des Ortes in einem Landschaftsschutzgebiet liegen die Reste der von Wällen umgebenen Burg Heeßel.

Hülptingsen

Hülptingsen liegt östlich der Kernstadt und ist wichtiges Gewerbegebiet Burgdorfs.

Otze

Der Ortsteil Otze liegt nördlich von Burgdorf in Richtung Celle und ist über die Kreisstraße 121 an Burgdorf-Stadt angebunden.

Ramlingen/Ehlershausen

Ramlingen/Ehlershausen setzt sich aus den früher eigenständigen Dörfern Ramlingen und Ehlershausen zusammen und ist über die K 121 mit dem südlich liegenden Burgdorf verbunden.

Schillerslage

Schillerslage ist ein Dorf mit (Stand 2005) 925 Einwohner nordwestlich von der Kernstadt Burgdorf. Schillerslage wurde 1264 das erste Mal urkundlich erwähnt. Das älteste Bauernhaus stammt aus dem Jahr 1767, hierbei handelt es sich um den bekannten Sprengelschen Posthof – ehemals Zollstation – aus dem Jahr 1784.

Weit über die Grenzen hinaus bekannt geworden ist der Ort durch die Zucht der Hannoveraner-Pferde.

Sorgensen

Sorgenser Bockwindmühle

Sorgensen hat etwa 500 Einwohner und liegt nordöstlich von Burgdorf an der Niedersächsischen Spargelstraße. Erstmals urkundlich erwähnt wurde es 1330. Auf dem Wappen des Ortsteiles finden sich seine ehemals acht Bauernhöfe und Mühlen. Von den acht Höfen wird heute nur noch einer (biologisch) bewirtschaftet. Die Sorgenser Bockwindmühle stammt aus dem 17. Jahrhundert. Sie ist heute im Besitz der Stadt Burgdorf, wurde restauriert und ist als Denkmal erhalten. Die alte Schule beherbergt einen Kindergarten und dient der Sorgenser Bevölkerung, dem Sportverein, dem Siedlerbund und einer Seniorengruppe als Dorfgemeinschaftshaus. Der Schützenverein ist Eigentümer der Schützenkate und feiert als erster jedes Jahr in der Region sein Schützenfest. Im Ort gibt es einen Sportplatz mit Flutlichtanlage. Mit Dachtmissen teilt sich Sorgensen einen Friedhof mit Kapelle und Glockenturm. Außerdem befinden sich an der Aue die Burgdorfer Kläranlage sowie ein Heim der Burgdorfer Pfadfinder.

Weferlingsen

Weferlingsen liegt im Nordosten von Burgdorf etwa auf halber Strecke zwischen der Stadtmitte Burgdorfs und dem Ortsteil Ehlershausen, nahe bei Otze.

Geschichte

Burgdorf wurde 1279 erstmals urkundlich erwähnt. Es gehörte zum Bistum Hildesheim. Nach der kleinen Hildesheimer Stiftsfehde kam es dann 1433 an die Celler Herzöge, deren Gebiet später zum Regierungsbezirk Lüneburg wurde. Im Dreißigjährigen Krieg gab es eine Schlacht bei einem stark besetzten Pass bei Dachtmissen. Gegen die Kontributionen und Abgaben wehrten sich die Burgdorfer Bürger 1637 mit einem kleineren Aufstand. Auch im Jahre 1658 und 1809 gab es große Brände in der Stadt, welche dadurch immer wieder zerstört und danach wieder aufgebaut wurde.

1935 entstand östlich der Altstadt die katholische St.-Nikolaus-Kirche, die 1972 bedeutend erweitert und modernisiert wurde.

Durch die am 1. April 1974 in Kraft getretene niedersächsische Gebietsreform wurden einige Nachbarorte eingemeindet. Der bis dahin bestehende Landkreis Burgdorf wurde gegen den Willen des überwiegenden Teils der Bevölkerung mit dem Landkreis Neustadt am Rübenberge (NRÜ), dem Landkreis Springe am Deister (SPR) und Resten aus dem alten Landkreis Hannover zusammengeschlossen zum neuen Landkreis Hannover. Burgdorf verlor dadurch den Status Kreisstadt und gehörte nicht mehr dem Regierungsbezirk Lüneburg an, sondern dem am 31. Dezember 2004 aufgelösten Regierungsbezirk Hannover.

Am 1. November 2001 wurde der Landkreis Hannover mit der Stadt Hannover zur Region Hannover zusammengeschlossen, der Burgdorf damit auch angehört. In Burgdorf gibt es ein Amtsgericht und ein Finanzamt.

Politik

Wappen

Das Burgdorfer Wappen zeigt zwei grüne Laubbäume auf grün umrahmtem silbernen Wappenschild, vor welchen ein goldener Löwe liegt. Es wurde im 16. Jahrhundert eingeführt und bis heute nahezu unverändert beibehalten.

Wappen der Ortsteile

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehrsanbindung

Burgdorf liegt an der Bundesautobahn 37 nach Hannover, die nördlich von Burgdorf in Richtung Celle als B 3 bezeichnet wird. Ebenso liegt Burgdorf an der B 188 und der B 443. Zur Zeit wird an einer Umgehungsstraße Burgdorfs gebaut.

Burgdorf liegt zusammen mit den Bahnhöfen der Ortsteile Ehlershausen und Otze an der Bahnstrecke Lehrte–Celle. Die dort haltenden Bahnen der S-Bahn Hannover ergänzen sich zu einem Halbstundentakt Celle – Hannover im Rahmen des Großraum-Verkehrs Hannover (GVH). Zusätzlich ist Burgdorf ein Drehkreuz für Buslinien der RegioBus Hannover.

Persönlichkeiten

Weblinks


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