Auf Liebe und Tod
Filmdaten
Deutscher Titel Auf Liebe und Tod
Originaltitel Vivement dimanche!
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 111 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie François Truffaut
Drehbuch Jean Aurel,
Suzanne Schiffman,
François Truffaut
Produktion Armand Barbault,
François Truffaut
Musik Georges Delerue
Kamera Néstor Almendros
Schnitt Martine Barraqué
Besetzung

Auf Liebe und Tod (Original: Vivement dimanche!) ist ein französischer Kriminalfilm mit Fanny Ardant und Jean-Louis Trintignant aus dem Jahr 1983 und gleichzeitig der letzte Spielfilm des französischen Regisseurs François Truffaut.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Geschäftsmann Jacques Massoulier wird bei einer Entenjagd im Süden Frankreichs erschossen. Als Mörder gerät der Immobilienmakler Julien Vercel in Verdacht, da er als Einziger das Kaliber der Mordwaffe benutzt. Ein Tatmotiv wird schnell gefunden, denn Massoulier war der Geliebte von Vercels Ehefrau Marie-Christine. Kurze Zeit später wird auch diese erschossen vorgefunden. Da Vercel für beide Morde kein Alibi vorweisen kann, nimmt er sich Maître Clément als Anwalt, der jedoch seinen Unschuldsbeteuerungen ebenso wenig glaubt wie die Polizei. Clément will daher auf „Verbrechen aus Leidenschaft“ plädieren, wofür die Franzosen seiner Ansicht nach Verständnis haben und womit Vercel gute Chancen vor Gericht hätte. Allein von Vercels Unschuld überzeugt ist seine Sekretärin Barbara Becker, die insgeheim in ihn verliebt ist. Sie versteckt ihn im Keller seines Büros und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an.

Sie findet heraus, dass Marie-Christine Vercel vor ihrer Heirat nicht wie gedacht einen Schönheitssalon geführt hatte, sondern in einem Nachtclub, dem L'ange rouge in Nizza, ihr Geld verdiente. Zudem war seit einer Weile ein Privatdetektiv auf Marie-Christine angesetzt. Während ihrer Ermittlungen trifft Barbara immer wieder auf einen mysteriösen Mann, den sie und Vercel schon bald für den wahren Mörder halten. Doch bei der Beerdigung von Massoulier stellt sich heraus, dass es sich dabei um einen Priester und den Bruder des Verstorbenen handelt, der ebenfalls den Mordfall aufklären wollte.

Neue Spuren führen nun zu einem Kino namens Eden, wo eine ehemalige Geliebte Massouliers als Kassiererin arbeitet. Es deuten sich Verbindungen zum Rotlichtmilieu an, weshalb Barbara beschließt, sich als Prostituierte zu verkleiden, um Details in Erfahrung zu bringen. Doch je mehr Barbara erfährt, umso mehr Beteiligte sterben: Zuerst der Besitzer des Nachtclubs, dann die Kassiererin des Kinos. Als Barbara in das Büro zurückkehrt, schickt sich ihr Chef an, aus der Stadt zu verschwinden. Sie will Vercel jedoch nicht gehen lassen und gesteht ihm schließlich ihre Liebe. Nachdem sie sich nähergekommen sind, scheinen Barbara dennoch Zweifel an der Unschuld ihres Chefs zu kommen und so liefert sie ihn mit Hilfe einer List der Polizei aus. Doch dieses Manöver stellt sich als Teil eines geschickten Plans heraus, den wahren Mörder dazu zu bringen, sich selbst zu entlarven: Es ist Vercels Anwalt Clément, in dessen Büro Barbara zuvor eine geheime Kammer mit Beweisen fand, die Clément als eifersüchtigen Geliebten von Marie-Christine enttarnen. Als Clément einsieht, dass er überführt wurde, nimmt er sich das Leben. Daraufhin treten Vercel und Barbara gemeinsam vor den Traualtar.

Hintergrund

Auf Liebe und Tod basiert auf dem Roman The Long Saturday Night des US-amerikanischen Schriftstellers Charles Williams und wurde von François Truffaut bewusst in Schwarzweiß als Hommage an Hollywoods Film noirs der 40er Jahre inszeniert. Er kehrte dabei das Grundmuster der Schwarzen Serie um, indem hier die vermeintlich untergeordnete Frau die Rolle des Detektivs übernimmt, während der Mann hilflos und handlungsunfähig bleibt. Zudem zollt Truffaut mit Filmmotiven Tribut an seine Vorbilder Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick. Die Frau – in diesem Fall die Sekretärin Barbara Becker – die in den Verdächtigen verliebt ist und ihm deshalb hilft, findet sich sowohl in Hitchcocks Ich kämpfe um dich (Spellbound, 1945) als auch in Der unsichtbare Dritte (North by Northwest, 1959). Die Szene, in der Vercel die Wohnung der Kassiererin Paula Delbecq heimlich betritt und dabei ertappt zu werden droht, verweist auf Hitchcocks Das Fenster zum Hof (Rear Window, 1954). Ein weiteres Filmzitat findet sich beim Mord an Paula Delbecq als Anspielung an Hitchcocks Frenzy (1972), als das Opfer in ein Kino mit dem Wink eines Arms gelockt wird und dort hinter geschlossener Tür ermordet wird, während Kubricks Kriegsfilm Wege zum Ruhm (Paths of Glory, 1957) im Kino läuft. Die Schüsse des Films beschreiben die Gewalttat hinter der Tür.

Auf Liebe und Tod war nach Die Frau nebenan (La femme d'à côté, 1981) der zweite gemeinsame Film von Truffaut und seiner letzten Muse und Lebensgefährtin Fanny Ardant. Es sollte sein letztes Werk werden. Truffaut starb 1984 im Alter von 52 Jahren an einem Gehirntumor.

Kritiken

„Eine charmante, hintergründige Kriminalkomödie im oft selbstironischen Stil der Schwarze-Serie-Filme der 40er Jahre, temporeich inszeniert und in stilechtem Schwarz-weiß ausgezeichnet fotografiert. Perfekte Kinounterhaltung.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Eine raffinierte, in Schwarzweiß gedrehte Krimikomödie als Hommage an den klassischen Film noir, der letzte Film des französischen Meisterregisseurs François Truffaut. Wie schon in Die Frau nebenan glänzt Truffauts letzte Lebensgefährtin Fanny Ardant in der Rolle der geheimnisvollen Heldin […]. Ein Filmspaß zwischen Krimi, Komödie und Parodie.“

Prisma Online[2]

Auszeichnungen

Literatur

  • Charles Williams: The Long Saturday Night. Gold Medal, 1962 (engl. Ausgabe)

DVD-Veröffentlichung

  • François Truffaut Collection 3: Auf Liebe und Tod/Ein schönes Mädchen wie ich. Concorde Video 2007

Einzelnachweise

  1. Lexikon des internationalen Films
  2. Prisma Online

Weblinks


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