Auflaufkurve

Die Auflaufkurve ist eine Sonderform des Eisenbahn-Oberbaus, die Gleiskurven mit besonders kleinem Radius ermöglicht.

Da die Achsen von Eisenbahnwaggons sich nicht bzw. nur sehr begrenzt (Lenkachse) radial einstellen können, stehen sie in Kurven schräg zum Gleis. Abhängig von Achsabstand und Kurvenradius klemmen die Radsätze zwischen den beiden Schienen, was zu starkem Verschleiß an Radreifen und Schienenköpfen führt. Bei sehr scharfen Krümmungen wird das Befahren mit Fahrzeugen mit normalem Achsstand schließlich unmöglich. Üblicherweise werden deshalb selbst bei Werkbahnen Bogenhalbmesser unterhalb 80 bis 100 Metern vermieden.

Prinzip Auflaufkurve

Um auf engen Werksgeländen trotzdem Gleise verlegen zu können, wurde die Auflaufkurve entwickelt, bei der sich Kurvenradien bis herab zu 35 Metern erreichen lassen. Dazu wird am Beginn der Krümmung der Spurkranz des auf dem Außengleis laufenden Rades über ein rampenartiges Gleisstück auf den Schienenkopf geführt. Da damit die Führung des Radsatzes durch den Spurkranz des kurvenäußeren Rades entfällt, wird neben der inneren Schiene ein zweites Schienenprofil als Radlenker angebracht. Somit führt das kurveninnere Rad den Radsatz in beide Richtungen, während das äußere Rad ohne Zwängen auf dem Kopf der Schiene läuft.

Bekannt wurde vor allem die Konstruktion der Maschinenfabrik Deutschland GmbH in Dortmund, durch die die Auflaufkurve auch als Deutschland-Kurve bekannt wurde. Eine ähnliche Ausführung wurde als Bauart Osnabrück von der Klöckner-Werke AG in Osnabrück hergestellt.

Es gab mindestens eine Auflaufkurve, die einfach mittels einer umgedrehten Schiene hergestellt wurde. Der Rest, der noch gut erhalten ist, befindet sich bei Kradolf in der Schweiz. Sie ist aber bereits ziemlich überwachsen.[1]

Einzelnachweise

  1. Fotos einer Auflaufkurve, Kradorf (Schweiz)

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