Aufschlag (Tennis)
Aufschlag von Tommy Haas, World Team Cup, 2005

Der Aufschlag ist im Tennis der Schlag, mit dem ein Ballwechsel eröffnet wird.

Inhaltsverzeichnis

Regeln

Der Ball muss ins schräg gegenüber liegende zweiteilige T-Feld gespielt werden. Beide Füße des Aufschlägers müssen sich, in dem Augenblick in dem der Ball getroffen wird, hinter der Linie befinden, ohne diese zu berühren. Erst nach dem Treffen des Balls ist es ihm erlaubt, die Grundlinie zu überschreiten (siehe Fußfehler). Die Füße brauchen sich im Augenblick der Ballberührung nicht auf dem Boden zu befinden. In der Regel springen die Spieler in das Feld hinein, einerseits, um einen günstigeren Schlagwinkel zu erreichen, andererseits, um über den Schwung zusätzlichen Druck und Drall auf den Ball zu bringen. Bei jedem Aufschlag hat der Spieler zwei Versuche. Wenn bei einem ansonsten regelkonformen Aufschlag der Ball die Netzkante berührt und der Ball danach ins Aufschlagfeld gelangt, wird dies nicht als Fehler gewertet – der Aufschlag muss aber wiederholt werden. Im Allgemeinen wird der erste Aufschlag mit hohem Risiko gespielt, der zweite Aufschlag mit mehr Sicherheit. Ein Fehler nach beiden Versuchen wird als Doppelfehler bezeichnet, und der Punkt geht an den Gegner. Nach einem Spiel wechselt das Aufschlagrecht.

Aufschlagtechnik

Die Beinstellung ist in der Regel schräg oder leicht seitlich zur Grundlinie. Das der Schlaghand gegenüberliegende Bein zeigt dabei nach vorne, bei Rechtshändern folglich das linke Bein. Für die eigentliche Schlagbewegung sind verschiedene Techniken gebräuchlich. In der Regel wird der Ball mit gestrecktem Arm, in einer ruhigen Bewegung, nach oben geführt und nur geringfügig höher geworfen als der Treffpunkt. Gleichzeitig sinkt der Schlagarm in einer gegenläufigen Bewegung ab, so dass Schläger und Schlagarm im Idealfall am untersten Punkt eine gerade Linie bilden, der Schlägerkopf also fast zum Boden zeigt. Dieses extreme Rückführen des Armes mit anschließender Beschleunigung des Schlägers und Treffen am höchsten Punkt des hoch geworfenen Balls dient zur Erzeugung einer dynamischen Bewegung in der alle Muskelketten zusammenwirken, angefangen mit dem Strecken der Beine, über die Rotation des Oberkörpers bis hin zum Kippen des Handgelenks. Hierbei wird ein Teil der Beschleunigung letztlich auch über den so genannten Peitscheneffekt erzielt.

Taktik

Der Aufschlag ist der einzige Schlag welcher vom Gegner nicht beeinflusst werden kann. Ein harter und platzierter Aufschlag ist ein wertvolles Mittel, um den Gegner unter Druck zu setzen, den Ballwechsel von Anfang an zu bestimmen und ist deshalb taktisch von höchster Bedeutung.

Grundsätzlich lassen sich auch beim Aufschlag alle Formen von Drall verwenden, die beim Tennis gebräuchlich sind: flacher Schlag (Kanonenaufschlag), Topspin (Twist) und Slice. Sowohl der Aufschlag mit Topspin als auch der Sliceaufschlag haben häufig einen charakteristischen Seitwärtsdrall. Der Twist springt aus Sicht des Aufschlägers nach rechts, der Slice nach links weg.

Häufig wird als erster Aufschlag der flache Schlag mit nur geringem Vorwärtsdrall gewählt, da der Ball so die höchstmögliche Geschwindigkeit erreichen kann und am schwierigsten zu retournieren ist. Er wird meist in der Absicht auf einen direkten Punktgewinn (Ass) gespielt, ist aber durch seine gerade Flugbahn riskant.

Der Topspin-Aufschlag eignet sich vor allem für einen zweiten Aufschlag, da dieser aufgrund des Magnus-Effekts mit größerer Sicherheit innerhalb des Aufschlagfeldes aufkommt. Zudem stellt der Return dieses hoch und schnell abspringenden Aufschlags eine gewisse Herausforderung dar.

Zu den besten männlichen Aufschlagsspielern der letzten Jahrzehnte zählen unter anderen Pete Sampras, Boris Becker, Goran Ivanišević, Ivan Lendl, Roger Federer, Andy Roddick und Ivo Karlovic.

Ivo Karlovic ist es auch, der den Rekord des bislang schnellsten Aufschlags bei einem offiziellen Turnierspiel hält: 251,4 km/h, geschlagen am 5. März 2011 im Davis-Cup-Duell gegen Deutschland in Zagreb.

Trivia

Eine Besonderheit war beim US-Amerikaner John McEnroe zu beobachten, der mit einer Fußstellung parallel zum Netz aufschlug.

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