Aug. Klönne
Villa Moritz Klönne
Förderturm des Petersenschachtes in Sondershausen
Wasserturm „Lanstroper Ei“ in Dortmund-Lanstrop (1904/1905, Barkhausen-Behälter, Kugelform durch zylindrisches Segment gestreckt)

Aug. Klönne war der Name eines 1879 gegründeten Unternehmens, welches im Stahlbau tätig war. 1966 wurde es von der Thyssen-Röhrenwerke AG übernommen.

Geschichte

Das Unternehmen Aug. Klönne wurde am 1. Juli 1879 von dem Ingenieur August Klönne gegründet. Der Betrieb begann mit dem Bau von Industrieöfen, z. B. für Gaswerke (Kokereien), und erweiterte des Fertigungsspektrum schon bald erheblich. Ab 1890 erschloss Klönne weitere Produktionsbereiche im Brücken- und Eisenhochbau. Als Ergebnis einer Kooperation mit dem befreundeten Ingenieur Georg Barkhausen entstanden oberirdische Gasbehälter mit Ringbecken sowie später auch Wasserhochbehälter. Klönne wurde alleiniger Hersteller der Barkhausen-Behälter und entwickelte 1896 eine verbesserte, kugelförmige Variante, von der ab 1906 dann als Bauart Klönne innerhalb eines Zeitraums von ungefähr dreißig Jahren mehrere hundert Exemplare in Dortmund vorgefertigt und weltweit aufgestellt wurden. Das Unternehmen Klönne errichtete in Holland eine zweigleisige und 264 Meter lange Eisenbahndrehbrücke, eine der größten Europas.

Nach dem Tod des Gründers im Jahr 1908 führten die beiden Söhne Klönnes, die Zwillinge Dr. h. c. Max Klönne (1878–1945) und Generalkonsul Dr.-Ing. E. h. Moritz Klönne (1878–1962) das Unternehmen weiter. Sie erweiterten den Tätigkeitsbereich des Unternehmens stark. Mit dem Bau von Bergwerks- und Hüttenanlagen, Gasbehältern, Brücken, Krananlagen, Hallen, Gaswerkseinrichtungen, Fördermaschinen und auch Stahlwasserbauten wie z. B. Schiffshebewerken, Schwimmdocks oder Seeschleusen konnte das Unternehmen stark expandieren.

1950 betrieb das Unternehmen ein Schamottewerk in Wetter-Volmarstein. 1958 waren bei dem Unternehmen Aug. Klönne ca. 1.700 Arbeiter und Angestellte beschäftigt. 1966 erfolgte die Übernahme durch die Thyssen-Röhrenwerke AG, in den 1990er Jahren wurde der Dortmunder Standort mit den Werken an der Körnebachstraße (Werk 1) und an der Hannöverschen Straße (Werk 2) aufgegeben.

An Moritz Klönne und seine Frau Änne geb. Glückert (1879–1969) erinnert ihre 1922/1923 nach den Plänen des Dortmunder Architekten Emil Pohle erbaute Villa in der Prinz-Friedrich-Karl-Straße 36, die heute als Bürogebäude genutzt wird. Ein 1923 in diese Villa eingebautes, jedoch bereits 1907 geschaffenes Damenzimmer nach Entwurf des Jugendstil-Architekten Joseph Maria Olbrich wurde von Änne Klönne 1964 dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund gestiftet, wo es heute ausgestellt ist.

Bauwerke


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