Polskie Koleje Panstwowe
Polskie Koleje Państwowe
Spółka Akcyjna
Logo
Unternehmensform JSC
Gründung 1. Januar 2001
Unternehmenssitz Warschau, Polen
Unternehmensleitung

Vorstandsvorsitzender:

  • Andrzej Wach
    chairman/CEO
Mitarbeiter 3555 (2004)
125.000 in allen Gesellschaften (2007)
Branche Eisenbahnunternehmen
Website

www.pkp.pl

Intercity- und Eurocity-Netz von PKP InterCity, 2006/07

Die Polskie Koleje Państwowe (vollständig: Polskie Koleje Państwowe Spółka Akcyjna; Abkürzung: PKP S.A.; „Polnische Staatsbahnen AG“) sind die größte Eisenbahngesellschaft in Polen.

Inhaltsverzeichnis

Wirtschaft

Die PKP sind der Geschäftsform nach eine Aktiengesellschaft, deren Aktien sich in Staatshand befinden. Seit der Reform im Jahre 2000 sind die PKP im Besitz zahlreicher Gesellschaften, wie

  • PKP Polnische Bahnlinien (PKP Polskie Linie Kolejowe)
  • PKP Cargo
  • PKP Regionalbahnen (PKP Przewozy Regionalne)
  • PKP Intercity
    • WARS
  • PKP Stadtschnellbahn in Gdynia (Szybka Kolej Miejska w Trójmieście) -> bis 2001
  • PKP Metallurgische Breitspurlinie in Zamość (PKP Linia Hutnicza Szerokotorowa)
  • Polnische Bergbahnen (Polskie Koleje Linowe) in Zakopane
  • Bahn Telekommunikation (Telekomunikacja Kolejowa)
  • PKP Energetik (PKP Energetyka)
  • PKP Informatik (PKP Informatyka)

Die Privatisierung dieser Gesellschaften ist durch die polnische Regierung für 2005 bis 2007 vorgesehen.

Geschichte

Beginn des Eisenbahnverkehrs in Polen

Polen war im 19. Jahrhundert, als der Eisenbahnbau aufkam, geteilt. Der Nordwesten gehörte zu Preußen, der Süden zu Österreich und der Osten zu Russland. So wurden drei verschiedene Eisenbahnnetze mit Ausrichtung auf die jeweiligen Hauptstädte errichtet. Es kamen verschiedene Spurweiten zur Anwendung: In den preußischen und österreichischen Anteilen die europäische Spurweite von 1435 mm, im russischen Teil die breitere Spurweite von 1524 mm. Auf der Strecke Kielce–Herby Stare im russischen Landesteil wurde zeitweise die in Europa seltene Kapspurweite von 1067 mm verwendet.

Zwischenkriegszeit

Nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit nach dem Ersten Weltkrieg führte anfangs das 1918 gegründete polnische Verkehrsministerium den Eisenbahnbetrieb direkt durch. Vorrangig war hierbei die Harmonisierung der drei Schienennetze. Hierzu wurde zum Beispiel das Breitspurnetz im östlichen Landesteil auf 1435 mm umgespurt. Außerdem wurde neues (beziehungsweise von anderen Bahnverwaltungen gebrauchtes) Wagenmaterial beschafft. Ein beträchtlicher Teil des Fuhrparks bestand aus preußischen Fahrzeugen, die als Reparationsleistungen aus dem Deutsvhen Reich kamen. Den 1920 gegründeten PKP oblag in dieser Zeit auch der Transitverkehr durch den Polnischen Korridor nach Ostpreußen.

Mitte der 1920er-Jahre wurde ein großes Streckenneubauprojekt in Angriff genommen: Um den Seehafen von Gdingen besser an das Hinterland (vor allem an das Bergbaugebiet Oberschlesien) anzubinden, wurde eine fast schnurgerade verlaufende Nord-Süd-Bahnlinie von Gdingen nach Kattowitz gebaut. Mitte der 1920er-Jahre setzte zudem einerseits ein starker Wirtschaftsaufschwung in Polen ein, andererseits besserte sich (vorübergehend) das Verhältnis zu den Nachbarländern, was eine Zunahme des Transitverkehrs mit sich brachte. Ausgenommen war das Verhältnis zu Litauen, das sich nach der andauernden Besetzung seiner Hauptstadt Vilnius in einem kalten Krieg mit Polen befand. So war die Grenze (von Litauen als „Demarkationslinie“ bezeichnet) für jeglichen Verkehr gesperrt.

Zweiter Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg brachte die Auflösung der PKP mit sich. Nach der Besetzung Polens unterstellte die Deutsche Reichsbahn (DRB) die Eisenbahnstrecken im so genannten Generalgouvernement bereits am 1. November 1939 der Generaldirektion der Ostbahn (GEDOB, Deutsche Ostbahn). Während der Kampfhandlungen und direkt danach wurden viele Gleise und Fahrzeuge zerstört; das Bahnnetz wurde mehrfach – je nach Frontlage – auf russische oder europäische Spurweite umgespurt. Der Transport von Menschen in Konzentrationslager fand hauptsächlich auf der Schiene statt. Die PKP wurden bald nach der Wiedererrichtung des polnischen Staates wiedergegründet.

Seit 1945

In der kommunistischen Ära wurde Polen zwar wieder zu einem Transitland; da die damalige Führung der Sowjetunion jedoch an der politischen Zuverlässigkeit des Satellitenstaates zweifelte, versuchte sie, diese Situation zu ändern. Dies äußerte sich zum Beispiel in der Eröffnung einer Polen umgehenden Eisenbahnfährlinie von Mukran auf Rügen (damals DDR) nach Klaipėda in Litauen (damals Sowjetunion). Wichtig blieb der Militärtransitverkehr zwischen der DDR und der Sowjetunion. In Südostpolen gibt es eine weit ins Landesinnere reichende, LHS genannte Bahn in russischer Breitspur von der Grenze zur Ukraine nach Sławków Południowy. Nach dem Ende der sowjetischen Besetzung und dem Zerfall des großen Nachbarlandes bemühten sich die PKP um einen Ausbau der Transitverkehrsachsen, insbesondere derjenigen über Posen (Poznań) und Warschau (Warszawa).

Die PKP heute

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Die PKP spielten auch nach dem starken Wachstum des Individualverkehrs in Polen eine wichtige Rolle für das dortige Verkehrswesen. Die wichtigste Rolle spielt hierbei neben dem Regionalverkehr der Transitverkehr sowohl von den Seehafenstädten Stettin (Szczecin) und Danzig (Gdańsk) nach Tschechien, der Slowakei und Südosteuropa.

Der Ost-West-Transit nutzt vor allem die Strecke von Frankfurt (Oder) über Posen (Poznań) nach Warschau (Warszawa), wo sich die Strecke in die Routen nach Brest (–MinskMoskau), Suwałki an der Grenze zu Litauen (–KaunasRiga/–Vilnius) und Riwne in der Ukraine (–Kiew) verzweigt. Eine weitere wichtige Ost-West-Transitstrecke führt von Cottbus (Grenzübergang Forst (Lausitz)) über Breslau (Wrocław), Katowice und Krakau (Kraków) nach Przemyśl, ebenfalls an der ukrainischen Grenze. Die Strecke über Görlitz/Zgorzelec von Breslau nach Dresden ist aus den Fernverkehrsnetzen beider Länder herausgelöst.

Für den Güterverkehr der Ost-West-Relation wird die als Niederschlesische Gütermagistrale bezeichnete Eisenbahnstrecke von Węgliniec nach Falkenberg/Elster ausgebaut. Diese Strecke liegt zwischen Dresden und Berlin. Sie ermöglicht eine Umfahrung dieser ostdeutschen Großräume und bindet in Sachsen-Anhalt an den Hafenhinterlandverkehr und Verbindungen in das Ruhrgebiet an. In Polen ist diese Strecke bereits bis zur Lausitzer Neiße elektrifiziert.

Da die Länder östlich von Polen eine andere Spurweite benutzen, entwickelte der Ingenieur Ryszard Maria Suwałski das automatische Umspursystem SUW 2000. Damit wurden zeitweise direkte Züge nach Litauen und in die Ukraine ausgerüstet, was eine enorme Zeitersparnis mit sich brachte. Einige Verbindungen befinden sich im Ausbau, so die Strecken Frankfurt (Oder)–Poznań–Warszawa–Terespol, ŚwinoujścieSzczecin (–Warszawa), Poznań–Wrocław–Katowice, Šeštokai (LT)–Suwałki–Warszawa, Przemyśl–Kraków–Katowice und Warszawa–Katowice. In der langfristigen Planung sind Neubaustrecken von Danzig nach Warschau, von Warschau nach Terespol, von Warschau (Warszawa) über Łódź (Lodsch) nach Breslau (Wrocław) und Posen (Poznań) (300 km/h) und eine Umgehungsstrecke östlich um das oberschlesische Industriegebiet als Bestandteil der Verbindung Warschau–Prag geplant. Dem innerpolnischen Fernverkehr dient eine Neubaustrecke von Warschau nach Süden in die Städte Krakau (Kraków) und Katowice. Die PKP betreiben ein InterCity-Netz. Tochterunternehmen der PKP ist die WARS S.A., welche die Schlafwagen und Speisewagen bewirtschaftet.

Zuggattungen in Polen

Fernverkehr

Fernzüge betreibt die PKP unter folgenden Klassenbezeichnungen:

  • EuroCity: Züge im internationalen Verkehr auf den wichtigsten Fernverkehrsstrecken.
  • InterCity: Züge im nationalen Verkehr auf den wichtigsten Fernverkehrsstrecken.
  • Ekspres: Schnellzüge im Fernverkehr.
  • Tanie Linie Kolejowe (TLK): Low-Cost-Schnellzüge im Fernverkehr.
  • (Pociąg) Pośpieszny: Schnellzüge im interregionalen Verkehr

Regional- und Nahverkehr

In Polen sind folgende Bezeichnungen für Zugklassen üblich:

Bei den Bezeichnungen handelt es sich um Kurzformen. Es wird meist nur das Adjektiv („Schneller Zug“ wird zu „Schneller“) zur Umschreibung des offiziellen Namens verwendet (Pociąg = „Zug“).

Preissystem in Polen

Fernverkehr

Grundsätzlich gilt in polnischen Zügen ein stark degressives Preissystem. Auf speziellen internationalen Verbindungen, beispielsweise Berlin-Warszawa-Express und IC-Nachtbus Warschau–Vilnius, wird ein Globalpreissystem angewendet, wodurch für Vor- und Nachlauf separate Fahrscheine zu lösen sind.

Siehe auch

Weblinks


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