Augentiere
Augentierchen
Euglena(1) Chloroplasten, (2) Nukleus, (3) Pyrenoid, (4) Augenfleck (Stigma), (5) Geißel (Flagelle), (6) Geißelsäckchen, (7) kontraktile Vakuole, (8) Phospholipid-Vesikel


Euglena
(1) Chloroplasten, (2) Nukleus, (3) Pyrenoid, (4) Augenfleck (Stigma), (5) Geißel (Flagelle), (6) Geißelsäckchen, (7) kontraktile Vakuole, (8) Phospholipid-Vesikel

Systematik
Reich: Protisten (Protista)
Stamm: Euglenozoa
Klasse: Euglenoida
Ordnung: Euglenales
Gattung: Augentierchen
Wissenschaftlicher Name
Euglena
Ehrenberg, 1838

Die Augentierchen (Euglena) sind eine Gattung von Einzellern aus der Klasse der Euglenoida. Sie gehören zu den Eukaryoten. Namensgebend ist der Augenfleck, der dem Augentierchen Phototaxis (Bewegung in Abhängigkeit von der Lichtrichtung) ermöglicht; bildliches Sehen ist damit allerdings nicht möglich, sondern nur eine Hell-Dunkel-Unterscheidung.

Euglena kommt meist im Süßwasser vor und findet sich dort manchmal in so großen Massen, dass sie eine Wasserlache grün anfärben können (Algenblüte). Die Farbe deutet darauf hin, dass die meisten Arten Chloroplasten mit dem grünen Farbstoff Chlorophyll enthalten und mit ihrer Hilfe Photosynthese betreiben (autotrophe Ernährung). Es gibt aber auch Formen, die heterotroph von im Wasser gelösten Substanzen leben. Viele Arten betreiben auch beide Ernährungsweisen gleichzeitig (mixotrophe Lebensweise).

Zur Fortbewegung hat Euglena eine Geißel, welche rückstoßend arbeitet. Neben der Helligkeit kann Euglena auch die Temperatur wahrnehmen. Die Vakuole dient der Regulierung des Salzgehaltes in der Zelle; indem diese Wasser ausscheidet, wird verhindert, dass die Zelle durch Osmose zu sehr anschwillt und schließlich aufplatzt.

Lichtorientierung

Euglena schwimmen immer zum Licht, da es dort zumeist auch Nahrung gibt. Diese Orientierung wird durch den Augenfleck (auch [Pigmentfleck] oder Stigma) ermöglicht, der zusammen mit dem Fotorezeptor an der Basis der Geißel als Lichtsinnesorganell dient. Mit diesem System kann die Richtung des Lichtes bestimmt werden. Beim Schwimmen drehen sich Euglena um die eigene Längsachse und der Fotorezeptor wird im Wechsel beschattet bzw. unbeschattet. Bei Beschattung macht Euglena stets einen Zug in die Richtung des Lichtes.

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