Posilac


Posilac
Monsanto
Monsanto-Logo
Unternehmensform Aktiengesellschaft
ISIN US61166W1018
Gründung 2002
Unternehmenssitz St. Louis Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Unternehmensleitung

Hugh Grant (Vorsitzender, Präsident und Geschäftsführer)

Mitarbeiter 16.500
Umsatz 11,365 Mrd USD (2008)[1]
Produkte

gentechnisch verändertes Saatgut, Pestizide, Herbizide

Website

monsanto.com

Monsanto ist ein börsennotierter Konzern mit Sitz in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Er stellt unter anderem Süßstoffe, Pestizide, Herbizide und gentechnisch verändertes Saatgut her. Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2007 bei einem Umsatz von 8,6 Milliarden US-Dollar einen Nettogewinn von 993 Millionen US-Dollar. Monsanto ist im Aktienindex S&P 500 gelistet.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

John F. Queeny gründete Monsanto 1901 als Chemikalienhersteller. Zu Beginn produzierte die Firma hauptsächlich das Süßungsmittel Saccharin und den anregenden Stoff Koffein. Erst 1940 wurde der landwirtschaftliche Bereich aufgebaut und Monsanto entwickelte sich zum Spezialisten für Agrarchemie und gentechnisch verändertes Saatgut. So entwickelte der Konzern etwa Kulturpflanzen mit Resistenzen gegen die eigenen Herbizide und Schädlinge.

Seit den 1940er-Jahren produzierte Monsanto unter anderem polychlorierte Biphenyle und Recombinant Bovine Somatotropin (rBST), ein Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung von Rindern. In den 1960er- und 1970er-Jahren, während des Vietnamkriegs, war Monsanto ein wichtiger Lieferant des als chemischer Kampfstoff klassifizierten und mit Dioxinen kontaminierten Herbizids „Agent Orange“. Eine Klage der vietnamesischen Vereinigung der Opfer von Agent Orange gegen Monsanto und weitere Chemiekonzerne wurde im März 2005 von einem US-amerikanischen Bundesgericht abgelehnt.

In den USA erwarb Monsanto seit 1980 bedeutende Patente auf gentechnische Methoden und Gene – ein Vorgang, der von Kritikern polemisch als Biopiraterie bezeichnet wird.

Seit 1999 kaufte Monsanto für mehr als 13 Milliarden US-Dollar überall auf der Welt Saatgutfirmen, während es die Produktion seines in den USA in die Kritik gekommenen Produktes POSILAC inzwischen abgestoßen hat.[2]

Im Jahr 2002 wurde Monsanto vom Mutterkonzern Pharmacia (seit 2003 ein Tochterunternehmen von Pfizer) abgespalten, der erst zwei Jahre zuvor entstanden war.

Am 25. Januar 2005 übernahm Monsanto den kalifornischen Produzenten von Obst- und Gemüsesaatgut Seminis für 1,4 Milliarden US-Dollar. Monsanto ist mit mehr als vier Milliarden Euro Umsatz nach DuPont der zweitgrößte Saatgutanbieter weltweit und mit 90 Prozent Marktanteil der größte Anbieter von Gentech-Saatgut.

Juristische Auseinandersetzungen

Monsanto ist in der Vergangenheit durch Verwicklung in verschiedene Aufmerksamkeit erregende juristische Auseinandersetzungen bekannt geworden. Das Unternehmen hat in Sammelklageverfahren, namentlich in Bezug auf die gesundheitlichen Auswirkungen seiner Produkte, Strafen und Schadensersatzverpflichtungen über hunderte Millionen Dollar hinnehmen müssen. Andererseits bemüht Monsanto häufig selbst die Gerichte zur Durchsetzung seiner Patentansprüche auf dem Gebiet der Biotechnologie.

Klagen gegen Monsanto

Bereits 1917 verklagten die USA Monsanto wegen der Gefährlichkeit des ersten Erzeugnisses des Unternehmens, Saccharin. Erst nach mehreren Jahren unterlag die staatliche Seite.

Ehemalige US-Soldaten, die im Vietnamkrieg mit dem von Monsanto hergestellten Entlaubungsmittel Agent Orange in Berührung gekommen waren, versuchen, das Unternehmen wegen der gesundheitsschädlichen Nebenwirkungen in Anspruch zu nehmen; die Klage ist vor US-amerikanischen Gerichten noch anhängig.

Im Februar 2002 wurde Monsanto für schuldig befunden, die Einwohner der Stadt Anniston in Alabama jahrelang mutwillig den gesundheitsschädlichen Nebenprodukten der PCB-Erzeugung ausgesetzt zu haben. (Diese wurde zwar bereits 1976 gesetzlich untersagt, doch zog sich der Prozess über Jahrzehnte hin.) Tausende Geschädigte haben Anspruch auf Schmerzensgeld. Insgesamt gehen die Zahlungen in die Höhe von 700 Millionen US-Dollar.[3][4]

Im Oktober 2004 zog das französische Unternehmen RAGT Génétique den europäischen Sortenschutz für die konventionelle Weizenzüchtung Galatea zurück, die es zusammen mit dem gesamten europäischen Weizen- und Gerstegeschäft von Monsanto übernommen hatte. Die Züchtung stammte allerdings nicht von Monsanto, sondern von Unilever und war 1998 von Monsanto aufgekauft worden. Es ist umstritten, ob es sich dabei tatsächlich um eine neue Kreuzung zwischen einer europäischen Weizensorte und der traditionellen indischen Sorte Nap Hal handelt, oder um die von indischen Bauern gezüchtete Sorte Nap Hal selbst, für die nun durch eine unzutreffende Beschreibung ein europäischer Sortenschutz erschlichen werden sollte. Greenpeace warf Monsanto Letzteres vor und wertet den Rückzug seitens RAGT Génétique als Sieg; das Unternehmen selbst gibt wirtschaftliche Gründe an.

Seit 2004 ist Monsanto in mehrere Gerichtsverfahren mit der Schweizer Firma Syngenta verwickelt, dem weltweit größten landwirtschaftlich-chemischen Unternehmen. Syngenta wirft Monsanto unter anderem vor, Patente zu verletzen.[5]

Am 4. Mai 2007 errang der Imker Karl-Heinz Bablok aus Kaisheim bei Donauwörth vor dem Verwaltungsgericht Augsburg einen Erfolg gegen den Anbau von gentechnisch verändertem Mais des Typs MON810 vom Hersteller Monsanto. In einer am 12. Mai 2006 gezogenen Probe der Pollen von einem seiner Bienenvölker, das rund 200 Meter von einem Genmaisfeld des staatlichen Versuchsgutes Neuhof bei Kaisheim entfernt stand, wurde ein Anteil von 4,1 Prozent gentechnisch veränderter Pollen festgestellt. Nach geltendem EU-Recht war der hieraus produzierte Honig somit mit „enthält gentechnisch veränderte Organismen“ zu kennzeichnen. Der Beschluss begründet unter anderem, dass Bablok mit erheblichen Nachteilen zu rechnen habe, weil durch den Eintrag der gentechnisch veränderten Pollen sein Lebensmittel nicht mehr verkehrs- und verbrauchsfähig sei.[6]

Kurz vor der Gerichtsverhandlung am 19. März 2008 bezüglich der Klage von Percy Schmeiser hat Monsanto eingewilligt, Schadensersatz für ein gentechnisch kontaminiertes Feld zu zahlen.[7]

Monsanto als Kläger

Seit Mitte der 1990er-Jahre hat Monsanto um die 150 amerikanische Bauern wegen Verletzung seiner Patente auf genetisch modifiziertes Saatgut verklagt. Hierbei geht es in der Regel um den Vorwurf, die Bauern würden Samen aus der Ernte aufbewahren, um sie im nächsten Jahr zur Aussaat zu verwenden, was aufgrund ihrer Verträge mit Monsanto unzulässig ist. Monsanto bemüht sich aktiv, solche Fälle aufzudecken, und hat zu diesem Zweck auch Landwirte um ihre Mithilfe gebeten, eine kostenlose Hotline zum Melden von Verstößen eingerichtet und Detektive engagiert. Nach Angaben des Unternehmens wird jährlich etwa 500 Verdachtsfällen nachgegangen.

In Kanada erregte ein Fall Aufsehen, der bis zum obersten Gerichtshof ausgefochten wurde. Monsanto beschuldigte 1998 den Landwirt Percy Schmeiser, unberechtigt und unter Verletzung eines Monsanto-Patents die genetisch modifizierte Raps-Variante „Roundup-Ready Canola“, die gegen das Herbizid Roundup resistent ist, angebaut zu haben. Offenbar war ein Teil von Schmeisers Raps durch Samen kontaminiert worden, die von vorbeifahrenden Lastwagen gefallen oder von nahen Feldern anderer Bauern herübergeweht worden waren. Er hatte sie dann gezielt auf einer besonderen Fläche angebaut und kommerziell verwertet. Die 2004 gefallene höchstrichterliche Entscheidung legte dem Landwirt keine Lizenzzahlungen und keinen Strafschadensersatz auf, da er nicht von den besonderen Eigenschaften der Roundup-resistenten Rapssorte profitiert hatte, hielt aber fest, dass er prinzipiell nicht das Recht hatte, die patentierte Sorte wissentlich anzubauen, nur weil sie zufällig auf seinem Land aufgetaucht war.[8]

Auch außerhalb Nordamerikas versucht Monsanto, die entgeltlose Benutzung seiner genetisch modifizierten Saaten zu unterbinden. Ein besonderes Augenmerk richtet Monsanto auch auf Argentinien, wo nach Angaben des Unternehmens 30 Prozent der Sojabohnenproduzenten illegal Monsanto-Produkte benutzen.[9]

2004 setzte sich Monsanto gerichtlich gegen eine Werbekampagne der Molkerei Oakhurst Dairy in Portland, Maine zur Wehr, die damit warb, dass die verwendete Milch von Kühen stammte, die nicht das Wachstumshormon rBGH von Monsanto bekommen hatten. Monsanto hielt diese Werbeaussage für geschäftsschädigend. Die beiden Firmen einigten sich außergerichtlich auf eine veränderte Formulierung.[10]

Im April 2009 reichte Monsanto eine Klage gegen das von Agrarministerin Ilse Aigner ausgesprochene Anbauverbot des Genmais MON 810 ein.[11] Vom Verwaltungsgericht Braunschweig wurde das Anbauverbot jedoch in einem Eilverfahren bestätigt.[12]

Kritik am Unternehmen

Monsanto erforscht, produziert und verkauft gentechnisch verändertes Saatgut. Derzeit stammen 90 Prozent aller weltweit angebauten Gen-Pflanzen von Monsanto. Es wird kritisiert, Monsanto wolle die globale Landwirtschaft vollständig unter seine Kontrolle bringen.[13]

Monsanto bemüht sich verstärkt um den Ausbau seiner Marktposition bei der Produktion von Lebensmitteln und Saatgut, die von Kritikern als weltweites Monopol bezeichnet wird. Kritisiert wird etwa die vertragliche Bindung der Landwirte an das Unternehmen, die es ihnen verbietet, die eigene Ernte als Saatgut wieder zu verwenden und eine weitreichende Kontrolle der Landwirte erlaubt, um Patentverletzungen vorzubeugen. Ebenso ist es den Landwirten im Konfliktfall nicht gestattet, sich gegenüber Dritten zu äußern. Weiterhin müssen sich diese Landwirte vertraglich dazu verpflichten, im Falle von Ernte- oder Ertragsausfällen (z. B. Rückgang der Fruchtbarkeit bei Zuchtschweinen) nicht gegen das Unternehmen Monsanto zu klagen.[14]

Monsanto tritt verstärkt als Aufkäufer von Saatgutherstellern in Erscheinung und erreicht damit zunehmend eine marktbeherrschende Stellung. Börsenkommentatoren warnten 2009 vor einer Weltagrarkrise durch Saatgutmonopole und grüne Gentechnik[15] und rieten von Monsanto-Aktien ab.[16]

Das Unternehmen begegnet Kritik durch die argumentative Reduzierung der Probleme auf Konsequenzen aus der historischen Neuartigkeit der gentechnischen Möglichkeiten. Nach Unternehmensmeinung agiert Monsanto immer innerhalb gesetzlicher Grenzen und ist somit lediglich mit Problemen konfrontiert, für die die Gesellschaft noch keine brauchbaren Lösungen gefunden hat. Monsanto ist hier nach eigenen Auskünften dem Dialog offen gegenüber eingestellt und fühlt sich verpflichtet, zur Lösung dieser gesellschaftlichen Probleme beizutragen[17]. Diesem von der Motivation her nicht zu kritisierendem Angebot steht die über 100 Jahre lange Firmengeschichte entgegen, welche durch verantwortungsloses Handeln ohne Rücksicht auf Mensch und Natur geprägt war (z. B.: Umweltkatstrophe von Anniston, PCB, Agent Orange, Dioxin und verschiedene Kampfstoffe). Um dies zu kompensieren, weist Monsanto auf ihrer Webseite (Company History) darauf hin, dass „Todays Monsanto“ ein relativ neues Unternehmen sei, welches im Jahr 2002 als unabhängige Unternehmung aus dem Pharma-Bereich des „Original Monsanto“ entstand[18]. Da dies gesellschaftsrechtlich nur dann von Bedeutung wäre, wenn das „neue“ Monsanto nicht in der Rechtsnachfolge des „alten“ Monsanto einträte, ist davon auszugehen, dass es sich hier lediglich um PR-Kosmetik handelt.

Demokratische Prozesse

In der Kritik steht darüber hinaus eine Vermischung von Monsantos Aktivitäten und der Politik: So sollen führende Mitglieder der britischen Labour Party massiv in die Gen-Industrie investiert und Mitarbeiter amerikanischer Bundesbehörden zu Monsanto und zurück in die Politik gewechselt haben.[19]

In Mexiko gibt es ein Gesetz, das nach Monsanto benannt ist (span. Wikipedia: „Ley Monsanto“), weil es den Interessen des Konzerns entgegenkommt.[20][21] Auch in Peru gab es 2006 eine derartige Initiative.[22]

Durch die Zerstörung der hergebrachten landwirtschaftlichen Strukturen, wie in Mali, trage Monsanto zu einer Zerstörung der Gesellschaftstrukturen insgesamt bei.[23]

Im April 2007 wies der damalige deutsche Landwirtschaftsminister, Horst Seehofer, das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) an, den Verkauf von Saatgut der Sorte MON810, eine gentechnisch veränderte Maissorte von Monsanto, zu verbieten. Unmittelbar nach dem Verbot schrieb der Leiter der Gentechnik-Abteilung des BVL eine E-Mail an seinen Vorgesetzten. Darin behauptet er, dass keine wissenschaftlich begründeten Erkenntnisse vorlägen, die einschränkende Maßnahmen gegen das Inverkehrbringen von MON810 begründen. Bei einem Streit um gentechnisch veränderten Mais legt ein Anwalt Monsantos diese E-Mail dem brandenburgischen Oberlandesgericht vor. Auf welchem Weg diese E-Mail vom BVL zu Monsanto übermittelt wurde, ist unklar, jedoch wird hiermit eine Verflechtung von Monsanto mit einem Bundesamt belegt. Trotz dieses Vorfalls hatte das Landwirtschaftsministerium keine Zweifel an der Unabhängigkeit des BVL. Im Dezember 2007 entscheidet das BVL, MON810 wieder zuzulassen.[24]

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gab am 14. April 2009 bekannt, dass der Anbau des Genmaises MON810 auf deutschen Feldern nicht mehr zugelassen ist.[25]

Terminator-Technologie und sterile Hybride

Die von Monsanto entwickelte Terminator-Technologie wird von manchen ihrer Kritiker als Saat des Selbstmords bezeichnet. Dies bezieht sich zum einen auf die Produkte selbst, die keine keimfähigen Samen hervorbringen oder in zweiter Generation massiv schlechtere Erträge erbringen. Zum anderen bezieht es sich auf die steigende Suizidrate kleiner indischer Baumwoll- und Maisbauern, die auf massiv gestiegene Saatgutpreise und Missernten zurückgeführt werden.[26][27][B 1] So wertet Vandana Shiva die Technologie folgendermaßen:

„[...] for them it is legitimate to create terminator technology. So that farmers are not able to save their seeds, seeds that will destroy themselves through a suicide gene. [...] You really need to have a brutal mind, it's a war against evolution to even think in those terms.[A 1] [...] Farmes who grow their own seeds, save their own seeds, don't buy pesticides, have threefold more incomes than farmers who are locked into the chemical dread depending on Monsanto and Cargill."[A 2]

"[...] sie finden es völlig legitim, die Terminator-Technologie zu schaffen, damit die Bauern kein keimfähiges Saatgut gewinnen können. Samen, die sich mittels eines Selbstmord-Gens selbst zerstören. [...] Dazu muss man absolut skrupellos sein. Allein in solchen Kategorien zu denken ist eine Kampfansage an die Evolution. [...] Bauern, die ihr eigenes pestizidfreies Saatgut gewinnen und aufheben, verdienen dreimal so viel wie Bauern, die im Netz der Chemie zappeln und abhängig sind von Monsanto und Cargill.

Vandana Shiva

Weitere Kosten ergeben sich dadurch, dass Bt-Baumwolle aufwändiger bewässert werden muss, mehr Dünger benötigt und anfälliger gegen Rhizoctonia ist als konventionelle Baumwollsorten. Es kommt nicht zu der angepriesenen und erhofften Insektizid-Reduzierung, weil nach 70–90 Tagen gegen die Raupe des Baumwollkapselkäfers vorgegangen werden muss.[B 2]

Ein Auskreuzen von Terminator-Erbgut auf Pflanzen in der Umgebung führt zu sterilen Samen. So werden auch Unbeteiligte geschädigt.

Monsanto bietet sogenanntes Hybrid-Saatgut an, das nach der Ernte nicht erneut zur Aussaat verwendet werden kann. Dieses Saatgut soll Monsanto jährliche Nachkäufe sichern. Diese Praxis ist insbesondere in der Dritten Welt sehr umstritten. Hybrid-Saatgut ist zu unterscheiden von dem als Terminator-Technologie bezeichneten gentechnischen Verfahren. Hybride werden in einem züchterischen Verfahren durch Kreuzung erzielt.

Medienzensur

Unter dem Markennamen Posilac vertreibt Monsanto ein Wachstumshormon zur Steigerung der Milchleistung von Milchkühen (Recombinant Bovine Somatotropin - rBST), das (unter anderem) die Wahrscheinlichkeit von Euterentzündungen erhöht und dadurch den verstärkten Einsatz von Antibiotika erfordert. Weiterhin besteht der Verdacht, dass Rückstände in der Kuhmilch auch beim Menschen gesundheitliche Schäden verursachen können. Als die beiden Fox-Journalisten Steve Wilson und Jane Akre 1996 davon berichten wollten, beugte sich ihr Arbeitgeber Fox13 dem starken Druck von Monsanto, hielt die unter Aufsicht von Monsantos Anwälten zwischenzeitlich 83-fach korrigierte, jedoch ursprünglich Monsanto-kritische Reportage unter Verschluss und entließ die beiden Reporter schließlich.[A 3]

Auszüge aus dem Beipackzettel von Posilac:

  1. Fruchtbarkeit: Rückgang der Fruchtbarkeit, Zunahme der Eierstockzysten, Erkrankungen der Gebärmutter,
  2. hohes zusätzliches Risiko der Euterentzündung, was den Einsatz von Antibiotika unabdingbar macht,
  3. Allgemeines Befinden: Medikamentenbedarf allgemein erhöht, Möglichkeit von Verdauungsstörungen, gestörte Futteraufnahme, Sprunggelenkschwellungen,
  4. Reaktion an der Einstichstelle: Anschwellung 3-5 cm bis zu 10 cm (kann sechs Wochen anhalten).

Auch die Qualität der Milch leidet: Die Zusammensetzung der Fette und Proteine verändert sich, der Vitamingehalt sinkt. Das Wachstumshormon taucht in der Milch und im Fleisch der Tiere auf und wird über diesen Weg vom Menschen konsumiert. Das Hormon wird in den USA bei einem Drittel aller Milchkühe eingesetzt, in der EU und Kanada ist es verboten.

Einzelnachweise

  1. monsanto.com: Annual Report 2008
  2. finanznachrichten.de: Monsanto Company Completes Sale of POSILAC Bovine Somatotropin and Related Business, 2008-10-02 [1]
  3. „Monsanto Hid Decades Of Pollution. PCBs Drenched Ala. Town, But No One Was Ever Told“, Washington Post, 1. Januar 2002 (zum Anniston-Prozess)
  4. Artikel zum Anniston-Prozess auf der Website der Organic Consumers Association
  5. „Syngenta erhebt Klage zur Durchsetzung von Biotechnologiepatenten“, Syngenta AG, 26. Juli 2002
  6. Beschluss des 22. Senats vom 21. Juni 2007, VG Augsburg, Entscheidung vom 4. Mai 2007, Az.: Au 7 E 07.259 (pdf)
  7. „Monsanto zahlt Schadenersatz“, taz, 20. März 2008
  8. Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Kanada in der Sache Monsanto Canada Inc. ./. Schmeiser
  9. „'Terminator' Technology Keeps GM Crops in Check“, New Scientist / agbioworld.org, 26. Februar 2005
  10. „Maine Dairy Caves In to Pressure from Monsanto on rBGH-Free Labeling“, Organic Consumers Association, 25. Dezember 2003, zur außergerichtlichen Einigung zwischen Monsanto und Oakhurst Dairy
  11. Klage gegen Genmais-Verbot eingereicht Tagesschau vom 22. April 2009
  12. Eilentscheidung des Verwaltungsgerichts Braunschweig - Anbau von Genmais MON 810 bleibt verboten Tagesschau vom 5. Mai 2009
  13. Monsantos Machtstrategien. In: Greenpeace. April 2005. Abgerufen am 22. März 2009.
  14. Christian Jentzsch: Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut, Erstausstrahlung im WDR am 9. Oktober 2006
  15. „Monsantos Giftküche“, Financial Times Deutschland 16. April 2009
  16. „Monsantos einseitige Freude“, Financial Times Deutschland 25. März 2009
  17. Monsanto, "The Monsanto Pledge", www.monsanto.com
  18. Monsanto, "Monsanto History", www.monsanto.com
  19. „Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut“, WDR, 9. Oktober 2006
  20. Aktuelle Situation bezüglich Genmais in Mexiko, 14. Februar 2005, Ulrike Kraner auf chiapas98.de
  21. „niño verde - Das grüne Kind“, Heinrich-Böll-Stiftung, 4. Juli 2006
  22. „Stoppt das Monsanto-Gesetz in Peru!“, Agrargruppe von attac, 19. Juli 2006
  23. Karin Finkenzeller: Letzter Feldzug. Die Baumwollbauern von Mali drohen jetzt ihren Kampf gegen die Gentechnik zu verlieren. In Die Zeit Nr. 02 vom 3. Januar 2008, S. 25
  24. Monsanto in deutschen Behörden. Abgerufen am 5. April 2009.
  25. ftd.de: Deutschland verbietet Genmais (14. April 2009)
  26. Vandana Shiva, Afsar H. Jafri, Ashok Emani, Manish Pande: Seeds of Suicide – The Ecological and Human Costs of Globalisation of Agriculture. Research Foundation for Science, Technology and Ecology (RFSTE). (pdf)
  27. Vandana Shiva: Gen-Baumwolle: "Schon mehr als 100.000 Selbstmorde", pressetext-Interview vom 16. Mai 2008, Bonn [2][3]
  1. Teil 1 (0:47), Vandana Shiva
  2. Teil 2 (1:01), Vandana Shiva
  3. Teil 2 (0:20), Jane Akre, Steve Wilson. Ausschnitt Unsettling Accounts (11 Min. youtube, en.)
  • Marie-Monique Robin: Le monde selon Monsanto, arte 2007, dt. Ver. ISBN 3-89848-959-0
  1. (1:18), Kishor Tiwari, Vandana Shiva
  2. (1:15), Abdul Gayum, Kiran Sakhan, Tarak Kate

Filme

  • Monsanto, mit Gift und Genen. Dokumentation, Frankreich, 2007, 90 Min., Regie: Marie-Monique Robin, Produktion: arte, Erstsendung: 11. März 2008, ISBN 3-89848-959-0
  • Gift im Angebot - Die Erfolgsstory des US-Multis Monsanto. Dokumentation, 2007, 30 Min., ein Film von Manfred Ladwig, Produktion: SWR, Erstsendung: 27. Juni 2007, Inhaltsangabe von prisma TV Guide, englischsprachige Version The Genetic Conspiracy auf YouTube unter „Genetic Foods“
  • Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut. Dokumentation, 2006, 45 Min., von Christian Jentzsch, Produktion: WDR, Erstsendung: 9. Oktober 2006, Inhaltsangabe vom WDR, Google-Video
  • Leben außer Kontrolle. Dokumentation, 2004, 59 Min., von Bertram Verhaag und Gabriele Kröber, Redaktion: Gudrun Hanke-El Ghomri (SWR) und Ulle Schröder, arte, Erstsendung: 11. März 2004, Inhaltsangabe von den Autoren.
  • The Monsanto Story – Part 1 (1901-1994), Dokumentation, 2007, 22 Min., von Andy Radford, Google-Video

Literatur

  • Marie-Monique Robin: Mit Gift und Genen. Wie der Biotech-Konzern Monsanto unsere Welt verändert. DVA, München 2009

Weblinks

Beiträge von Greenpeace
Artikel von Telepolis

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