August Christian Niemann

August Christian (Heinrich) Niemann (* 30. Januar 1761 in Altona; † 21. Mai 1832 in Kiel) war ein deutscher Forstwissenschaftler, Staatswissenschaftler und Schriftsteller. Er ist hauptsächlich durch seine Sammlung und Dichtung von Studentenliedern bekannt geworden.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Niemann begann 1780 ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Jena, nach drei Semestern wechselte er an die Universität Kiel. 1782 ging er gemeinsam mit einem adeligen Kommilitonen, bei dem Niemann eine Stellung als Hofmeister bekleidete, an die Universität Göttingen. Hier studierte Niemann zusätzlich Staatswissenschaft (Cameralwissenschaft) und kehrte 1783 nach Kiel zurück, wo er zum Dr. phil promovierte. Hier habilitierte er sich 1785 und unterrichtete zunächst Statistik und Polizeiwissenschaft.

Unter dem Eindruck der Jenenser und Göttinger Studentenzeit, veröffentlichte Niemann sein bekannt gewordenes Akademisches Liederbuch, in dem er Lieder sammelte aber auch eigene Dichtungen präsentierte. Darunter auch das Lied Landesvater, Schutz und Rater, das auf frühere Fassungen des Brauches aus dem 17. Jahrhundert zurückging und seither in Niemanns Fassung (jedoch stark gekürzt) Einzug in studentische Liederbücher fand.

Niemann wurde 1787 in Kiel zum außerordentlichen Professor berufen und übernahm die Stelle des Direktors der neu eröffneten Forstlehranstalt Kiel. Fortan widmete er sich ganz der Forstwissenschaft und ihrer Bedeutung in der Staatsökonomie. Er richtete 1788 die Forstbaumschule in Kiel-Düsternbrook ein, die in stark gewandelter Form heute noch besteht. 1794 wurde Niemann ordentlicher Professor. Er widmete sich in besonderer Weise der Armenpflege und sozialen Fürsorge und war Mitstifter der Kieler Gesellschaft freiwilliger Armenfreunde.

Der Niemannsweg in Kiel-Düsternbrook ist nach ihm benannt.[1]

Werke (Auswahl)

  • Akademisches Liederbuch, Dessau und Leipzig 1782 (2. Band 1795)
  • Von der Industrie, ihren Hindernissen und Beförderungsmitteln, Altona 1784
  • Sammlungen zur Forstgeographie, 1791
  • Grundsätze der Staatswirthschaft, Altona 1796
  • Übersicht der Sicherungsmittel gegen Feuersgefahren und Feuersbrünste, Hamburg 1796
  • Handbuch der schleswig-holsteinischen Landeskunde, 1799
  • Schleswig-holsteinische Vaterlandskunde, Altona 1801
  • Schleswig-holsteinische Provinzialberichte, Altona 1787–1800 und 1811–1818
  • Inbegriff der Forstwissenschaft, 1814
  • Vaterländische Weltberichte, Altona 1820–1822
  • Nebenstunden für die innere Staatenkunde, Altona 1823

Literatur

Einzelnachweise

  1. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Kulturdenkmale in Schleswig-Holstein: Landeshauptstadt Kiel, Wachholtz Verlag, Neumünster 1995, S. 304.

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