August Christian Wilmanns

August Christian Wilmanns (* 23. Juli 1757 in Bielefeld-Neustadt; † 21. Mai 1839 in Vegesack bei Bremen) war ein deutscher Jurist.

Biografie

Wilmanns entstammte einer in Bielefeld beheimateten Familie von Amtsjuristen und Bürgermeistern. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Halle und war nach seiner Promotion in Rinteln zum Dr. jur. ab 1781 als Advokat und Notar in Hannover und Celle tätig. 1782 wurde er Bürger von Bremen und bekleidete schließlich 1815 bis 1836 die Stelle des ersten Amtmanns in Vegesack.

Wilmanns ist in Bremen u.a. 1803 bis 1815 Rechtsberater der St. Petri Domgemeinde während des so genannten Domstreits mit dem Senat gewesen. In seiner Eigenschaft als Amtmann ab September 1815 war er wesentlich am Aufbau einer Infrastruktur des bremischen Hafenortes Vegesack beteiligt. In diesem Zusammenhang initiierte er die Gründung der Vereinigten Evangelisch-protestantischen Kirchengemeinde Bremen-Vegesack. Anlässlich des 300. Jahrestages der Reformation am 31. Oktober 1817 schlossen sich nach preußischem Vorbild Anhänger der lutherischen und der reformierten Kirche zu einer Kirchenunion zusammen. Vegesack wurde in der Folge von den damals hannoverschen Kirchengemeinden Blumenthal und Lesum abgetrennt und man konnte nach umfangreichen Spendensammlungen am 8. Juli 1821 eine eigene Kirche weihen, die 1832 nach Plänen des Bremer Architekten Jacob Ephraim Polzin sowie des Vegesacker Baumeisters Johann Friedrich Kimm erweitert wurde und ihren charakteristischen Turm im klassizistischen Stil erhielt. Sie ist heute bekannt als Stadtkirche Vegesack.

Wilmanns war als Freimaurer Mitglied der Loge zum Silbernen Schlüssel in Bremen. Ein unsigniertes Porträt von ihm befindet sich in der Vegesacker Stadtkirche (Abb. auch bei D. Steilen, S. 136). Sein Grabmal aus Sandstein befindet sich auf dem Kirchhof neben der Kirche. Er trägt den Spruch: „Dem treuen Beamten dem Mitbegründer unserer Kirche, dem Wohltäter der Armen, setzten dieses Denkmal seine dankbaren Freunde“. Die Straße Wilmannsberg in Bremen-Vegesack, an dem sich sein Wohnhaus befand, wurde nach ihm benannt.

Sein Enkel August Wilmanns war Altphilologe und Bibliothekar u.a. in Göttingen und Berlin.

Literatur

  • D. Steilen: Geschichte der bremischen Hafenstadt Vegesack, Vegesack 1926, S. 136-138 (mit Abb. des Porträts).
  • Stammfolge Wilmanns, in: Deutsches Geschlechterbuch, Band 82, Görlitz 1934, S. 548.
  • Richard Rüthnick u. Kurd Schulz: Die Diakone der St. Petri Domkirche zu Bremen, Bremen 1963, S. 50-63.

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