August Heißmeyer
August Heißmeyer (1936)

August Heißmeyer (* 11. Januar 1897 in Gellersen; † 16. Januar 1979 in Schwäbisch Hall) war SS-Obergruppenführer und General der Waffen-SS und Polizei (1. Juli 1944) sowie Chef einer Dienststelle des SS-Hauptamtes. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er als Kriegsverbrecher zu einer Haftstrafe verurteilt. Er war verheiratet mit der „Reichsfrauenführerin“ Gertrud Scholtz-Klink.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach seinem Schulbesuch trat er ins preußische Militär ein. Im Ersten Weltkrieg war er Leutnant und wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse.

Nach Kriegsende war Heißmeyer Mitglied eines Freikorps und beteiligte sich 1920 am Kapp-Putsch. Nach einem abgebrochenen Studium betätigte er sich als Fahrlehrer. 1923 kam er erstmals in Kontakt mit den Nationalsozialisten, denen er 1925 unter seiner alten Mitglieds-Nummer (21.573) wieder beitrat.[1][2] Anfang 1926 wurde Heißmeyer auch Mitglied der SA. Er baute den „SA-Gausturm Hannover-Süd“ auf und war zeitweise dort stellvertretender Gauleiter.

Im Januar 1930 wurde Heißmeyer Mitglied der SS (Mitglieds-Nr. 4.370) und 1932 Mitarbeiter des SS-Hauptamtes. Er machte rasch Karriere, wurde 1933 Mitglied des Reichstages und stieg 1935 zum Chef des SS-Hauptamtes auf. Damit hatte er eine Schlüsselposition in der Organisationsstruktur der SS inne. Er löste Curt Wittje als Amtschef ab und wurde am 9. November 1936 zum SS-Obergruppenführer und zum „Inspekteur der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten ernannt.

1939 wurde Heißmeyer zusätzlich zum SS-Oberabschnittsleiter „Ost“ und zum „Höheren SS- und Polizeiführer Spree“ ernannt. Ihm unterstand damit unmittelbar der Raum Berlin-Brandenburg. Am 9. November 1939 wurde Heißmeyer zum stellvertretenden Inspektor der Konzentrationslager und der Verstärkten Totenkopfstandarten ernannt. Er trat damit die provisorische Nachfolge Theodor Eickes an, der nun als Kommandant der SS-Division „Totenkopf“ verwendet wurde. Am 31. Juli 1940 wurde Heißmeyer von Eickes Stellvertreter in der KZ-Inspektion, Richard Glücks, abgelöst.[1][3]

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges errichtete Heißmeyer die „Dienststelle SS-Obergruppenführer Heißmeyer“ und war damit für die militärische Ausbildung der Schüler der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten zuständig. Am 23. August 1940 besuchte er gemeinsam mit der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholtz-Klink, die er im gleichen Jahr heiratete, das Konzentrationslager für Frauen in Ravensbrück. Am 14. November 1944 wurde Heißmeyer zusätzlich noch General der Waffen-SS.

Nach Kriegsende tauchte er gemeinsam mit seiner Frau bei Schloss Leitzkau und auf Vermittlung der Fürstin zu Wied in Bebenhausen bei Tübingen unter, wo er bis zu seinem Tode lebte. August Heißmeyer arbeitete als Landarbeiter und erhielt falsche Papiere unter dem Namen „Heinrich Stuckenbrock“. Heißmeyer wurde aber erkannt und im Februar 1948 von der französischen Besatzungspolizei verhaftet. Bei der Entnazifizierung wurde er als Hauptschuldiger eingestuft, zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt und sein Privatvermögen von Amts wegen eingezogen. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Arbeiter in einer Waschmaschinenfabrik, danach als Angestellter einer Coca-Cola-Niederlassung in Reutlingen. 1979 verstarb er in einem Schwäbisch Haller Krankenhaus.

August Heißmeyer ist auf dem Friedhof in Gellersen, Krs.Hameln-Pyrmont in einem Familiengrab beigesetzt.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b Mark C. Yerger: Allgemeine SS. The Commands, Units and Leaders of the General SS, Schiffer Publishing Ltd. 1997, ISBN 0-7643-0145-4, S. 33
  2. SS-Führungshauptamt: Dienstaltersliste der Schutzstaffel der NSDAP, Stand 1. Dezember 1938 mit Berichtigungsheft vom 15. Juni 1939, laufende Nummer 17
  3. Andreas Schulz, Günter Wegmann un Dieter Zinke: Deutschlands Generale und Admirale, Teil V: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei 1933-1945, Biblio-Verlag 2005, Band 2, S. 119

Literatur

  • Tuviah Friedman Die drei ältesten SS-Generale Himmlers. SS-Obergruppenführer August Heyssmayer, SS-Obergruppenführer Wilhelm Reinhard, SS-Obergruppenführer Udo von Woyrsch. Eine dokumentarische Sammlung Hg. Institute of Documentation in Israel for the Investigation of Nazi War Crimes, Haifa. Zusammenstellung: Friedman. 1998.
  • Ruth Bettina Birn: Die Höheren SS- und Polizeiführer. Himmlers Vertreter im Reich und in den besetzten Gebieten. Droste Verlag, Düsseldorf, 1986. ISBN 3-7700-0710-7

Weblinks


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