August Henning von Kröcher
August Henning von Kröcher

August Henning von Kröcher (* 18. Dezember 1817 in Vinzelberg; † 1887) war ein preußischer Beamter und Mitglied des preußischen Herrenhauses. Außerdem tat er sich als Familienforscher hervor.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Er entstammte dem Adelsgeschlecht Kröcher und war der Sohn des Friedrich Wilhelm von Kröcher (1782-1861), Landesdirektor der Altmark sowie Gutsherr auf Vinzelberg, Vollenschier, Plutowo (Landkreis Kulm (Weichsel)), Gluchowo (Glauchau) und Falenczyn, und der Sophie Gräfin von Alvensleben (1790-1848). Der preußische Finanzminister Albrecht Graf von Alvensleben (1794-1858) war sein Onkel (Bruder seiner Mutter).[1][2]

Kröcher studierte Rechtswissenschaften und leistete als Referendar (1841) und Assessor (1845) am Kammergericht den Vorbereitungsdienst für den preußischen Justizdienst ab. In dieser Zeit als Kammergerichts-Assessor beteiligte sich Kröcher an der Gründung einer Runkelrüben-Zuckerfabrik in Klein Oschersleben.[3]

Im Jahr 1847 war er Hilfsarbeiter bei der Regierung in Koblenz. Ein Jahr später trat er als Regierungsassessor ganz in den Verwaltungsdienst über. Im Jahr 1849 war Kröcher Hilfsarbeiter im preußischen Ministerium des Innern. 1851 wurde er zum Regierungsrat ernannt und wechselte erneut zur Regierung in Koblenz. Ein Jahr später kehrte er in das Innenministerium zurück.

Kröcher war Mitglied der im September und Oktober 1852 tätigen „Kommission zur Revision der Verfassung“. Im Jahr 1855 wurde er zum Geheimen Regierungsrat und 1857 zum Geheimen Oberregierungsrat ernannt.

Seit 1851 war Kröcher Mitglied des Provinziallandtages der Brandenburg und seit 1863 auch Mitglied des preußischen Herrenhauses. Er wurde auf Grund eines besonderen königlichen Vertrauens berufen. Er war unter anderem Mitglied der Matrikel Kommission, Schriftführer und Berichterstatter wichtiger Gesetzesvorlagen. Er war auch Mitglied des Gesamtvorstandes des Herrenhauses.[4]

Daneben tat er sich durch ein mehrbändiges Werk als Erforscher des Geschlechts von Kröcher hervor.

Kröcher war Gutsherr auf Deetz mit Käthen und Wilhelmshof im Landkreis Gardelegen (Provinz Sachsen).[5] Außerdem besaß er das 2500 Morgen große Forstrevier Sichau mit Tarnefitz im Kreise Gardelegen, das er im Jahr 1886, ein Jahr vor seinem Tod, seinem Neffen, dem preußischen Kammerherrn und Herrenhausmitglied Ludolf Udo von Alvensleben (1852-1923) vererbte.[6] Auch war er Herr auf Plutowo (Landkreis Kulm (Weichsel)), Gluchowo (heute Ortsteil von Chełmża) und Falenczyn in Westpreußen.[4] Mindestens Plutowo kam 1908 ebenfalls in den Besitz seines Neffen Alvensleben, dessen Mutter Augusts Schwester Ehrengard von Kröcher war.[7]

Werke

  • Geschichte des Geschlechts von Kröcher. Berlin
    • Band 1: Zwölftes bis fünfzehntes Jahrhundert. (1865)
    • Band 2: 15. bis 19. Jahrhundert (1864)
  • Urkunden-Buch zur Geschichte des Geschlechts von Kröcher. Berlin,
    • Bd.1: 1184 - 1440 (1865)
    • Bd.2: Fünfzehntes bis neunzehntes Jahrhundert (1864)
  • Anhang zur Geschichte des Geschlechts von Kröcher. Berlin, 1868

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Stammtafel Alvensleben-Erxleben
  2. Der Kulturkämpfer, Verlag F. Luckhardt, 1880, Seite 16 (Auszug)
  3. Hans-Jürgen Rach, Bernhard Weissel: Landwirtschaft und Kapitalismus. Zur Entwicklung der ökonomischen und sozialen Verhältnisse in der Magdeburger Börde vom Ausgang des 18. Jahrhunderts bis zum Ende des ersten Weltkrieges, Akademie-Verlag, 1960, Seite 250 (Auszug)
  4. a b Hermann Krüger (Hrsg.): Chronik des preußischen Herrenhauses. Ein Gedenkbuch zur Erinnerung an das dreißigjährige Bestehen des Herrenhauses. Berlin, 1885 S.182
  5. Ernst Heinrich Kneschke: Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon, 1864, Seite 294 (Digitalisat)
  6. Familie von Alvensleben-Erxleben; Nr.XIV,17
  7. Caroline Ehrengard von Kröcher (* 13. Juli 1821 auf Gut Vinzelberg; † 27. April 1895 in Hannover). Quelle: Familie von Alvensleben-Erxleben; Nr.XIV,14

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Kröcher — ist der Name von: Felix Kröcher (* 1983), deutscher Techno DJ, Produzent, Label Betreiber und Radiomoderator Gabriele Kröcher Tiedemann (1951–1995), deutsche Terroristin Norbert Kröcher (* 1950), deutscher Terrorist Kröcher… …   Deutsch Wikipedia

  • Kröcher (Adelsgeschlecht) — Wappen der von Kröcher Wappen Kröcher im Wappenbuch des Johann Friedrich Christoph Schrag (1703–1780) Kröcher (auch …   Deutsch Wikipedia

  • Ludolf Udo von Alvensleben — (* 9. Januar 1852 auf Gut Wittenmoor, Kreis Stendal, Provinz Sachsen; † 27. Februar 1923 ebenda) war Kreisdeputierter und preußischer Politiker. Ludolf Udo von Alvensleben Wittenmoor …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Kro — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • Mitglieder des Preußischen Herrenhauses — Das Preußische Herrenhaus war die Erste Kammer des Preußischen Landtags nach der Verfassungsurkunde für den preußischen Staat vom 31. Januar 1850, die bis zum Ende des deutschen Kaiserreichs gültig war. Die Mitglieder (Abgeordnete) des… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mitglieder des Preußischen Herrenhauses — Die Liste der Mitglieder des Preußischen Herrenhauses führt die Mitglieder des Preußischen Herrenhauses auf, das ab 1855 die Erste Kammer des Preußischen Landtags nach der Verfassungsurkunde für den preußischen Staat vom 31. Januar 1850, geändert …   Deutsch Wikipedia

  • Gutskirche Vollenschier — Ansicht von Südwesten …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Infanterieregimenter der altpreußischen Armee — Die Infanterie der altpreußischen Armee umfasste bei ihrem Höchststand 60 Regimenter. Hinzu kamen etliche sonstige Formationen und Garnison Grenadier Bataillone. Die Aufstellung der ersten Regimenter in einem stehenden Heer erfolgte nach dem… …   Deutsch Wikipedia

  • Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses (20. Wahlperiode) — Mitglieder des preußischen Abgeordnetenhauses zu Beginn der 20. Legislaturperiode 1903 1908 Fraktionen Deutschkonservative Partei: 143 Freikonservative Partei: 59 Nationalliberale Partei: 79 Freisinnige Volkspartei: 24 Freisinnige Vereinigung: 8… …   Deutsch Wikipedia

  • Reichstagswahl 1898 — Die Reichstagswahl 1898 war die Wahl zum 10. Deutschen Reichstag des Deutschen Kaiserreiches. Sie fand am 16. Juni 1898 statt. Die Wahlbeteiligung lag bei etwa 68% und damit etwas niedriger als bei der Reichstagswahl 1893. Alle drei sogenannten… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”