August Lindemann (Kieferchirurg)

August Lindemann (* 22. Dezember 1880 in Essen; † 14. August 1970 in Rottach-Egern, Bayern) war der erste Ordinarius in Deutschland für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Etwa 1920 holte Christian Bruhn (1868-1942), der Gründer der Westdeutschen Kieferklinik der damaligen Medizinischen Akademie in Düsseldorf, August Lindemann als Chirurgen an die Düsseldorfer Klinik, die damals mit 682 Betten die größte ihrer Art in Deutschland war. Lindemann hatte zuvor als Oberarzt am Huyssenstift in Essen gewirkt und hatte an der Kruppschen Zahnklinik, Essen, bereits etliche Operationen an kieferverletzten Bergarbeitern vorgenommen.

Nach seiner Habilitation wurde August Lindemann im Dezember 1926 zum ersten Dozenten für Kiefer- und Gesichtschirurgie in Deutschland ernannt, im August erfolgte seine Ernennung zum außerordentlichen Professor. Nach der Emeritierung von Christian Bruhn im Jahre 1934 erhielt August Lindemann am 1. Mai 1935 das erste Ordinariat in Deutschland für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Während seiner 30-jährigen Tätigkeit in der Westdeutschen Kieferklinik festigte August Lindemann die weltweite Anerkennung der Westdeutschen Kieferklinik.

1950 wurde Lindemann emeritiert. Sein Nachfolger wurde Karl Häupl (1893-1960).

Entwicklungen

Lindemannfräse

Lindemann entwickelte eine Progenieoperation, bei der der aufsteigende Ast des Unterkiefers horizontal oberhalb des Foramen mandibulae durchtrennt und in Normalstellung fixiert wird. (Diese Operationsmethode wird auch als Operation nach Babcock, nach Lane, nach Bruhn oder nach Aleman bezeichnet.)

Lindemann entwickelte eine nach ihm benannte Fräse (Lindemannfräse), die sich zur Spitze hin verjüngt und mit Sägezacken versehen ist. Sie eignet sich zur Durchtrennung von Knochen und Zähnen und ist wohl auch heute noch die meistgebrauchte Knochenfräse in der zahnärztlichen Praxis.

Werke

  • Beitraege in allen Kapiteln in Heft I bis X in: Die gegenwaertigen Behandlungswege der Kieferschussverletzungen, Hrsg: Prof. Chr. Bruhn 1916, J.F. Bergmann, Wiesbaden
  • Die Behandlung der Wunden des Mundes und des Gesichts, 1938
  • Die Chirurgie des Gesichts, der Mundhöhle und der Luftwege Mit 233 Abb. im Text u. 11 farb. Tafeln, 1941
  • Zur chirurgisch-plastischen Deckung der Weichteildefekte des Gesichtes von August Lindemann und Otto Lorenz, 1949
  • Die Chirurgie der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes, 1950
  • Die Geschwülste der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes von August Lindemann und Otto Lorenz, 1950
  • Leitfaden der Chirurgie und Orthopädie des Mundes und der Kiefer. Die Anästhesie der Zähne, des Mundes, der Kiefer und des Gesichtes von August Lindemann und Josef Gerke von Barth, 1947
  • Leitfaden der Chirurgie und Orthopädie des Mundes und der Kiefer. Die Chirurgie der Mundhöhle, der Kiefer und des Gesichtes von August Lindemann und Josef Gerke von Barth, 1950
  • Leitfaden der Chirurgie und Orthopädie des Mundes und der Kiefer. Die Orthopädie der Zähne, der Kiefer und des Gesichtes von August Lindemann und Josef Gerke von Barth, 1952
  • Leitfaden der Chirurgie und Orthopädie des Mundes und der Kiefer. Die chirurgische Behandlung der Bewegungsstörungen der Kiefer von August Lindemann und Josef Gerke von Barth, 1953

Quellen


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