August Pschorr

August Pschorr (* 1. Oktober 1862 in München; † 20. Oktober 1935 ebenda) war geheimer Kommerzienrat und Generaldirektor der Pschorrbräu AG Bierbrauerei in München.

Biographie

Ernennungsurkunde zum Kommerzienrat für August Pschorr (1904)

Sein Vater war der Kommerzienrat Georg Pschorr jun. (1830-1894), seine Mutter Johanna geb. Fischer-Dick (1838-1918).

Nach dem Besuch der Volksschule in München kam August Pschorr als Schüler in das Hessel'sche Institut in Frankfurt am Main und darauf in die kaufmännische Lehre im Getreidegeschäft Pfister, Mayr & Co. Er trat dann als Praktikant in die Pschorrbrauerei ein und studierte 1883-1884 an der Technischen Hochschule München und an der Brauerschule in Weihenstephan. Für sein Studium des Brauwesens unternahm er Reisen nach Norddeutschland, Dänemark, Schweden, England und Amerika. Im Oktober 1889 trat Pschorr in das 1820 gegründete väterliche Geschäft ein, wurde Prokurist und Teilhaber.

Sein Vater Georg Pschorr war der Onkel vom Komponisten Richard Strauss. Gemeinsam spielten in ihren jungen Jahren Richard Strauss und sein Cousin August Pschorr öfters Musik. Ihm widmete Strauss eine Reihe von Kompositionen wie 1878 das Soldatenlied (Op. 48, 1878)[1] und zu seinem 21. Geburtstag Variationen für Streichquartett über eine Tanzweise von Cesare Negri (1604) in Mailand, Partitur dreieinhalb Seiten, geschrieben September 1883.[2]

Er heiratete am 7. Juni 1893 Hedwig Bassermann (*25. Juli 1874 zu Heidelberg). Gemeinsam hatten sie drei Kinder: Johanna (*10. August 1894; †1. November 1895), Walter Pschorr (*4. November 1895) der später Diplom Ingenieur und Direktor wurde, und Gabriele (*5. Mai 1899) die am 27. Oktober 1919 Horst Freiherrn von Uckermann heiratete. Gemeinsam hatten sie eine Tochter, Ingeborg Freiin von Uckermann (*15. Oktober 1920).

Nach dem Tod seines Vaters 1894 übernahm er zusammen mit seinen beiden jüngeren Brüdern, Georg Theodor (*18. Juni 1865) und Josef Pschorr (*11. April 1867) die Brauerei, die sie gemeinsam bis zu deren Umwandlung in eine AG 1922 leiteten.

Seitdem war August Pschorr Generaldirektor der Pschörrbrau AG. Pschorr war neun Jahre lang Handelsrichter, 23 Jahre lang Stadtverordneter der Stadt München und 24 Jahre lang erster Vorstand des Vereins Münchner Brauereien. Gemeinsam mit Brauereidirektor Rudolf Funke, Vorstandsmitglied der Schultheiss-Patzendorfer-Brauerei AG, war er koordinierter Präsident des Deutschen Brauerbundes sowie Vizepräsident des Bayerischen Brauerbundes.

August Pschorr wurde auf Grund der hohen Qualität der Brauereiprodukte zum Hoflieferanten des Deutschen Kaisers und zum k.u.k. Hoflieferanten ernannt. Er erhielt mehrere Orden und Ehrenzeichen wie das Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen, den Verdienstorden vom Heiligen Michael IV. Klasse mit der Krone, die Prinzregent Luitpold-Medaille in Silber sowie den Verdienstkreuz für Kriegshilfe.

Einzelnachweise

  1. Willi Schuh: Richard Strauss: a chronicle of the early years, 1864-1898. S. 19-20
  2. Max Steinitzer: Richard Strauss. BiblioLife. 2009. ISBN 978-1103137626. S. 247

Quellen

  • Archiv Pschorrbräu

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