August Ritter von Loehr
August Ritter von Loehr
(Einseitige Bronzeplakette, 1896)

August Ritter von Löhr (* 5. Mai 1847 in Venedig; † 21. November 1917 in Wien)[1] war ein österreichischer Ingenieur oder aber Eisenbahn-Architekt und Mineraliensammler.

Inhaltsverzeichnis

Wirken

Der Wiener Ingenieur August Ritter von Löhr gründete 1875 in London die Selfwinding Watch Co. Löhr meldete 1878 ein englisches Patent auf ein Taschenuhrwerk mit automatischem Aufzug über eine Pendelschwungmasse (Pedometer-Prinzip Schrittzähler-Prinzip) an. Er ließ Taschenuhren[2] mit diesem Werk in seiner Londoner Firma fertigen. Zwei Gehäuseausführungen wurden verwendet: rund und quadratisch. Letztere wurde von Hahn Frères & Cie. in Landeron (Schweizer Uhrenfirma 1875 gegründet) gefertigt. Von Löhrs Taschenuhr war die einzige Automatikuhr dieser Art, die auch eine gewisse Verbreitung erreichte. Es wurden von der runden Version etwa 4000 Stück hergestellt und verkauft. Von Löhr hatte sich den Aufzug sowie den Gehäusebügel durch die Patente DE 1903, DE 3939, DE 14939, GB 1473 (1880), GB 4781 (1880) in Deutschland und England schützen lassen.

Dieser Wiener Ingenieur und Uhrenfabrikant August Ritter von Löhr ist möglicherweise identisch mit:

  • August Carl Ritter von Löhr (1847–1917), Wiener Mineraloge, Technikexperte, Architekt und Fachmann des Eisenbahnwesens, beschäftigte sich in seiner Freizeit mit Edelsteinen. Im Jahre 1901 wurde über Anregung des damaligen Direktors der Mineralogisch-Petrographischen Abteilung am Naturhistorischen Museum, Friedrich Berwerth, und des bekannten Edelsteinsammlers August Carl Ritter von Löhr die Wiener Mineralogische Gesellschaft ins Leben gerufen. Diese Gesellschaft wandte sich nicht nur an die Fachmineralogen, sondern auch an mineralogisch interessierte Laien und Sammler. Im Jahr 1947 wurde der Name des Vereines auf Österreichische Mineralogische Gesellschaft (ÖMG) geändert und die Vereinsaktivitäten wurden auf die übrigen österreichischen Bundesländer ausgedehnt.[3]

Oben genannter August Ritter von Löhr ist jedoch nicht mit seinem folgend beschriebenen Verwandten bzw. Namensvetter zu verwechseln:

  • Prof. Dr. August Ritter von Löhr (1882–1965), Wiener Museumsdirektor, Geld-Historiker und Numismatiker. Löhr war Direktor der Bundessammlung von Medaillen, modernen Münzen und Geldzeichen in Wien. Er hielt auch Vorlesungen an der Universität Wien und betreute Doktorarbeiten, wie etwa jene eines gewissen Gustav Gündisch, der zuvor in Berlin Student beim berühmten Theologen Adolf von Harnack war.[4]. Löhr verfasste einige Werke, u.a.:
    • Beiträge zur Geschichte des mittelalterlichen Donauhandels; in: Oberbayerisches Archiv 60 (1916), S. 169)[5]
    • Miller, V., Loehr, A. und Holzmair, E.: Österreichische Münzprägungen 1519-1938. 2. Auflage Wien 1948. 354 S. und Tafelband.[6]

Werke

  • Mineralogisches Taschenbuch, Wien 1911.

Einzelnachweise

  1. Tschermaks mineralogische und petrographische Mitteilungen, 1922, Seite 3 (Nachruf) (Auszug)
  2. http://books.google.de/books?id=bfo0AAAAMAAJ&q=selbstaufziehende+Taschenuhr&dq=selbstaufziehende+Taschenuhr&pgis=1
  3. http://www.nhm-wien.ac.at/Content.Node/vereine/index.html
  4. http://209.85.129.132/search?q=cache:GCZ75cU84OYJ:www.siebenbuergen-institut.de/zs/volltext/zfsl1997_235-240.pdf+August+Ritter+von+L%C3%B6hr&hl=de&ct=clnk&cd=12&gl=de&client=firefox-a
  5. http://books.google.de/books?id=YwywCFT4frYC&pg=PA65&lpg=PA65&dq=August+Ritter+von+L%C3%B6hr&source=bl&ots=lHZWbu91zg&sig=DIFpjYfoxIZhAev9lq91cUDy_F0&hl=de&ei=n9CzSczLGITG0AWNrOSGAQ&sa=X&oi=book_result&resnum=7&ct=result
  6. http://www.ooegeschichte.at/Historische_Bibliografie.64+M5971da03adf.0.html

Literatur

Dinglers polytechnisches Journal von Johann Gottfried Dingler, Polytechnische Gesellschaft, Berlin, Emil Maximilian Dingler; veröffentlicht von J. G. Cotta, 1878 (S.434)

Weblinks


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