August Storck
August Storck KG
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Rechtsform Kommanditgesellschaft
Gründung 1903
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Geschäftsführer:
  • Axel Oberwelland
  • Thomas Albrecht
  • Jan Hendricks
  • Liam Killeen
  • Alwin Maaskant
  • Michael Zink
Mitarbeiter > 4.500 (2009)
Produkte Süßwaren
Website www.storck.com

Die August Storck KG ist ein Süßwarenhersteller mit Sitz in Berlin. Das Hauptwerk steht in Halle (Westf.), weitere Werke befinden sich in Ohrdruf (Thüringen), Skanderborg (Dänemark) und Winchester (Großbritannien).

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung und Zeit zwischen den Weltkriegen

Die heutige August Storck KG geht auf die Werther’sche Zuckerwarenfabrik zurück, die im Jahr 1903 von August Oberwelland auf dem Gestüt Storck in Werther (Westfalen) gegründet wurde. Mit zunächst drei Mitarbeitern lieferte die Fabrik Zuckerwaren an Händler in der näheren Umgebung. Bis zum Jahr 1909 wuchs die Belegschaft auf zwölf Mitarbeiter, jedoch wirkte sich der Erste Weltkrieg nachteilig auf die Entwicklung aus.

1921 ging die Leitung des Unternehmens an Hugo Oberwelland, den jüngsten Sohn des mittlerweile erkrankten Gründers. 1934 kamen die „1 Pfennig RIESEN“ auf den Markt, bei denen es sich nach Firmenangaben um das erste Markenbonbon Deutschlands handelte. Bis zum Jahr 1937 war die Zahl der Mitarbeiter auf 71 gestiegen, der Vertrieb der Produkte erfolgte ins gesamte Reichsgebiet, und 1938 eröffnete in Schötmar die erste Zweigstelle. Weitere Investitionen folgten erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

Umzug nach Halle und Einführung der bekanntesten Marken

Nach dem Krieg entstand ein neues Werk in Halle (Westf.), das bei seinem Bau als gutes Beispiel für eine „Industrieanlage im Grünen“ galt. Durch die Aufforstung in der Umgebung wurden freiwillig Ausgleichmaßnahmen umgesetzt, wie sie heute in Raumordnungsverfahren und Bauleitplanungen vorgeschrieben sind. Das Werk erhielt einen Gleisanschluss an die Bahnlinie des Haller Willem. Storck kaufte eigene Kesselwagen für den Rohstofftransport und geschlossene Güterwagen für den Transport der Fertigwaren.

1950 führte Storck eine Erfolgsvergütung für Mitarbeiter ein. Im Zuge des Wirtschaftswunders stieg sowohl die Zahl der Angestellten als auch das Produktionsvolumen. 1953 begann der Export, anfangs hauptsächlich in die USA, nach Schweden und Hongkong. 1954 begann die Produktion von Schokolade. 1958 führte Storck Sozialleistungen ein. Der zweite Generationenwechsel erfolgte im Jahr 1971, als Klaus Oberwelland die Unternehmensleitung übernahm. Im Jahr 1975 führte Storck eine unternehmenseigene Altersvorsorge ein.

Ab 1962 entwickelte die Firma innerhalb von zwei Jahrzehnten viele ihrer bis heute wichtigsten Marken. In rascher Folge entstanden nimm2 (1962), merci (1965), Campino (1966), Werther's Original (1969, bis 1998 in Deutschland unter dem Namen Werthers Echte vertrieben) und Toffifee (1973). Später übernahm Storck die Firma Dickmann (1981) und entwickelte die Marke Knoppers (1983).

Neuere Entwicklungen

Im Jahre 1988 übernahm Storck das Traditionsunternehmen Bendicks of Mayfair aus Winchester in England. 1992 wurde die „Stork Foundation“ gegründet, die sich seither für den Schutz der Störche einsetzt. 1993 entstand eine neue Produktionsstätte im thüringischen Ohrdruf. Es folgten weitere Markteinführungen, darunter merci Crocant (1994), merci Pur (1995) und nimm2 Lachgummi (1996). 1998 kam es zu einer Umstrukturierung des Unternehmens, in deren Folge die Geschäftsleitung nach Berlin verlegt wurde.

Der dritte Generationenwechsel erfolgte im Jahr 2003. Seither ist Axel Oberwelland Vorsitzender der Geschäftsführung der August Storck KG, welche die Muttergesellschaft für die darunter angesiedelten Ländergesellschaften ist. Weitere Markteinführungen seit dem Wechsel sind Campino (2000) und Chocolat Pavot (2003). 2005 erstand Storck von der Karlsruher Firma Ragolds die Namensrechte an den Marken Rachengold und Atemgold.

Zum 100-jährigen Jubiläum entwickelte Storck ein neues Firmenlogo und den neuen Slogan „Part of Your World“. Darüber hinaus ist seitdem erstmals auf jeder Markenverpackung der Name Storck zu sehen.

Mit dem Generationswechsel zu dem neuen Firmenchef Axel Oberwelland veränderte sich die Markenführung bei Storck. Setzte man vorher auf eine reine Einmarkenstrategie (eine Marke mit einem Produkt) waren die letzten Jahre durch eine Politik der Markenkapitalisierung über zahlreiche Produkteinführungen unter einem Markendach gekennzeichnet. Beispiele hierfür sind die neuen Varianten bei Werthers Original mit Eclair, Karamellcreme und Soft oder bei Mamba mit den Varianten Sauer und Cola. Auch im Schokoladenbereich wurden zahlreiche neue Varianten unter Merci Petit oder bei der Stamm-Marke Merci eingeführt.

Kritik

Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt hat auf seiner Webseite „Kaefigfrei“ aufgedeckt, dass Storck Eier aus der nicht artgerechten Käfighaltung verwendet. Die Bitten via Brief und E-Mail, keine Käfigeier zu verwenden, blieben unbeantwortet; am Telefon hieß es, man hätte sich gemeldet, wenn Interesse daran bestanden hätte.[1]

Seit Sommer 2010 richten sich Aktivitäten der Verbraucherschutzorganisation foodwatch gegen die in ihren Augen irreführenden Marketingaktivitäten der August Storck KG hinsichtlich ihres Bonbonproduktes nimm2. Storck wird vorgeworfen, bei nimm2 den Eindruck erwecken zu wollen, dass die Bonbons über den Genuss hinaus einen gesundheitlichen Mehrwert böten.[2] Die Firma hingegen vertritt den Standpunkt, lediglich wahre Aussagen über die Inhaltsstoffe ihres Produktes zu treffen und den Verbrauchern dann die Entscheidung zu überlassen, ob sie nimm2 benötigen.[3] Von Verbraucherseite wird Kritik an dieser lediglich „juristisch korrekten“ Auslegung der Unternehmensstrategie geübt, indem Storck moralische Verfehlungen in Bezug auf die in Kauf genommene Irreführung vieler Verbraucher vorgeworfen werden.[4] Im März 2011 macht foodwatch erneut darauf aufmerksam, dass Storck seinen Umgang mit nimm2 bisher nicht geändert hat. [5]

Marken

In Österreich:

  • Eiszapfen (Zuckerl)
  • Firn (Zuckerl)
  • Heller Wiener Zuckerl (marmeladegefüllte Zuckerl, die in der Heller-Fabrik von Anfang an produziert wurden. Fritz Heller, der Bruder des Multikünstlers André Heller, verkaufte die Fabrik 1970)

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Storck als „Unterstützer der Käfigeier“ auf kaefigfrei.de abgerufen am 19. Juni 2010
  2. Foodwatch: Vorwürfe an Storck, abgerufen am 29. Juli 2010
  3. Antwort von „Storck Nationales Marketing“, abgerufen am 29. Juli 2010
  4. Foodwatch: Verbraucherreaktionen abgerufen am 30. Juli 2010
  5. Foodwatch: Storck nimm2 abgerufen am 5. März 2011
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