Privatoffenbarung

Eine Privatoffenbarung ist die Bezeichnung der römisch-katholischen Kirche für eine Offenbarung Christi, Mariens oder eines Engels an einen Menschen als Privatperson, die als für die Gläubigen unverbindlich, wenn auch gegebenenfalls nicht ohne Bedeutung definiert wird.

Inhaltsverzeichnis

Kirchliche Anerkennung

In der katholischen Kirche kann eine Privatoffenbarung „anerkannt“ werden, aber dies bedeutet nur, dass ihrem Inhalt nach im Sinne eines nihil obstat nichts entgegen der heiligen Schrift und der heiligen Tradition – nach katholischem Verständnis die zwei Quellen der Wahrheit – gefunden wurde. Es wird also keine Aussage darüber getroffen, ob die jeweilige Privatoffenbarung tatsächlich übernatürlichen Ursprungs sei, sondern bleibt dem Glauben des Einzelnen überlassen.

Erscheinungen und Visionen

Von der Anzahl her gesehen finden die meisten Privatoffenbarungen im Rahmen von Marienerscheinungen statt, z. B. in Fátima, Lourdes, La Salette oder bei Maria von Agreda. Nach einer Marienerscheinung in Fatima gründete der Priester Stefano Gobbi die Marianische Priesterbewegung.


Literatur

  • Ramon de Luca: Echt oder unecht? Die Unterscheidungskriterien der Kirche bei Privatoffenbarungen, Verax-Verlag, Müstair/GR 1998, ISBN 3-909065-03-1
  • Prosper Lambertini/Benedikt XIV.:De beatificatione et canonizatione servorum Dei, 1734-1738
  • Johannes B. Scaramelli: Regeln zur Unterscheidung der Geister, Kral-Verlag, Abensberg 1974
  • Giovanni Battista Scaramelli: Wegbegleitung in der mystischen Erfahrung, Echter-Verlag, Würzburg 2001, ISBN 3-429-02295-9

Weblinks


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