August Wegmann
August Wegmann

August Wegmann (* 21. Oktober 1888 in Dinklage; † 6. Juni 1976 in Oldenburg) war ein deutscher Jurist und Politiker (Zentrum, CDU).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Nach dem Abitur studierte Wegmann von 1910 bis 1913 Rechtswissenschaften in Freiburg im Breisgau, Berlin, München und Münster und nahm anschließend als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. Er beendete das Studium 1920 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen und wurde im gleichen Jahr Regierungsassessor im oldenburgischen Staatsministerium. Seit 1921 Regierungsrat, war er von 1922 bis 1923 als Rechtsanwalt am Landgericht Oldenburg tätig und kehrte 1923 als Ministerialrat ins oldenburgische Finanzministerium zurück.

Als Mitglied der Zentrumspartei gehörte Wegmann von 1924 bis 1933 dem Reichstag an, wurde 1933 von der nationalsozialistischen Regierung aus dem Staatsdienst entlassen und arbeitete anschließend wieder freiberuflich als Rechtsanwalt. Im Zusammenhang des Attentats vom 20. Juli 1944 wurde er verhaftet und sollte in einem Konzentrationslager interniert werden. Er entging der KZ-Haft nur aufgrund einer Diphtherie-Erkrankung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm Wegmann als Ministerialdirektor 1945 die Leitung der Abteilung für Inneres, Verwaltung und Polizei im oldenburgischen Staatsministerium, wurde im Januar 1946 zum Innenminister und Stellvertretenden Ministerpräsidenten des Landes Oldenburg ernannt und hatte diese Ämter bis zur Gründung des Landes Niedersachsen im Dezember 1946 inne. Er war von 1946 bis 1953 Verwaltungspräsident in Oldenburg und wurde am 26. Mai 1955 als Innenminister sowie Stellvertretender Ministerpräsident in die von Ministerpräsident Heinrich Hellwege geführte niedersächsische Landesregierung berufen. Am 19. November 1957 wechselte er an die Spitze des Finanzministeriums und am 12. Mai 1959 schied er aus der Regierung aus. Daneben war er bis 1965 Vorsitzender im CDU-Landesverband Oldenburg.

Literatur

  • Bernd Haunfelder: Reichstagsabgeordnete der Deutschen Zentrumspartei 1871–1933. Biographisches Handbuch und historische Photographien. Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Band 4. Droste, Düsseldorf 1999, S. 369.

Siehe auch

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