August Wilhelm Ernst von Stockhausen

August Wilhelm Ernst von Stockhausen (* 19. Februar 1791 in Thüringen; † 31. März 1861 in Berlin)[1] war ein preußischer Offizier und 1850/51 Kriegsminister.

Inhaltsverzeichnis

Militärischer Aufstieg

Stockhausen stammte aus Thüringen. Er trat 1805 als Gefreiter-Korporal im Feldjägerregiment in die preußische Armee ein. Im Jahr 1808 wurde er Sekondeleutnant und wechselte in das Garde-Jäger-Bataillon. In den Jahren 1813 und 1814 machte er die Befreiungskriege mit. Im Jahr 1824 wurde von Stockhausen zum Major ernannt und wurde 1830 in den Generalstab versetzt. Zwischen 1840 und 1842 war er Chef des Generalstabes des Gardekorps, das damals von Prinz Wilhelm befehligt wurde. Im Jahr 1845 wurde er zum Generalmajor ernannt. Kurze Zeit später wurde er Inspekteur der Besatzungen der Bundesfestungen. Im Jahr 1848 erhielt er zunächst den Befehl über die 9. Infanteriebrigade in Posen. Noch bevor er diesen Posten antreten konnte, wurde er Chef des Stabes der Truppen unter General Friedrich von Wrangel im Krieg um Schleswig und Holstein. Als von Stockhausen bei der Truppe eintraf, hatten sich die dänischen Einheiten bereits auf die Inseln zurückgezogen.

Kriegsminister

Im Juli 1848 wurde er zum Kommandanten der 1. Division in Königsberg ernannt. Er selbst strebte allerdings danach Kriegsminister zu werden und versuchte in Berlin für sich zu werben. Als dies erfolglos blieb, bat er um die Versetzung in den Ruhestand. Dies wurde ihm mit Verleihung des Charakters eines Generalleutnants mit Pensionsberechtigung genehmigt.

Weiterhin gab es politische Kräfte die von Stockhausen als Kriegsminister sehen wollten. Unter anderen deshalb ließ sich von Stockhausen in die zweite Kammer des preußischen Landtages wählen. Dem Parlament gehörte er von 1849 bis zur Niederlegung seines Mandates am 9. Mai 1849 an. Dort gehörte er der äußersten Rechten an, ohne sich an eine Fraktion zu binden.

Nach dem Rücktritt von Karl von Strotha am 27. Februar 1850 wurde er zum Kriegsminister ernannt. Zeitweise machte sich von Stockhausen Hoffnungen auch auf das Amt des Ministerpräsidenten. Allerdings gab es persönliche und sachliche Differenzen mit König Friedrich Wilhelm IV. Persönlich warf dieser von Stockhausen vor er sei ein „Feind des Pietismus“ und damit des Christentums. Sachlich vertrat von Stockhausen, wie schon sein Vorgänger die Ansicht, dass königliche Kabinettsorder die etwa Personalangelegenheiten wie Beförderungen betrafen, verfassungsgemäß vom Kriegsminister gegengezeichnet werden müssten.

Nach der Ernennung von Joseph von Radowitz zum Außenminister versuchte von Stockhausen einen drohenden Krieg mit Österreich zu verhindern. Man warf ihm fälschlicherweise gar vor die Vorbereitungen dazu bewusst zu verzögern. Die Verhältnisse zum König blieben gespannt und Stockhausen bat mehrfach um seine Entlassung. Der König verzögerte dies, weil es keinen passenden Ersatzkandidaten gab. Als sich Stockhausen weigerte höhere Soldzahlungen für Offiziere einiger Garderegimenter im Parlament zu vertreten, wurde er zum 31. Dezember 1851 entlassen. Danach bekleidete er bis 1853 noch die Stelle eines Präses der Generalordenskommission. Auch war er 1852/53 Mitglied der ersten Kammer des preußischen Parlaments.

Einzelnachweise

  1. Bernd Haunfelder: Biographisches Handbuch für das preussische Abgeordnetenhaus 1849-1867, Droste-Verlag, 1994, ISBN 3770051815 bzw. ISBN 9783770051816. - Danach soll er angeblich auch in Berlin geboren sein.

Literatur


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