Projekt Brainstorm
Filmdaten
Deutscher Titel Projekt Brainstorm
Originaltitel Brainstorm
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1983
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Douglas Trumbull
Drehbuch Philip Frank Messina,
Robert Stitzel
Produktion Douglas Trumbull
Musik James Horner
Kamera Richard Yuricich
Schnitt Freeman A. Davies,
Edward Warschilka
Besetzung
  • Christopher Walken: Dr. Michael Anthony Brace
  • Natalie Wood: Karen Brace
  • Louise Fletcher: Dr. Lillian Reynolds
  • Cliff Robertson: Alex Terson
  • Jordan Christopher: Gordy Forbes
  • Donald Hotton: Landan Marks
  • Alan Fudge: Robert Jenkins
  • Joe Dorsey: Hal Abramson
  • Bill Morey: James Zimbach
  • Jason Lively: Chris Brace
  • Darrell Larson: Sicherheitstechniker
  • Lou Walker: Chef
  • Stacey Kuhne-Adams: Andrea
  • John Hugh: Tierlabor-Techniker
  • Ira David Wood III: Barry

Projekt Brainstorm ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Thriller aus dem Jahr 1983 des Regisseurs, Effektspezialisten und Produzenten Douglas Trumbull mit Christopher Walken und Natalie Wood in den Hauptrollen. Brainstorm war nach Silent Running (deutsch Lautlos im Weltraum) Trumbulls zweite und bis heute letzte Regiearbeit.

Inhaltsverzeichnis

Handlung

Der Film handelt von der Wissenschaftlerin Dr. Lillian Reynolds (Louise Fletcher), die gemeinsam mit ihren Mitarbeitern, dem getrennt lebenden Ehepaar Dr. Michael Anthony Brace (Christopher Walken) und Karen Brace (Natalie Wood), einen revolutionären Apparat entwickelt hat. Diese Apparatur (anfangs noch eine Art Helm, der später dann kompakter gestaltet wird), ermöglicht es, Gedanken, Emotionen und Erlebnisse aufzuzeichnen, diese sichtbar zu machen und auf andere Personen zu übertragen. Als Speichermedium dienen goldbeschichtete Magnetbänder, die mit einem Laser beschrieben werden und auch beliebig bearbeitet und geschnitten werden können. Der Apparat ist auf Menschen und Affen anwendbar.

Als die stark unter Stress stehende und herzkranke Dr. Reynolds einen schweren Herzanfall erleidet, entschließt sie sich ihren Tod zu dokumentieren, mit der Absicht, ihrem Kollegen Michael das Magnetband zu hinterlassen, so dass dieser wissenschaftliche Erkenntnisse über die Geschehnisse während und nach dem Tode erlangen kann.

Der skrupellose Industrielle Alex Terson (Cliff Robertson) entscheidet sich dazu, Brainstorm an das Militär zu verkaufen und zum Zwecke der Gehirnwäsche einzusetzen. Er ordnet an, das „Todesband“ mit den Todeserfahrungen von Dr. Reynolds unter Verschluss zu halten, damit niemand mehr Zugriff auf das Band erhält.

Michael versucht das Band abzuspielen, aber das ist ihm erstmal unmöglich, da er die aufgezeichneten schmerzhaften und unerträglichen Gefühle zunächst abschwächen und umwandeln muss. Es gelingt ihm, aber ein Firmenmitarbeiter, der sich parallel das Band ungefiltert anschaut, stirbt qualvoll. Michael findet später auch Zugriff auf das Geheimprojekt Brainstorm. Über die Telefonleitung und mit der Unterstützung eines nach dem Genuss eines „Sexbandes“ entlassenen Mitarbeiters bekommt er Zugang zu Aufzeichnungen, die für militärische Zwecke produziert wurden. Er spielt eines der Bänder ab. Nach einem Warnhinweis der Regierung wird eine lebensgefährliche psychotische Episode gezeigt. Michael erkennt nun den wahren Plan, der sich hinter dem Projekt verbirgt.

Während Michael seiner Frau die Wahrheit über das Projekt erzählt, setzt sich deren Sohn Chris an das Gerät und spielt Tersons „extremes Band“ ab, das dazu führt, dass Chris ein schweres psychisches Trauma erleidet. Aber Michael ist trotzdem dazu entschlossen, an Dr. Reynolds „Todesband“ zu gelangen und dieses abzuspielen – auch wenn ihm das nur unter Lebensgefahr möglich ist.

Technischer Aspekt

Brainstorm wurde größtenteils in Super Panavision 70 mm gedreht und war sowohl inhaltlich als auch technisch seiner Zeit weit voraus. Der Film entstand in zwei Prozessen: im Format 1,85:1 (35 mm) für die Realszenen und im Format 2,20:1 (70 mm Super Panavision) für die „Brainstorm“-Szenen des Gerätes.

Weil zwei verschiedene und inkompatible Filmaufzeichnungsarten beziehungsweise Filmformate benutzt wurden, mussten die 35-mm-Aufnahmen auf 65- beziehungsweise 70-mm-Negative vergrößert werden, damit eine visuelle Konsistenz erreicht werden konnte.

Als Ergebnis waren die 35-mm-Sequenzen des Original-Kinoformats im so genannten „Pillarbox“-Format zu sehen (Seitenverhältnis 14:9 mit seitlichen Rändern), während die 70-mm-Szenen im vollen Leinwandformat (engl. scope screen format) gezeigt werden konnten. Die VHS- und DVD-Versionen des Films zeigen die 35- beziehungsweise 70-mm-Sequenzen im „Letterbox“-Format in ihren jeweilig korrekten Bildseitenverhältnissen.

Soundtrack

James Horner komponierte die düstere musikalische Untermalung des Films und nahm diese in Hollywood mit einem Studio-Orchester auf. Bei dem Varese Sarabande Album, bzw. bei der CD-Version, handelt es sich um eine Neuaufnahme mit dem London Symphony Orchestra, die kurz vor dem offiziellen Kinostart produziert wurde.

Tragische Umstände

Brainstorm war Natalie Woods letzter Film. Kurz vor Ende der Dreharbeiten kam es am 29. November 1981 bei einem Bootsausflug mit ihrem Ehemann Robert Wagner und ihrem Filmpartner Christopher Walken zu einem Unfall, bei dem sie ertrank.

Durch den Unfalltod wurde die Produktion für fast zwei Jahre gestoppt. Aus diesem Grund wollte MGM die Filmrechte an Paramount Pictures verkaufen, damit der Film abgeschlossen werden konnte. Das Studio entschloss sich aber schließlich dazu, das Ende unter Verwendung eines Körperdoubles („body double“), einer Stimmimitatorin sowie bereits vorhandenem und abgedrehtem Filmmaterial fertigzustellen. Im Herbst 1983 kam der Film schließlich in die Kinos und wurde zum Flop.

Der Abspann des Films enthält im Gedenken an Natalie Wood die Widmung „To Natalie“ („Für Natalie“).

Kritiken

„Technisch aufwendige, nicht immer stimmige Mischung aus groß angelegtem Unterhaltungskino und bedenkenswerter Beschreibung technologischer Entwicklungen und gesellschaftlicher Konflikte.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„‚Projekt Brainstorm‘ [ist] keine Weltraum-Utopie; vielmehr wird hier das All mit der menschlichen Psyche vertauscht und die Grenze des heute wissenschaftlich und technologisch tatsächlich Möglichen nur um eine Winzigkeit überschritten. […] Trumbulls Konzept, den Schauwerten seines Films dadurch einen tieferen Sinn zu verleihen, daß er sie mit einer anspruchsvollen Thematik verbindet, die an ethische Fragen und gar an das Tabu des Todes rührt, ist redlich und anerkennenswert. In der Tat sollte man heute für jeden Film dankbar sein, der die hochentwickelten technischen Möglichkeiten des Mediums einmal nicht in den Dienst mehr oder minder primitiver, publikumsträchtiger Horror-und Fantasy-Filme stellt, sondern versucht, mit ihrer Hilfe auch inhaltlich neue Wege zu beschreiten. […] Zu Ken Russells artverwandtem Film ‚Der Höllentrip‘ liefert er ein hübsches Gegenstück, den ‚Himmelstrip‘ sozusagen. Bauklötze staunen kann man dabei, aber süchtig (oder klüger) wird man kaum davon.“

Robert Fischer: Epd Film 2/84[2]

Auszeichnungen (Auswahl)

Darstellerin Louise Fletcher wurde 1984 in der Kategorie Beste Schauspielerin mit einem Saturn Award ausgezeichnet. Komponist James Horner gewann den Preis für seine Filmmusik.

Anmerkung

Brainstorm ist ebenfalls der Titel eines Kinofilms aus dem Jahr 1965, bei dem William Conrad Regie führte.[3]

Einzelnachweise

  1. Projekt Brainstorm. In: Kabel Eins Filmlexikon/Film-Dienst. SevenOne Intermedia GmbH, abgerufen am 27. Dezember 2008.
  2. Robert Fischer: Projekt Brainstorm. In: Epd Film 2/84. 1984, abgerufen am 27. Dezember 2008 (bei Filmzentrale).
  3. IMDb

Weblinks


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