Augusta Suessionum
Soissons
Wappen von Soissons
Soissons (Frankreich)
DEC
Soissons
Region Picardie
Département Aisne
Arrondissement Soissons
Kanton Hauptort von 2 Kantonen
Koordinaten 49° 23′ N, 3° 19′ O49.3816666666673.323611111111155Koordinaten: 49° 23′ N, 3° 19′ O
Höhe 38 bis 130 m
Fläche 13,32 km²
Einwohner
– mit Hauptwohnsitz
– Bevölkerungsdichte
(2006)
28.442 Einwohner
2.135 Einw./km²
Postleitzahl 02200
INSEE-Code 02722
Website www.ville-soissons.fr

Soissons [swaˈsɔ̃] ist eine Stadt in der Picardie im Norden von Frankreich. Sie war bereits zu Zeiten der römischen Besetzung als Augusta Suessionum bekannt. Sie war zwischen 486 und 497 Hauptstadt des Frankenreichs. Heute ist die Stadt noch immer Bischofssitz.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Soissons liegt am Südufer der Aisne zwischen den Städten Laon im Nordosten, Compiègne im Westen, Paris im Südwesten und Reims im Osten.

Geschichte

Antike und Mittelalter

In der Antike siedelten der keltische Stamm der Suessionen im Gebiet um Soissons. Soissons war der Hauptort dieses belgischen Stammes, der schließlich im Jahr 57 v. Chr. von Gaius Iulius Caesar unterworfen wurde. Die Stadt wurde von den Römern Augusta Suessionum genannt. Durch den Sieg Chlodwigs über Syagrius im Jahr 486 n. Chr. in der Schlacht von Soissons wurde die Stadt merowingischer Königssitz. Nach der Legalisierung der fränkischen Reichsgründung Chlodwigs I. durch Kaiser Anastasios I. im Jahre 497 verlegte Chlodwig die Hauptstadt nach Paris. Nach der Reichsteilung 511 erhielt Chlothar I. der jüngste Sohn Chlodwigs den nordwestlichen Reichsteil mit Soisson als Hauptstadt.

Neuzeit

1414 führte der Widerstand Soissons gegen König Karl VI. zur vollständigen Zerstörung der Stadt im Hundertjährigen Krieg.

Während der Hugenottenkriege wurde Soissons in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ständig belagert.

Soissons erlitt bereits im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 starke Schäden. In der Stadt befand sich eine Festung, die am Oktober 1870 von den deutschen Truppen eingenommen wurde. Dabei gingen über 4.700 Soldaten in Gefangenschaft und umfangreiche Sachwerte wie Kanonen, Ausrüstung und die Kriegskasse mit 92.000 Franc wurden erbeutet.

Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde die Stadt zweimal von deutschen Truppen besetzt und durch Artilleriefeuer von beiden Seiten zu drei Vierteln zerstört. Die Türme der Abtei und der Kathedrale blieben aber unversehrt.

Siehe auch

Grafschaft Soissons, Reich von Soissons

Partnerstädte

Bauwerke

Kathedrale Saint Gervais und Saint Protais
Kathedrale und Kriegerdenkmal
Ruine der Abteikirche Saint-Jean-des-Vignes

Kathedrale von Soissons

Die gotische Kathedrale Saint-Gervais et Saint-Protais von Soissons wurde ab 1180 errichtet. Die Fassade stammt aus der Zeit um 1400. Die Vollendung des Nordturms ist durch den Hundertjährigen Krieg verhindert worden. Das Radfenster in der Mitte ist sehr viel später eingesetzt worden. Der plastische Schmuck der Portalzonen ist bereits 1567 den Zerstörungszügen der Hugenotten zum Opfer gefallen. Später hat vor allen Dingen der Erste Weltkrieg starke Schäden hinterlassen.

Ehemalige Abtei Saint-Jean-des-Vignes

Die 1076 gegründete ehemalige Abtei Saint-Jean-des-Vignes überragt die Stadt mit den noch erhaltenen und weithin sichtbaren Westtürmen. Die gotische Architektur stammt aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. 1359 wurde das Kloster im Hundertjährigen Krieg befestigt. Am Ende des 18. Jahrhunderts und nach der französischen Revolution zerfiel die Anlage. Das Gelände diente fortan als Steinbruch und Kaserne. Heute befindet sich in einem ehemaligen Kasernengebäude ein Museum

Weitere sehenswerte Bauwerke

Persönlichkeiten

Zitate

  • „Sie hat Caesar siegen, Chlodwig regieren und Napoleon wanken sehen.“ (Victor Hugo)

Literatur

  • Horst Heynemann: Picardie. Von der Aisne zur Oise... von der Somme zum Ärmelkanal. Aachen 1999, ISBN 3-89124-558-0.

Weblinks


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